[Gemeinsam Lesen #91] Eine Insel

 veranstaltet von: Schlunzenbücher

Guten Morgen!

Nach langer Zeit endlich mal wieder ein Gemeinsam Lesen :) Ich leg einfach mal los, diese Woche mit meinem ersten Terry Pratchett, der mir von einer Kollegin empfohlen wurde.

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?


"Eine Insel" von Terry Pratchett
Seite 353

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
Und in der Zwischenzeit hämmerten Milo und Pilu unten am Feuer geheimnisvollerweise auf leere Blechdosen aus der Kombüse der Judy ein.

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, Zitat, was immer du willst!)
Wie gesagt handelt es sich um meinen ersten Roman von Terry Pratchett und da ich mich erstmal vorsichtig rantasten wollte, wollte ich nicht gleich mit einem "Herzlichen Glückwunsch, hier sind 3434355 Scheibenwelt-Romane"-Buch anfangen, sondern vielleicht mit was Kleinerem. Eine Kollegin aus der Kinderbücherei, wo ich gerade eingesetzt bin, die langjähriges Mitglied im Pratchett Fanclub ist, hat mir dann "Nation" empfohlen, oder zu Deutsch: "Eine Insel". Und darum geht's:

Mau, ein dreizehnjähriger Junge eines Eingeborenenstammes von den Muttertagsinseln, ist gerade auf der "Jungeninsel", wo er sich einen Monat lange alleine durchschlagen und ein Kanu bauen muss, um zu seiner Heimatinsel zurückzukehren. Dies ist das Ritual, das alle Jungen seines Stammes durchlaufen, um Männer zu werden. Doch seine Rückkehr wird durch eine riesige Flutwelle vereitelt, die ihn beinahe mit sich reißt - und sein ganzes Dorf zerstört hat. Niemand, den er je gekannt hat, ist mehr übrig. Dafür trifft er auf das "Geistermädchen" Daphne - eine Prinzessin der Hosenmenschen -, die mit der Sweet Judy Schriffbruch auf seiner Insel erlitten hat. Gemeinsam mit anderen Überlebenden, die nach und nach auf der Insel eintrudeln, gründen sie ein neues Dorf. Alte, Frauen, Kinder, eine Handvoll erwachsener Männer. Aber als wäre für das Überleben anderer verantwortlich zu sein noch nicht genug Verantwortung auf den Schultern eines Dreizehnjährigen, lauern überall  weitere Gefahren.

Ich liebe Mau. Wirklich, er ist ein so grundlegend sympathischer Protagonist, dass ich jetzt schon ein bisschen darum weine, dass das Buch nur noch knapp 90 Seiten hat und ich danach nicht mehr von ihm und Daphne haben kann ._. Haaw. Also ich bin mir sehr sicher, dass das nicht mein letzter Pratchett ist.

4. Hörst du gerne Hörbücher? Und ist Hörbücher hören für dich gleichwertig wie lesen?
Ja und Nein.
Ja, ich höre manchmal ganz gerne Hörbücher. Zum Beispiel wenn ich nach Hause gehe, weil es sich einfach nicht empfiehlt im Straßenverkehr mit einem Buch vor der Nase her zu laufen. Oder wenn ich morgens in der Bücherei die zurück gekommenen Bücher einsortiere. Das ist geistig nicht so ausfüllend, dass man dabei nicht auch gut eine Geschichte hören könnte (zuletzt Artemis Fowl). Oder beim Kontrollieren unserer Klassensätze und dem Auswischen der Kisten. So vergleichsweise stupide Arbeiten werden plötzlich viel viel angenehmer, wenn man dabei ein Hörbuch hören kann!

Trotzdem hat für mich persönlich, wenn es um mich geht, lesen einen höheren Stellenwert. Das ist einfach eine subjektive Einschätzung :) Es braucht einfach noch viel mehr Fantasie und die ist völlig frei, weil man nicht mal durch eine bestimmte Stimme in eine Richtung gelenkt wird wie man sich den Charakter vorzustellen hat.
Wie geht es euch damit?

Liebe Grüße




[Buch] Jens Lubbadeh - Unsterblich




 Titel: Unsterblich
 Reihe: -
 Autor: Jens Lubbadeh
 Genre: Science Fiction
 Verlag: Heyne
 Seitenzahl: 444 Seiten
 Preis: 14,99€








Vielen Dank an das Randomhouse Bloggerportal, den Heyne Verlag und seine Pressereferentin Franziska Amann für dieses Rezensionsexemplar!

"Wovor bist du geflohen?"
Sie zuckte mit den Schultern. "Ichweiß es nicht. Vor der Langeweile? Vor dem Gewöhnlichen? Bücher haben in mir solch starke Emotionen hervorgerufen, da konnte die Realität nicht mithalten."

Benjamin Kari ist Versicherungsagent und als solcher überprüft er die Ewigen von bedeutenden Persönlichkeiten auf ihre Authentizität. Denn der Traum der Menschheit hat sich verwirklicht. Der Tod ist nur noch eine Art Formalität, nach seinem Ableben kann jeder, der es sich leisten kann, vom Konzern Immortal einen sogenannten Ewigen von sich erschaffen lassen, der dann auf Basis seiner Lebensdaten sein Leben fortführt und seinen Angehörigen ein Trost ist. Besonders beliebt sind Ewige von berühmten Persönlichkeiten. So sehr sie ihren Vorbildern aber auch ähneln, sie sind gewissen Beschränkungen unterworfen: eine sogenannte Todessperre hält sie davon ab, sich mit allen Ereignissen rund um ihren Tod auseinanderzusetzen und unerwartete Verhaltensmuster werden unterbunden. Doch dann verschwindet plötzlich der Ewige von Hollywoodstar Marlene Dietrich - und gleichzeitig taucht ein ehemaliger Mitarbeiter von Immortal auf und behauptet, Immortal habe Marlene Dietrich ermordet. Die ganze Welt gerät in Aufruhr, denn eigentlich sollen Ewige doch genau das sein: ewig. Das Versprechen auf ewiges Leben bröckelt und ausgerechnet Kari soll der Sache auf den Grund gehen...

Angefangen beim Cover, das mich jedes Mal wenn ich daran vorbei gegangen bin, fast magisch angezogen hat, bis hin zum Szenario, das der Klappentext wirft, hat auf den ersten Blick alles für mich an diesem Buch gestimmt. Und das, obwohl ich überhaupt kein Fan von Science Fiction bin.
Immortal muss man sich als einen Großkonzern wie vielleicht Google vorstellen, der das Monopol auf die sogenannte Ewigen-Technologie besitzt. Jeder Mensch, der es sich leisten kann, trägt sein Leben lang einen sogenannten Lifetracker, der alle möglichen Daten und Erinnerungen aufzeichnet. Nach seinem Tod werden diese Lifetracker ausgelesen und auf Grundlage der ein Leben lang gesammelten Daten wird eine Art Hologramm erschaffen, das den Platz des Verstorbenen einnimmt. Sie erscheinen unheimlich authentisch, als wäre der Mensch noch immer bei seiner Familie, doch berühren kann man sie nicht. Und ihren Horizont erweitern können sie auch nicht - sie werden für immer so bleiben wie sie am Tag ihres Todes waren. Wer es sich nicht leisten kann, kann Immortal praktisch seine Seele verkaufen. Ein Grundeinkommen wird der Familie belassen, alles was darüber hinaus verdient wird, wandert in die Tasche des Konzerns und das das ganze Leben lang. Aber den meisten Menschen ist die Unsterblichkeit dieses Opfer wert.
Am Anfang ist Kari Teil dieser Maschinerie, auch wenn es ihm gar nicht so klar ist. Er arbeitet für eine Tochterfirma von Immortal und ist dabei geradezu blauäugig. Ja, natürlich gibt es da diese Geschichten, aber Immortal würde doch nicht wirklich... Es war spannend Kari auf seiner Reise - oder soll ich lieber sagen bei seinem Fall? - auf den Boden der Tatsachen zu begleiten. Er wehrt sich lange, aber die Hinweise häufen sich und die Journalistin Eva lässt nicht locker, sie zusammenzutragen und Kari zu überzeugen. Gemeinsam mit dem anfangs vermeintlich verrückten Whistleblower versuchen sie das Geheimnis um Marlene Dietrichs verschwundenen Ewigen aufzuklären und riskieren dabei nicht nur die Grundfeste ihres eigenen Glaubens umzustoßen, sondern oft auch ihr Leben.
Eine spannende und auch sehr actionreiche Story, die aber mit kleinen Logiklücken aufwartet. Die Ewigen-Technologie ist noch jung und man merkt, dass Jens Lubbadeh sich viele Gedanken zu Einzelheiten gemacht hat. So können Ewige z.B. nur mit speziellen Kameras aufgenommen werden, was besonders in der Filmindustrie zum Tragen kommt. Ewige von Personen, die aufgrund ihrer frühen Lebensdaten (eben z.B. Marlene Dietrich oder John F. Kennedy) keine Lifetracker tragen konnten, wurden aufgrund von öffentlichem Filmmaterial, persönlichen Aufzeichnungen und Erinnerungen von Zeitzeugen konstruiert. Ewige regieren sogar Länder (Helmut Schmidt ist zum zigsten Mal als deutscher Bundeskanzler gewählt worden). Man kann Avatare zur Arbeit schicken, auch wenn das nicht zum guten Ton gehört. Aber weder Avatare noch Ewige können irgendetwas oder irgendjemanden anfassen - also zumindest ich könnte auf diese Art meine Arbeit nicht machen.

Trotzdem überwiegen die ungewöhnliche und spannende Geschichte die Kleinigkeiten. Diese Geschichte hat alles: Futurismus, raffgierige Großkonzerne, Whistleblower, hartnäckige Journalisten, die die Wahrheit aufdecken wollen. Von mir gibt es dafür vier Blümchen!


Aussehen: ♥♥♥♥♥
 Spannung: ♥♥♥♥
 Schlüssigkeit: ♥♥♥♥
 Emotionale Tiefe: ♥♥♥
 Schreibstil: ♥♥♥♥




[Zitat #51] Eine Insel

"Das ist ein Trick!", sagte er, ohne nachzudenken.
"Nicht so laut!", erwiderte Nawi und blickte sich zum Strand um. "Natürlich ist es ein Trick. Ein Kanu zu bauen ist ein Trick. Einen Speer zu werfen ist ein Trick. Das ganze Leben ist ein Trick, und du bekommst nur eine Chance, ihn zu lernen."
("Eine Insel" von Terry Pratchett, Seite 61)

[Geblubber] Wenn alles so dahin plätschert



Aufstehen.
Arbeiten.
Essen.
Schlafen.

Mit ein bisschen Glück irgendwo dazwischen noch ~20 Seiten lesen. Am besten während man sich mit gefühlt 500 anderen Menschen in völlig überfüllte Straßenbahnen quetscht. Und dann wieder von vorne anfangen.

Aufstehen.
Arbeiten.
Essen.
Schlafen.

Es ist erschreckend, wie schnell sich so was einschleift. Und wie wenig es einem auffällt, dass man dabei so viele Sachen rechts und links liegen lässt, die einem eigentlich Freude machen. Wie zum Beispiel das Bloggen. Oder sich einfach mal eine Stunde ins Bett legen und nicht bloß zwischen Tür und Angel lesen. Schwupps sind zwei Monate rum, ohne dass man es gemerkt hat.

Dieser ewige Kreislauf, bei dem man nicht groß nachdenken muss und einfach funktionieren kann, ist aber nicht dafür gemacht irgendwas aufzufangen, wenn es aus den Fugen gerät. Gerade fällt mir die Decke auf den Kopf und ich brauche etwas, das mich auf andere Gedanken bringt. Ich gebe zu, ich habe mich ein bisschen erschrocken als ich festgestellt habe, dass hier schon wieder fast zwei Monate alles brach liegt. Ich brauche einfach wieder einen Ausgleich zur Alltagsschleife und deshalb will ich mich dieses Wochenende wieder dem Blog hier widmen. Die Leselisten, -challenges und -statistiken wieder auf den aktuellen Stand bringen. Vielleicht sogar schon mal wieder eine Rezension schreiben, auch wenn ich das gerade noch nicht für heute oder morgen garantieren kann.

In jedem Fall wird's hier jetzt wieder weitergehen und ich hoffe ihr verzeiht uns diese unangekündigte Pause <3

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende!


[Hörbuch] J. K. Rowling - Harry Potter und der Stein der Weisen




 Titel: Harry Potter und der Stein der Weisen
 Reihe: Harry Potter
 Autor: J. K. Rowling
 Sprecher: Rufus Beck
 Genre: Fantasy Jugendbuch
 Verlag: Der Hörverlag
 ISBN: 9783867176514
 Laufzeit: 575 Minuten
 Preis: 29,95 €


Eigentlich hatte Harry geglaubt, er sei ein ganz normaler Junge. Zumindest bis zu seinem elften Geburtstag. Da erfährt er, dass er sich an der Schule für Hexerei und Zauberei einfinden soll. Und warum? Weil Harry ein Zauberer ist. Und so wird für Harry das erste Jahr in der Schule das spannendste, aufregendste und lustigste in seinem Leben. Er stürzt von einem Abenteuer in die nächste ungeheuerliche Geschichte, muss gegen Bestien, Mitschüler und Fabelwesen kämpfen. Da ist es gut, dass er schon Freunde gefunden hat, die ihm im Kampf gegen die dunklen Mächte zur Seite stehen.

Natürlich habe ich dieses Buch nicht diesen Monat zum ersten Mal gelesen. Auch die Hörbücher habe ich natürlich schon einmal gehört, aber irgendwie haben mich die Phantastischen Tierwesen wieder in einen vollkommenen Rausch versetzt und so habe ich mir die illustrierte Ausgabe des ersten Bandes angeschaut und mich dazu von Rufus Beck zurück in meine Kindheit entführen lassen.
Es gibt Autoren und Geschichten, die für mich mit dem Erwachsen werden ihren Zauber verloren haben. Ich habe Kai Meyer Bücher immer geliebt, doch irgendwann wirkten die Geschichten nicht mehr so gut konstruiert und die Liebesgeschichten einfach vorhersehbar. Zum Glück ging es mir mir Harry keine Sekunde lang so.
Es ist so lange her, dass ich die Bücher gelesen habe, dass tatsächlich immer wieder Dinge erwähnt wurden, die mir gar nicht mehr so bewusst waren und dass, obwohl ich durch mein RPG-Dasein ja nie wirklich aus der Thematik Harry Potter hinausgekommen bin.
Ich mag die alten Cover der Bücher und finde es schön, dass man für die CDs die charakteristische Zeichnung von Harry genommen hat, allerdings habe ich das ganze über Audible gehört, wo sie die neuen Ausgaben von Pottermore haben und diese Cover finde ich noch schöner. Zwar ist Harry da nicht mehr mit drauf, dafür gefallen mir die Zeichnungen total gut. Das gilt übrigens auch für die illustrierte Ausgabe. Die ist einfach mit so viel Liebe zum Detail gestaltet, nur leider ist das Format dadurch auch sehr unangenehm zum Lesen. Dafür macht sie sich großartig auf dem Regal, besonders, seit die zweite auch dazu gekommen ist.
Sofort habe ich mich in alle Charaktere noch einmal verliebt. Rowling hat eine solche Vielfalt geschaffen, die so unterschiedlich handelt und denkt. Ich finde Harry als Protagonisten noch immer von Zeit zu Zeit anstrengend, doch im ersten Band ist er ja noch nicht so anstrengend wie später, wenn er alle immer wegschicken will, weil es zu gefährlich für sie ist. Ich hab mich einmal mehr darüber gewundert wie Hermine es geschafft hat mir so ans Herz zu wachsen, wo sie am Anfang doch wirklich schrecklich nervtötend war. Doch auch die Figuren, die nur am Rande auftreten sind schon zu diesem Zeitpunkt so liebevoll beschrieben, dass es ganz leicht fällt, sich ein Bild von ihnen zu machen. Ich muss zugeben, dass ich viele Charaktere beim Hören inzwischen als die Schauspieler sehe, die sie in den Filmen dargestellt haben, einfach weil ich die so oft gesehen habe, doch ich weiß noch, dass ich den Cast damals schon sehr gut gewählt fand.
Obwohl ich zumindest den groben Ablauf der Geschichte inzwischen in und auswendig kenne, fand ich es spannend zuzuhören. Das lag aber vor allem auch am Sprecher. Ich habe selten jemanden gehört, der Stimmen so großartig unterschiedlich und passend gestalten kann. Rufus Beck verleiht jedem seine ganz eigene Nuance und trifft damit die Charaktere einfach großartig. Ich könnte ihm einfach Stunden beim Lesen zuhören und durch seine Interpretation der Geschichte sind die Bücher für mich noch einmal zu etwas ganz besonderem geworden. Um allerdings fair und auch realistisch zu bleiben, muss ich gestehen, dass Rufus Beck an einigen Stellen Namen oder auch andere Worte etwas seltsam betont, doch darüber kann man beim Rest wirklich hinwegsehen, vor allem, da die Hörbücher ungekürzt sind und der Hörer nichts der eigentlichen Geschichte verpasst.

Bevor ich nun noch weiter in Schwärmerei verfalle, mache ich es kurz und knapp: So sollte die Hörbuchumsetzung eines Buches sein! Ein Sprecher, der an den richtigen Stellen Nuancen setzt und die Charaktere zum Leben erweckt, der mich mit seiner Stimme zu fesseln weiß und dem man vielleicht sogar seinen Spaß an der Arbeit anhören kann. Rundum gelung und ein unvergessliches Meisterwerk!


Aussehen: ♥♥♥♥
 Charaktere: ♥♥♥♥♥
 Spannung: ♥♥♥♥♥
 Schlüssigkeit: ♥♥♥♥
 Emotionale Tiefe: ♥♥♥♥
 Sprecher/in: ♥♥♥♥♥



[Zitat #50] Unsterblich

"Wovor bist du geflohen?"
Sie zuckte mit den Schultern. "Ich weiß es nicht. Vor der Langeweile? Vor dem Gewöhnlichen? Bücher haben in mir solch starke Emotionen hervorgerufen, da konnte die Realität nicht mithalten."
("Unsterblich" von Jens Lubbadeh, Seite 210)

[Gemeinsam Lesen #90] Unsterblich

 veranstaltet von: Schlunzenbücher

Guten Morgen!

Schon wieder Dienstag, schon wieder Zeit für eine neue Buchvorstellung im Rahmen von Gemeinsam lesen :) Irgendwie freu ich mich auch in der 90. Runde (da wir uns die Aktion ja teilen für mich Pi mal Daumen das 45. Mal) immer noch, euch mein Buch zu zeigen und dafür in euren zu stöbern und vielleicht was Neues, Interessantes zu finden. Los geht's!

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?




"Unsterblich" von Jens Lubbadeh
Seite 188

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
Valot hatte ein zartes Gesicht, sehr schmal, feine Lippen.

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, Zitat, was immer du willst!)
Jens Lubbadeh zeichnet eine Zukunftsversion, in der (fast) jeder Mensch einen sogenannten Lebenstracker trägt. Ein kleines Armband am Handgelenk, das sämtliche Lebensdaten erfasst: Erinnerungen, Reaktionen, Charakterzüge. Stirbt man, so ist es mit Hilfe dieser Daten dem großen Konzern "Immortal" möglich, einen sogenannten Ewigen von einem zu erschaffen. Eine aus Computercodes generierte, beinahe lebensechte Kopie des Verstorbenen. Zwar existieren diese Ewigen nur virtuell, aber mit Hilfe eines mittlerweile gesetzlich vorgeschriebenen Gehirnchips erscheinen sie so real wie echte Menschen, mit der kleinen, aber feinen Ausnahme, dass Ewige nichts Physisches berühren können. "Immortal" nennt das die "Blended Reality", eine Mischung aus echter Welt und Virtual Reality.
Eine solche Immortalisierung ist natürlich alles andere als günstig, weshalb viele Menschen ihr ganzes Leben für Immortal schuften, um ihren Angehörigen nach ihrem Tod einen Ewigen ihrer selbst hinterlassen zu können. Die "Unsterblichkeit" in Form einer digitalen Wiederauferstehung ist die neue Religion der Menschheit - bis plötzlich der Ewige von Marlene Dietrich verschwindet. Unsicherheit und Unruhen breiten sich aus. Ewige sind doch bloß programmierte Codes, sie können nicht einfach unvorhergesehen verschwinden. Gerüchte kommen in Umlauf, Marlene Dietrichs Ewiger sei ermordet worden. Also doch keine Unsterblichkeit durch die Immortalisierung? Ausgerechnet der Ewigen-Zertifizierer Benjamin Kari wird von seiner Firma, Fidelity, auf den Fall angesetzt. Und so wie sich die öffentliche Lage entwickelt hängt weit mehr daran, als eine berühmte Schauspielerin wieder aufzutreiben.

Das war eine viel ausführlichere Inhaltsbeschreibung als ich eigentlich vor hatte, aber irgendwie ist es ja auch ein recht komplexes System, das man ein bisschen erklären muss :) Immortalisierung, Lebenstracker, Blended Reality, Ewige, Avatare... Bis jetzt unterhält mich das Buch sehr gut und man merkt, dass Jens Lubbadeh sich über viele Details Gedanken gemacht - über andere dagegen nicht so sehr (z.B. kann man seinen digitalen Avatar zur Arbeit schicken, der kann aber wie ein Ewiger nichts berühren. Also zumindest ich könnte so meine Arbeit gar nicht erledigen). Ich bin jedenfalls gespannt wo Ben sein Weg noch hin führt!

4. Schaffst du es 3 Monateohne Buchkauf auszukommen? Wenn nein, warum?
Die Antwort darauf lautet mittlerweile tatsächlich: Ja. Ja, ich komme 3 Monate aus, ohne ein Buch zu kaufen.
Bei mir muss die Frage nicht "wenn nein, warum?" lauten, sondern "wenn ja, warum?". Ihr wisst ja, ich arbeite in einer öffentlichen Bücherei und habe dort Zugang zu so unheimlich vielen Romanen, Jugend- und Sachbüchern, dass bei mir in den letzten drei Jahren einfach der Drang selber zu kaufen rapide abgenommen hat. Ich kaufe jetzt nur noch, was ich wirklich ganz dringend brauche (bis ein Buch in der Bücherei im Regal angekommen ist, dauert es schon mal seine Zeit) oder was ich so schön fand, dass ich es gerne selber in meinem Regal hätte. Alles andere beziehe ich also quasi täglich von meiner Arbeitsstelle. Traumjob, kann ich nicht anders sagen!

Wie sieht es bei euch aus? Buchkaufteufel oder könnt ihr auch mal ganz gut abstinent sein? ;)
Liebe Grüße und einen schönen Dienstag wünsche ich euch!




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