TTT - Top Ten Thursday #24


Diese Woche geht es um:


10 Büche, die du während des Lesens kaum aus der Hand legen konntest


Verdorbenes Blut (Geoffrey Girard)
Der Tod ist ein bleibender Schaden (Eoin Colfer)
Der Märchenerzähler (Antonia Michaelis)
Das Lied des Achill (Madeline Miller)
Das Mädchen mit den blauen Augen (Michel Bussi)
Totengleich (Tana French)
Die Sonne des Königs (Sandra Gulland)
Alice und ich (Melanie Benjamin)
Der gestohlene Thron (David Gaider)
Der silberne Bogen (David Gemmell) 

Leider bleibt es heute bei der unbebilderten Liste, nachdem ich unfähiges Ding mich zu Tode geärgert habe mit dem hin und her schieben. Es ist mir zu warm heute, mich weiter damit rumzuschlagen, ich hoffe ihr verzeiht mir das :) Ja, viele von den gelisteten Büchern sind tatsächlich unter den Highlights meiner letzten Jahre, aber auch ein paar aus diesem Jahr. 
Habt ihr eins davon gelesen? Findet sich vielleicht sogar eins auf eurer Liste wieder?

Liebe Grüße


BR - Bernhard Trecksel - Nebelmacher




 Titel: Nebelmacher
 Reihe: Nebelmacher #1
 Autor: Bernhard Trecksel
 Genre: Fantasy
 Verlag: Blanvalet
 Seitenzahl: 512 Seiten
 Preis: 13,99€

Vielen Dank an den Blanvalet Verlag, das Randomhouse Bloggerportal und den zuständigen Pressereferenten Sebastian Rothfuss für dieses Rezensionsexemplar!




Ein kaltes Lächeln umspielte seine Züge. Er erschauerte, als die Vorfreude auf die nächste Mission sein Kalkül für einen Wimpernschlag verdrängte. Lohn und Geld waren unerheblich. Sie waren eine Notwendigkeit, ebenso wie der Rapport, den er seinen Auftraggebern leistete. Aber das wahre Vergnügen, die wahre Berufung lag in der Jagd an sich.

Clach ist der mit Abstand beste seines Fachs. Seit vielen Jahren schon führt er im Namen der Kirche der Todesgöttin Sharis Auftragsmorde aus und hat sich dadurch den Namen "Totenkaiser" erarbeitet. Konkurrenten werden aus dem Geschäft gedrängt, mit Verfolgern aus den Reihen der Gesetzeshüter spielt er kinderleicht Katz und Maus. Doch plötzlich scheinen seine letzten Opfer sich wieder bester Gesundheit zu erfreuen. Die Hohepriesterin erinnert sich nicht daran, ihm diese Aufträge überhaupt gegeben zu haben. Clach beginnt, an seinem Verstand zu zweifeln, doch das Vergessen greift auch andernorts um sich. Es häufen sich die "Wiederauferstehungen", die niemandem merkwürdig vorzukommen scheinen. Clach muss unbedingt herausfinden, was es damit auf sich hat, wenn er überleben will.

Lange lange hab ich mich nicht mehr so richtig auf eine neue Fantasywelt einlassen können. Doch als ich den Klappentext zu "Nebelmacher" las, fühlte sich das kleine Assassin's Creed Fangirl in mir direkt angesprochen. Ja, das geb ich offen zu, am meisten gereizt hat mich die Aussicht auf den geheimnisvollen, düsteren Totenkaiser. Schnell hab ich allerdings festgestellt, dass Clach und ich nicht alleine sind. Insgesamt hat das Buch vier erzählende Charaktere: Neben Clach, selbstverständlich, gibt es da noch Ormgair, einen alternden, aber tapferen Barbaren aus den Nebelweiten, Morven, die Tochter eines der Archonten der fünf großen Städte und gleichzeitig Ritterin des Templerordens, und zu guter letzt natürlich Fennek Greskegard, der Clach seit zehn Jahren als Inquisitor auf den Fersen ist. Unterschiedlicher könnten Charaktere überhaupt nicht sein. Abgesehen von Clach und Greskegard, die eine ziemlich offensichtliche Verbindung zueinander haben, starten Morven und Ormgair fernab der Hauptstory und ich hab lange gerätselt, wie sich diese Fäden jemals zusammenfügen sollen, hatte schon befürchtet, dass es auf die Brecheisen-Methode passieren wird. Aber tatsächlich gelingt es Bernhard Trecksel die vier Fäden fast ganz natürlich miteinander zu verweben. Und alle vier Charaktere hatten ihren Reiz. Am wenigsten konnte ich am Anfang mit Morven anfangen, da sie mir wie der typische Special-Snowflake Charakter erschien. Die Tochter des mächtigsten Mannes der Stadt, ausgebildet zu einer super Kriegerin, mit einer Aussehensbeschreibung wie hübsch sie ist, die aber gleichzeitig betont dass sie absolut nicht hübsch ist. Der Klassiker, möchte man meinen. Aber auch hier hat Bernhard Trecksel mich gewaltig überrascht. In Morven steckt mehr als das besondere Prinzesschen, das viele Geschichten hier und da einfach mal für eine noch irgendwie geartete Lovestory brauchen.
Bernhard Trecksel hat für seine Figuren eine völlig neue Welt gedacht. Eine ziemlich düstere, die, wenn man genauer drüber nachdenkt und sie sich richtig vorstellt, ziemlich beklemmend ist, aber auch eine gewisse Faszination birgt. Nach und nach bekommt man Häppchen zugeworfen, die diese Welt erklären, die sie einen besser verstehen lassen. Wer es nicht gerne blutig mag, ist mit diesem Fantasyroman allerdings schlecht beraten. Denn Trecksel beschreibt Verletzungen, Vergiftungen und Schmerzen sehr sehr plastisch, was aber zur rauen Atmosphäre des ganzen Buches beiträgt. Was dagegen ein wenig hinderlich beim Lesefluss ist sind die endlosen Metaphern. Für jedes Gefühl, jedes Ereignis wird eine Metapher heran gezogen. Schmerzen, die sich anfühlen wie ein Sturm (inklusive detaillierter Beschreibung dieses Sturms) und so weiter. Zwischendurch wirkt das stimmungsvoll, auf 512 Seiten wird es aber schnell anstrengend, wenn man damit so großzügig um sich wirft wie Trecksel.

"Nebelmacher" hat in mir zwischenzeitlich eher gemischte Gefühle hinterlassen, doch nachdem ich es ein Weilchen habe sacken lassen bin ich doch zu dem Entschluss gekommen, dass vier Blümchen durchaus verdient sind. Das Ende schreit förmlich nach einem zweiten Teil und ich bin wahnsinnig gespannt, ob es den geben wird, wann und wie es dann für Clach und die anderen weiter geht.

Aussehen: ♥♥♥♥
 Charaktere: ♥♥♥♥
 Spannung: ♥♥♥♥
 Schlüssigkeit: ♥♥♥
 Emotionale Tiefe: ♥♥♥
 Schreibstil: ♥♥♥♥




Gemeinsam Lesen #35 - Das Jahr der Wunder


 veranstaltet von: Schlunzenbücher


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?



"Das Jahr der Wunder" von Amy Hatvany
Seite 35


2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
Aber jetzt haben sie eine Leber in Aussicht.

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, Zitat, was immer du willst!)
Nach den ganzen Thrillern mal wieder was mit Schmerz und Leid und Leben. Ich hab den Titel gesehen und mir darauf den Klappentext durchgelesen und die Geschichte klang so schön, dass ich es lesen wollte.
Bis jetzt hatte ich zwei Kapitel. Eines aus Sicht von Hannah, der Protagonistin, deren Tochter gerade bei einem Autounfall lebensbedrohlich verletzt wurde. Sie ist Hirntot und nur die Maschinen erhalten das Mädchen am Leben. Nun soll Hannah entscheiden, ob die Organe ihrer Tochter gespendet werden dürfen, weil sie eine seltene Blutgruppe hat.
Darauf folgte ein Kapitel aus Olivias Sicht. Sie ist Mutter eines Mädchens, dass an einer Autoimunkrankheit leidet und direngend in den nächsten Tagen eine neue Leber braucht, wenn sie nicht sterben soll. Die Leber von Hannahs Tochter wäre genau passend.

Ich möchte mir nicht vorstellen in einer der beiden Situationen zu sein. Es muss unglaublich hart sein zu entscheiden die Maschinen abschalten zu lassen und die Organe dann an jemand anderen zu geben und genauso muss es furchtbar sein darauf zu warten, dass das eigene Kind vielleicht doch noch gerettet werden kann und nicht sterben muss. Bis jetzt berührt mich das Buch schon sehr und ich bin gespannt wo es die beiden Frauen noch hinführen wird.

4. Gibt es ein Szenario (egal ob Ort, Geschichte, Person, etc.) dass ihr noch nie in einem Buch gehabt habt, aber gerne mal lesen würdet?
Ah puh. Da fällt mir ganz spontan nichts ein, was ich wirklich gern mal hätte, aber noch nie irgendwo hatte. Mir fehlen so richtig gute Geschichten, die in Venedig (gerade historisch) spielen, aber es ist nicht so, als hätte ich da nicht schon einmal was gelesen. Piraten gehen auch immer sehr gut, aber auch da gibt es sicher einiges. Da bin ich heute wirklich ganz unkreativ.

Wie sieht es denn bei euch da aus? Vielleicht überkommt mich ja die absolute Erleuchtung, wenn ich da euere Meinungen lese.

Liebe Grüße









Cover Monday #27 - Die Fäden der Zeit


Eine Aktion von The emotional Life of Books

Diese Woche hab ich mal wieder auf meinem eigenen Wunschzettel zugeschlagen, was das hübsche Cover angeht +g+ Es ist "Die Fäden der Zeit" geworden!



Das Labyrinth, wie die Bewohner die Slums von Ninurta bezeichnen, ist düster und steckt voller Geheimnisse. Eines davon hütet die 17-jährige Kai - sie kann die Fäden der Zeit sehen und manipulieren. Gemeinsam mit ihrem Bruder Reev lebt sie daher unauffällig, mit dem Ziel, eines Tages das Elend des Labyrinths hinter sich zu lassen. Doch dann verschwindet Reev. Zusammen mit Avan, ihrem einzigen Freund, setzt Kai alles daran, ihren Bruder zu finden. Selbst wenn sie dafür ihr Geheimnis aufs Spiel setzen und die schützenden Mauern der Stadt hinter sich lassen muss...

Abgesehen davon, dass mir die Idee mit den Fäden der Zeit sehr gut gefällt, mag ich auch das Cover sehr. Ich glaube niemand ist ein großer Fan von Spinnenweben, aber wenn man sie sich eben als die Fäden der Zeit vorstellt (und sie glänzen ja auch hübsch genug dafür!), dann find ich die Gestaltung einfach sehr cool :)

Wie gefällt es euch? Euer Fall oder eher nicht?

Liebe Grüße


Monthly Love #1 - 5 Gründe "Der Club der Traumtänzer" zu lieben!

Eine Aktion von Friedelchens Bücherstube

Der Auftakt einer tollen neuen Aktion und wir sind natürlich mit dabei! Es geht darum, einmal monatlich ein Buch "vorzustellen", das einem richtig richtig gut gefallen hat und auf das man andere Leser aufmerksam machen möchte. Denn in der beständigen Flut neuer Bücher gehen viele Schätzchen unter, gerade wenn sie schon ein bisschen älter sind vielleicht.
Die Idee fanden wir so gut, dass wir uns gleich eingeklinkt haben. Den Anfang mache diesen Monat ich, nächsten Monat ist dann Meggie an der Reihe eines ihrer absoluten Lieblingsbücher vorzustellen und euch mit fünf Gründen davon zu überzeugen, weshalb ihr genau dieses Buch unbedingt lesen solltet :)


"Der Club der Traumtänzer" von Andreas Izquierdo

Gabor Schöning sieht gut aus, ist erfolgreich, und die Frauen liegen ihm zu Füßen: Die Welt ist für ihn wie ein großer Süßwarenladen. Außerdem ist Gabor ein Mistkerl. Er schreckt vor nichts zurück, um seine Ziele zu erreichen. Doch dann fährt er mit dem Auto die Direktorin einer Sonderschule an. Und die kennt sich mit Schwererzieh-baren wie ihm bestens aus. Als Wiedergutmachung soll Gabor fünf Sonderschülern Tango beibringen. Das Problem ist nur, dass alle Schüler einen IQ unter 85 und eigentlich keinen Bock auf Tanzen haben. Die Sache gerät außer Kontrolle: Die Kids stellen sein Leben auf den Kopf, sein ärgster Konkurrent wittert die große Chance, ihn aus der Firma zu drängen, und zu allem Überfluss verliebt er sich in eine Frau, die ihm nicht gleich zu Füßen liegt. Als eines der Tangokids schwer erkrankt, setzt Gabor alles auf eine Karte – er wird diesen Jungen retten, egal, was er dabei aufs Spiel setzt. 


5 Gründe, dieses Buch zu lieben:

#1 Die Kinder
Wie der Klappentext schon verrät, handelt es sich bei Gabors Tango-Schülern um Sonderschüler. Kinder, die die Allgemeinheit wohl als "dumm" bezeichnen würde. Sie sind allesamt so unterschiedlich und auf ihre ganz eigene Art einzigartig, haben die verschiedensten Probleme - darunter auch viele, die einfach jeder von uns hat - und können anfangs großteils überhaupt nicht miteinander. Aber trotz aller Unterschiede entwickelt sich eine absolut liebenswerte Gruppendynamik unter den fünf, die mitzuerleben einfach schön war.

#2 Gabor Schöning
Oh Gott war dieser Typ anstrengend, der nackt vor seinem Spiegel tanzt und sich für Gottes Geschenk an die Frauenwelt hält. Ein Karrierehengst und Casanova, wie er im sprichwörtlichen Buche steht. Anfangs war es so schwer irgendwo auch nur einen Funken Sympathie für ihn in sich zu finden. Er geht so überheblich an seine Aufgabe heran, dass man ihm am liebsten auf den Hinterkopf schlagen will für jede dumme Bemerkung, die er macht. Aber im Laufe des Buches erfährt er eine so berührende Entwicklung, dass man plötzlich ganz hin und weg ist.

#3 Die Revidierung von Vorurteilen
Sonderschüler sind dumm. Bei einem IQ von unter 85 hat man es mit Idioten zu tun.
Das ist die Art, auf die Gabor an seine gezwungenermaßen auferlegte Aufgabe ran geht. Aber diese fünf Kinder belehren ihn nach und nach eines besseren. Sie sind ganz normale Menschen, die es einfach etwas schwerer im Leben haben als andere, die deshalb aber nicht weniger liebenswert oder wertvoll sind. 

#4 Die Emotionen
Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, aber vom blanken Genervtsein von Gabor, wie er am Anfang ist, bis hin zu Tränen, die einfach gar nicht mehr aufhören wollten, war alles dabei. Dieses Buch berührt und macht betroffen und nachdenklich und traurig und ist gleichzeitig so so so schön <3

#5 Der Autor
Ja, auch der Autor ist ein Grund dieses Buch zu lieben. Ich habe keine Rezension zu "Der Club der Traumtänzer" verfasst, aber einen Kurzeindruck bei Lovelybooks geschrieben. Daraufhin meldete sich Andreas Izquierdo persönlich bei mir und bedankte sich dafür und erkundigte sich, wie ich diese oder jene Stelle fand. Ganz ohne dass ich ihn irgendwie aufmerksamkeitsheischend darauf aufmerksam gemacht hätte oder so was. Es ist einfach ein richtig schönes Gefühl, wenn man merkt, dass der Autor sich um seine Leser bemüht, Wert auf das Feedback des Einzelnen legt und sogar ganz von sich aus diesen Kontakt herstellt.
Habe ich euch schon überzeugt? ;) Oder habt ihr "Der Club der Traumtänzer" vielleicht schon ganz von allein gefunden? Wenn ja, wie hat es euch gefallen? Ich fand es einfach über alle Maßen schön und traurig zugleich. 

Liebe Grüße


Der harte Schnitt (aka Genrewechsel)

Hallo ihr Lieben :)

Gerade passiert es wieder. Ich habe einen Fantasyroman gelesen, der mich in eine fiktive und einzigartige Welt mitgenommen hat. Ich musste mich in Götter und Kulte dieser Welt eindenken, in ihre politischen Strukturen, in ihre Gepflogenheiten und die Magie, die es dort gab.
Dann ist das Buch vorbei. Was liegt als nächstes auf dem SuB? Oh, ein ganz normaler Roman, der in unserer Welt spielt und nicht ganz 20 Jahre in der Vergangenheit. Keine Magie. Keine Götter. Nur ganz normale Menschen.

"Das Mädchen mit den blauen Augen" empfängt mich gerade sehr freundlich, ich komme gut rein, der Anfang gefällt mir auf Anhieb sehr gut. Aber das ist ja nicht immer so, jetzt mal ganz unabhängig davon, ob das Buch gut ist oder nicht. Denn irgendwie ist der Sprung von Fantasy zurück in unsere Welt (oder lasst es jedes beliebige andere Genre sein, z.B. von Sci Fi auf Liebesroman oder von Historisch auf Thriller) doch irgendwie manchmal ziemlich hart.

Kennt ihr das Gefühl, dass das alte Buch mit völlig anderen Voraussetzungen euch noch gar nicht richtig los gelassen hat und es sich komisch anfühlt, das neue anzufangen?
Wie nehmt ihr das wahr? Ist das ein Problem für euch? Lasst ihr erstmal ein bisschen Zeit verstreichen, um das letzte Buch sacken zu lassen, oder geht ihr auch direkt ans nächste und kämpft euch dann eben durch diesen kurzen Zeitraum der Nachwehen des Vorgängers, bis ihr richtig im neuen Buch drin seid? Oder vielleicht stört es euch ja auch einfach gar nicht? Kann ja auch sein, dass ihr den Kopf sofort wieder frei machen und ins nächste, völlig andere Genre eintauchen könnt :) Da bin ich einfach mal neugierig!

Liebe Grüße!


BR - Tom C. Winter - Welt der Toten




 Titel: Welt der Toten
 Reihe: -
 Autor: Tom C. Winter
 Genre: Thriller
 Verlag: Bastei Lübbe
 ISBN: 978-3404170944
 Seitenzahl: 320 Seiten
 Preis: 8,99€







Ich will trotzdem weiterleben. Weiterleben, solange es geht. Ob ich lebe oder nicht, mag für das Universum keine Bedeutung haben. 
Für mich bedeutet es alles.

Es fängt eigentlich ganz harmlos an. Gedächtnislücken, erste Unkoordiniertheit. Dann verschwindet nach und nach immer mehr die Person, lässt nur das Tier zurück, bis nur noch ein einziger Instinkt es auf den Beinen hält: Hunger. Die Erreger verbreiten sich nicht nur über direkten Kontakt. Sie sind im Wasser. In der Luft. Praktisch jeder trägt sie in sich. Als die Menschheit merkt, dass es sich nicht um eine eindämmbare Epidemie handelt, ist es schon zu spät. Carsten, in einem früheren Leben als es noch Schulen gab einmal Grundschullehrer, gehört zu den wenigen Überlebenden der Katastrophe. Er hält sich an strikte Regeln, die sein Überleben sichern. Und er hat eine Aufgabe: in all dem Chaos will er die Kinder von seiner Klassenliste finden. Wenn er auch nur eines davon finden und ihm helfen kann, hat alles wieder einen Sinn. Carstens gefährliche Suche beginnt...

In der Auswahl was ich als nächstes lese hat "das Zombiebuch" gewonnen, denn es war verdammt heiß und ich dachte mir hey, ein Kerl, der sich durch eine Horde Zombies schnetzelt, kann so anspruchsvoll nicht sein (ohne das abwertend zu meinen!), also ran an den Speck!
In einem Punkt hat das Buch meine Erwartungen erfüllt: besonders anspruchsvoll war es nicht, auch wenn Tom C. Winter sich sehr um tiefgründige Gedanken seines Protagonisten bemüht, über Sein und Nichtsein, das Überleben und das Sterben, die moralischen Bedenken, wenn er jemanden erschießt, der einmal ein Mensch war. Richtig durchkommen tut das leider nicht. Ich hab im Verlauf der ganzen 320 Seiten kein besonderes Gefühl für Carsten entwickelt oder mich großartig in ihn hinein versetzen können. Sympathien? Nicht wirklich. Und das, obwohl seine Aufgabe ja eine durchaus noble ist. Wer denkt als Überlebender schon daran, seine Arbeitskollegen (oder eben Schüler) zu retten? An erster Stelle stünden da sicher Familie und Freunde. Aber Carsten hat sich auf seine Grundschulklasse eingeschossen, weil er glaubt seinem eigenen Überleben damit irgendwie Sinn geben zu können.
Allerdings hat das Buch auch überrascht. Es ist nämlich kein bloßes Protagonist-schnetzelt-sich-durch-Zombies. Natürlich gibt es etliche bedrohliche Situationen, und natürlich bleibt auch das Schießen und Erschlagen nicht aus. Aber Tom C. Winter beschäftigt sich mindestens in eben diesem Maße, wenn nicht sogar noch mehr mit den Konflikten, die sich zwischen der Handvoll Überlebender zwangsläufig ergeben. Vorräte horten oder teilen? Quarantäne für Neulinge, weil man nicht wissen kann, ob sie nicht vielleicht schon infiziert sind? Auch wenn ich zugeben muss, dass auch diese Begegnungen nicht wirklich gefühlvoll waren, so hat Winter sie doch schön raus gearbeitet. Was einem im ersten Moment unverständlich erscheint - hey, immerhin sind wir alle Menschen, wir müssen einander doch helfen, wie kann der Typ sich jetzt wie so ein Arsch aufführen? -, zwingt einem bei genauerem Nachdenken doch die Frage auf: wäre ich in dieser Situation wirklich so vertrauensselig? Oder steckt nicht vielleicht auch etwas von diesem harten Misstrauen in mir, wenn es ums nackte Überleben geht? Ohne zu viel verraten zu wollen hat mir auch sehr gut gefallen, dass in diesem Buch nicht immer alles gut geht und zum Happy End alle fröhlich zusammen sitzen. Das passt einfach auch nicht in das Genre.
Winters Schreibstil war sehr einfach und schlicht, was ja nicht schlecht ist. Es ließ sich wirklich sehr flüssig und gut runter lesen. Aber was unheimlich genervt hat ist wie sehr er betonen musste, dass sein Hauptcharakter Carsten heißt. Anders kann ich mir das nicht erklären. Mindestens jeder zweite Satz enthielt den Namen, frei nach dem Motto: "Carsten tat dieses. Dann tat Carsten jenes. Aufmerksam lauschte Carsten. Alarmiert griff Carsten nach seiner Pistole." und so weiter und so fort. Und davon wiederum war auch noch jeder zweite Satz "Carsten nickte" oder "XY nickte". Am Anfang kann man noch gut darüber hinweg lesen, aber das fährt sich im Laufe des Buches so fest, dass es mir richtig aufgestoßen ist. Ein bisschen sprachliche Variation hätte ich schon erwartet, und sei es nur mal "er ging irgendwohin" statt Carsten. 

Eine tolle Grundidee mit wirklich gut durchdachter Hintergrundgeschichte, wie es überhaupt zu dieser Zombie-Epidemie gekommen ist, die mich vom Schreibstil her gegen Ende hin aber so genervt hat, dass es dicken Punkteabzug gibt. Bleiben immer noch 3 Blümchen für "Welt der Toten" mit Carsten (Himmel, ich kann diesen Namen nicht mehr lesen) - für zwischendurch und Menschen mit sprachlich starken Nerven ist es durchaus lesenswert.


Aussehen: ♥♥♥♥
 Charaktere: ♥♥♥
 Spannung: ♥♥♥
 Schlüssigkeit: ♥♥♥
 Emotionale Tiefe: ♥♥
 Schreibstil: ♥♥






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