Gemeinsam Lesen #9


 veranstaltet von: Weltenwanderer & Schlunzenbücher


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?


"Die Augen der Heather Grace" von David Pirie
Seite 212


2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
Dies hier war nichts von alledem. 


3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, Zitat, was immer du willst!)
Dieses Mal ist es wirklich gemeinsam lesen, denn Meggie und ich haben uns extra mal dasselbe Buch vorgenommen, um was zusammen zu lesen! :D
Bis jetzt hab ich noch nicht ganz verstanden, worauf der Erzähler - Arthur Conan Doyle selbst - mit seiner Geschichte hinaus will. Viel mehr reihen sich hier kleinere Begebenheiten aneinander. Den roten Faden hab ich immer noch nicht gefunden, obwohl sich das Buch schon dem Ende neigt - aber es ist wirklich angenehm zu lesen und schön geschrieben.
Und obwohl ja gesagt wird, dass Doyle seinen berühmten Detektiv an Dr. Bell angelehnt hat, hat man mitunter den witzigen Eindruck, dass man tatsächlich schon eine Holmes - Watson Geschichte liest, mit Dr. Bell als Sherlock Holmes und Arthur Conan Doyle als Watson.
Gefällt mir also echt gut bis hierhin, vielleicht find ich den roten Faden ja auch noch! :)

4.  Wie wichtig ist euch das Cover? Beeinflusst es euch beim Kaufen oder ist es komplett egal? Wie gefällt euch das Cover eures aktuellen Buches? Sollte es zum Inhalt passen?
Ich persönlich kaufe selten gezielt Bücher. Ich gehe in die Buchhandlung und stöbere einfach mal und da springt einem natürlich immer als erstes das Cover ins Auge. Das Cover hat also schon erheblichen Einfluss darauf, ob ich das Buch aus dem Regal und in die Hand nehme oder dran vorbei gehe, das kann man einfach nicht leugnen.
Allerdings kommt es dann doch sehr auf den Inhalt an. Wenn der mich nicht anspricht, dann geb ich dem Buch in der Regel auch keine Chance, egal wie hübsch das Cover ist.

Das Cover zu "Die Augen der Heather Grace" gefällt mir außerordentlich gut, da ich sehr viel für den viktorianischen Stil übrig habe und es passt in diesem Fall auch toll zum Inhalt - immerhin geht es um eine junge Dame aus gutem Hause und das ganze spielt sich natürlich im viktorianischen England ab.
Generell mag ich es sehr, wenn das Cover auch zumindest einen vagen Bezug zum Inhalt hat, aber es ist nicht schlimm, wenn man den Bezug erst im Laufe des Buches erkennt. Es muss also für mich nicht platt und direkt sein, es darf auch einen versteckten Bezug haben :)

BR - Hannah Kent - Das Seelenhaus







Gebundene Ausgabe
Erschienen am: 21. August 2014
Verlag: Droemer HC
ISBN:  978-3426199787
Seitenzahl: 384 Seiten
Preis: 19,99€







Einer der Männer beugte sich zu mir und zog mich vom Boden hoch, als würde er eine Distel ausreißen, die an einer Stelle Wurzeln geschlagen hat, an der sie nichts verloren hat. Erst dann bemerkte ich die Menschenmenge, die sich versammelt hatte. Zuerst verstand ich nicht, warum diese Leute, Männer wie Frauen, bewegungslos dastanden und mich schweigend anstarrten. Schließlich begriff ich, dass sie gar nicht mich anstarrten. Ich, das waren zwei tote Männer. Ich, das war ein brennender Hof. Ich war ein Messer. Ich war Blut.

Island in den späten 1820er Jahren. Zwei Frauen und ein Mann werden zum Tode verurteilt. Sie sollen den Heilkundigen Natan Ketilson und einen seiner Freunde des nachts erschlagen, erstochen und anschließend Natans Hof in Brand gesteckt haben.
Eine der Verurteilten ist Agnes Magnusdottir. In dem entlegenen Fleckchen Erde, in dem die Tat stattgefunden hat und deshalb auch das Urteil verstreckt werden soll, mangelt es an einem richtigen Gefängnis. Doch irgendwo müssen die Gefangenen bis zu ihrer Hinrichtung untergebracht werden. Also verteilt man sie auf die umliegenden Bauernhöfe, wo sie so lange arbeiten und Buße tun sollen. Agnes teilt man dem Kornsáhof zu, auf dem Dienstmann Jón mit seiner Familie lebt. Und sie sind sich einig: keiner von ihnen will eine Mörderin im Haus haben. Je länger Agnes allerdings bei der Familie wohnt und für sie arbeitet, desto mehr muss diese erkennen, dass sie es sich reichlich einfach gemacht hat, Agnes einfach zu verurteilen. Nach und nach entdecken vor allen Dingen Jóns Frau Margaret, ihre Tochter Steina und Pfarrvikar Tóti, den Agnes zu ihrem geistigen Beistand bestellt hat, dass mehr hinter dieser geheimnisvollen, stillen Frau steckt. Und der Tag der Hinrichtung rückt immer näher...

Historische Romane, die auf wahren Begebenheiten beruhen oder zumindest von diesen inspiriert sind, haben immer einen ganz besonderen Reiz für mich. Besonders wenn es um Themen, Epochen oder Ereignisse geht, die ich vorher vielleicht gar nicht auf dem Schirm hatte, die aber doch sehr interessant klingen.
So war es bei Hannah Kents "Das Seelenhaus". Mit Island habe ich mich noch nie besonders viel beschäftigt, weder historisch betrachtet, noch aus heutiger Sicht. Es ist ein raues Land, unwirtlich könnte man von außen meinen, aber mit ganz eigentümlicher Schönheit, in das Hannah Kent ihre Leser entführt. Sie erspart uns langatmige, seitenlange Landschaftsbeschreibungen, zu denen sicher Gelegenheit bestanden hätte, und schafft es trotzdem die Atmosphäre des Tals rüber zu bringen, in dem die ganze Geschichte spielt. Weit verstreute Bauernhöfe, daraus resultierend weite Wege, um überhaupt zum nächsten Nachbarn zu gelangen, und wiederum daraus resultierend eine gewisse Einsamkeit. Ein beklemmender Gedanke in dieser Einsamkeit mit einer Mörderin zusammenleben zu müssen, weil der Landrat es befiehlt.
Abwechselnd begleitet man die unterschiedlichen Charaktere, beispielsweise Pfarrer Tóti oder Margaret und natürlich Agnes. Agnes ist hierbei die einzige, die in der Ich-Form erzählt, was eine besondere Nähe zu ihr schafft. Man bekommt mit, wie sie von aller Welt behandelt, angesehen und verurteilt wird. Hannah Kent gelingt es mit Agnes eine sehr facettenreiche Protagonistin zu erschaffen, in die man sich trotz ihrer etwas eigenen Art sehr gut einfühlen kann, schwankend zwischen Resignation, Angst und Verzweiflung. Aber auch die übrigen Charaktere sind gut gelungen, mit verständlichen Sorgen, Ängsten und Motivationen.
Bis kurz vor Schluss bleibt offen, ob Agnes im Sinne der Anklage schuldig ist. Ob sie dabei geholfen hat, Pétur und Natan den Schädel einzuschlagen und sie zu erstechen und ob sie tatsächlich das Feuer gelegt hat, um Spuren des Mordes zu verwischen. Umso bemerkenswerter fand ich, wie sehr mir Agnes ans Herz gewachsen ist, obwohl nicht von Anfang von ein rechtschaffenes "zu Unrecht verurteilt" über dem ganzen schwebte.
"Das Seelenhaus" ist eines jener Bücher, die bereits im Klappentext verraten, was am Ende stehen wird. Man weiß es eigentlich das ganze Buch über und trotzdem hat man die vage und irgendwie doch drängende Hoffnung, dass der Plot sich anders entwickelt. Dass es vielleicht doch ein Happy End in letzter Minute gibt. Aber darum geht es in der Geschichte von Agnes Magnusdottir überhaupt nicht. Es geht um die letzten Wochen und Monate einer bemerkenswerten Frau - der letzten, an der in Island die Todesstrafe vollstreckt wurde.

Hannah Kent gibt an, sehr detailliert recherchiert, sämtliche Aufzeichnungen und Überlieferungen über die historische Agnes gewälzt und die Geschichte so gut es geht rekonstruiert zu haben und sie dort, wo sie nicht eindeutig nachzuvollziehen war, mit 'historischen Wahrscheinlichkeiten' gefüllt zu haben, wie sie es nennt. Ob Agnes Magnusdottir nun wirklich so war wie in diesem Buch beschrieben, ob sie Natan Ketilson tatsächlich umgebracht hat oder ob sie zu Unrecht verurteilt wurde - wir werden es vielleicht nie erfahren. Dennoch - oder vielleicht gerade deswegen - war "Das Seelenhaus" einfach ein emotional sehr intensives und packendes Buch, wofür es von mir fünf Blümchen gibt.


Aussehen: ♥♥♥♥ 
Charaktere: ♥♥♥♥♥ 
Spannung: ♥♥♥♥ 
Schlüssigkeit: ♥♥♥♥♥ 
Originalität: ♥♥♥♥ 
Emotionale Tiefe: ♥♥♥♥♥ 
Schreibstil: ♥♥♥♥♥



Zitat #4 - Das Seelenhaus

Agnes Magnusdottir erzählt, wie sie Natan, wegen dessen Mordes sie verurteilt wurde, kennen und lieben lernte. Die beiden unterhalten sich über Gott und den Himmel:

"Ich glaube nicht an den Himmel", sagte Natan.
Ich war schockiert. "Wie kann man nicht an den Himmel glauben?"
"Weil er eine Lüge ist. Der Mensch hat Gott erschaffen aus Angst vor dem Tod."
"Wie kannst du nur so etwas sagen?"
Er wandte mir sein Gesicht zu, Eiskristalle im Haar. "Agnes, tu nicht so, als wärest du anderer Meinung. Das hier ist alles, was es gibt, und du weißt es. Das Leben ist hier, in unseren Venen. Es gibt den Schnee und den Himmel und die Sterne und die Dinge, die sie uns erzählen, aber mehr nicht. Alle anderen sind einfach blind. Sie wissen nicht, ob sie leben oder schon tot sind."
"So schlimm sind sie nicht."
"Agnes, du tust so, als würdest du mich nicht verstehen, dabei weißt du genau, was ich meine. Wir sind von derselben Art." 
("Das Seelenhaus" von Hannah Kent, Seite 250)  

TTT - Top Ten Thursday #6


Der erste Top Ten Thursday dieses Jahr für uns! :)
Und er ist auch passend dazu gleich nochmal ein kleines Rückblick auf das alte Jahr, denn das dieswöchige Thema lautet:

10 Highlights aus 2014

Ich beschränke mich dabei jetzt aber nicht ausschließlich auf 2014 erschienene Bücher, sondern die, die ich 2014 gelesen hab. Los geht's, in unspezifischer Reihenfolge:


Eoin Colfer - "Der Tod ist ein bleibender Schaden"
Jo Baker - "Im Hause Longbourn"


 

Eoin Colfer - "Hinterher ist man immer tot"
Andreas Izquierdo - "Der Club der Traumtänzer"



Robert Low - "Runenschwert"
Lyndsay Faye - "Der Teufel von New York"



Eve de Castro - "Das Schloss der verlorenen Träume"
Antonio Fian - "Das Polykrates-Syndrom"



Martin Davies - "Wiedersehen in Hannesford Court"
Johanna Holmström - "Asphaltengel"










BR - Tracy Chevalier - Die englische Freundin

Gebundene Ausgabe 
Erschienen am: 28. Oktober 2013
Verlag: Knaus
ISBN: 978-381350595
Seitenzahl: 368 Seiten 
Preis: 19,99 €
"Wollte sie auf diese Weise verhindern, dass die entflohenen Sklaven in ihrem Kopf zu Menschen aus Fleisch und Blut wurden? Ohne Namen würden sie leichter wieder aus ihrem Gedächtnis und ihrem Leben verschwinden. Sie dachte an den namenlosen Mann, der im Wielandwald begraben lag.
Suche auch in dieser Frau nach ihrem Anteil vom Licht, ermahnte sich Honor, denn er ist da, genau wie bei jedem anderen Menschen."

Honor Bright wurde als eines von vier Kindern in eine englische Quäkerfamilie geboren. Sie wuchs in dem Glauben auf, dass alle Menschen vor dem Herren gleich sind. Sie hält sich streng an die Regeln der Gemeinschaft. Sie lügt nicht, trinkt keinen Alkohol und hilft, wo sie kann. Sie besitzt ein Talent für das Nähen von Quilts, die bei den Quäkern besonders wichtig sind. Ihre Finger sind geschickt im Umgang mit der Nadel und sie fügt Stoffe zu wundervollen Mustern zusammen. Kurz vor ihrer Hochzeit verlässt der Auserkorene sie allerdings für eine andere Frau, die nicht einmal eine Quäkerin ist und wird so sogar aus der Gemeinschaft ausgeschlossen. Ihr Verlust macht es ihr schwer weiter in ihrem gewohnten Umfeld zu leben und in ihr wächst der Wunsch Abstand zu dem Mitleid der Gemeinschaft zu gewinnen.
Eine Gelegenheit bietet da die Reise ihrer Schwester in die Neue Welt. Grace will in Ohio einen Mann ehelichen, der aus der Gemeinschaft fortgegangen ist, um ein neues Leben in Amerika zu beginnen. Dort will sie mit ihm eine Familie gründen und seinen Kurzwarenladen führen. Honor schließt sich der Schwester an. Bereits bei der Ankunft weiß sie, dass sie die Seekrankheit einer Reise nicht noch einmal überstehen wird. Der Weg in die Heimat ist ihr für immer versperrt und Amerika erweist sich nicht als das, was Honor erwartet hat, als sie plötzlich allein und verlassen überlegen muss, ob sie sich den Sitten der Amerikaner anpasst oder doch lieber ihrem Glauben und vor allem ihrem Herzen treu bleiben soll.

Nach den Büchern von Tracy Chevalier greife ich schon eine ganze Weile nicht mehr, weil sie hübsch aussehen, sondern weil ich weiß, dass sich hinter den Seiten eine berührende Geschichte verbirgt, die gut recherchiert ist. Mit "Das Mädchen mit dem Perlenohrring" hat mich die Autorin geködert und dann mit ihren anderen Werken weiter von sich überzeugt.
Trotzdem ist die Umschlaggestaltung dem Verlag sehr gut gelungen. Er zeigt treffend die Landschaft von Ohio, in die Honor hineinkommt. Die blaue Haube hebt sich gut ab und steht zugleich für den Glauben der Protagonistin. Das Buch mag zwischen den bunten Bildern und schicken Frauen auf anderen historischen Romanen vielleicht etwas unscheinbar wirken, doch es verkörpert dafür die Protagonistin und auch die Geschichte, die sich zwischen diesem Umschlag verbirgt.
Aus den anderen Büchern der Autorin bin ich ihre Kunst gewohnt einzigartige Figuren zu erdenken und ihnen Leben einzuhauchen. Dies tut sie auch in "Die englische Freundin" mit äußerster Sorgfalt. Ich kannte mich vorher wenig mit den Sitten und Gebräuchen der Quäker aus, doch das Handeln und Denken von Honor wirkt authentisch und zugleich auch nachvollziehbar. Auch die Nebenfiguren werden mit nicht weniger Aufwand zum Leben erweckt. Jeder hat seine Eigenheiten und seine ganz eigenen Charakterzüge, die ihn in die Geschichte einpassen und entsprechend handeln lassen. Es gibt keine plötzlichen Änderungen der Meinung, nur um eine schönere Liebesgeschichte zu spinnen oder die Protagonistin als Heldin darzustellen. Sie handelt realistisch, menschlich. Die Beschreibung der einzelnen auftretenden Personen bleibt knapp und doch kann man durch ihr Handeln ein sehr gutes Bild von ihnen bekommen, das auch durchgängig realistisch weiterentwickelt wird.
Wer auf der Suche nach einer spannenden Geschichte voller Handlung ist, der sollte allerdings die Finger lieber von dem Buch lassen. Allerdings empfand ich das bei allen Werken der Autorin so. Die Geschichte geht oft nur Häppchenweise voran, was aber dem Detail und Gefühl, das Tracy Chevalier in ihre Handlung legt, keinen Abbruch tut. Mir gefällt das langsame Voranschreiten und oftmals auch auf der Stelle tappende Erzählen. Es passt zu dem, was die Protagonistin in diesem Buch tut. Sie entwickelt sich weiter, ganz langsam nur, und tappt doch auch auf der Stelle und kommt in ihrer Entwicklung nicht weiter, weil ihr Steine in den Weg gelegt werden, oder sie einfach zu sehr an ihrem Glauben oder an der Furcht festhält allein zu sein. Die Geschichte zieht sich Schlüssig vom Beginn der Reise bis zu dem Punkt, an dem Honor endlich den Mut findet ihre eigenen Entschlüsse zu fassen und ihr eigenes Leben zu beginnen.
Dieses Leben ist nicht actiongeladen, aber auch nicht langweilig. Als Leser erlebt man eben jedes Stück davon mit und das kann nicht immer spannend und rasch verlaufen. Entwicklungen brauchen ihre Zeit und Tracy Chevalier gibt ihnen diese Zeit auf den Seiten, die vielleicht nicht voller Handlung stecken, dafür aber viel über die Taten und das Denken ihrer Charaktere verraten.
Sie schafft mit Honor eine starke Persönlichkeit, die erst zu der Stärke finden muss, die sie schon von Anfang an besitzt. Sie muss sich in ein neues Leben eingewöhnen und der Leser begleitet sie dabei, leidet vielleicht sogar mit ihr. Es ist keine Geschichte über die Heldentaten einer Frau im ausgehenden 19. Jahrhundert, doch wie viele von diesen Heldinnen gab es schließlich auch? Es ist der realistische Lebensweg einer Quäkerin, den die Autorin nachzeichnet und ihn mit Gefühl statt mit unpassenden Taten füllt. Deshalb sind die Werke von Tracy Chevalier für mich immer etwas ganz Besonderes.
Sie schafft es trotz allem ein tiefes Mitgefühl zu erzeugen, sogar für die Personen in der Geschichte, die solches wegen ihrer Handlungen nicht zwingend verdienen. Dazu braucht sie nicht viele Worte oder große Taten. Das einfache Leben und die Lebensumstände der Protagonistin reichen vollkommen aus. Die Autorin beschreibt die Gefühle Honors so realistisch, dass zumindest ich sie sehr gut nachempfinden konnte. Wenn Honor sich eingeengt fühlt zwischen ihrer Familie, weil der Schnee bis zu den Fenstern reicht, die Angst zu verhungern, weil die Vorräte jeden Tag kleiner werden. Alles das sind Empfindungen, die einem selbst vielleicht sogar vertraut sind und so eine Verbundenheit zur Protagonistin aufbauen.

Insgesamt ist die Geschichte ein gelungener historischer Roman, der allerdings keine großläufigen und actionreichen Handlungsstränge enthält, sondern schlicht das Leben einer Quäkerin nachzeichnet, die ihre Heimat hinter sich lässt, um neu anzufangen. Wer andere Bücher von Tracy Chevalier mochte, wird dieses sicher auch gern lesen und verstehen was ich meine. Wer allerdings nach einer Protagonistin sucht, die die Welt in einer Zeit verändert, in der es schwer war etwas zu verändern, sollte lieber die Finger von dem Buch lassen. Auch wer auf der Suche nach einem Happy End ist wird sicherlich am Ende enttäuscht sein. trotzdem lohnt es sich Zeit für dieses Buch zu investieren, weil es so herrlich realistisch bleibt.

Aussehen: ♥♥♥♥
 Charaktere: ♥♥
♥♥
  Spannung: ♥♥
 Schlüssigkeit: ♥♥♥
♥♥
 Originalität: ♥♥♥♥
 Emotionale Tiefe: ♥♥
♥♥
 Schreibstil: ♥♥♥♥

Zitat #3 - Das Seelenhaus

Agnes Magnusdottir, verurteile Doppelmörderin, wird nach wochenlanger Einzelhaft an einer Menschenmenge vorbeigeführt:

Einer der Männer beugte sich zu mir und zog mich vom Boden hoch, als würde er eine Distel ausreißen, die an einer Stelle Wurzeln geschlagen hat, an der sie nichts verloren hat. Erst dann bemerkte ich die Menschenmenge, die sich versammelt hatte. Zuerst verstand ich nicht, warum diese Leute, Männer wie Frauen, bewegungslos dastanden und mich schweigend anstarrten. Schließlich begriff ich, dass sie gar nicht mich anstarrten. Ich, das waren zwei tote Männer. Ich, das war ein brennender Hof. Ich war ein Messer. Ich war Blut.

("Das Seelenhaus" von Hannah Kent, Seite 45)  

Willkommen 2015


Willkommen im Jahr 2015 ihr lieben Leseratten!
Ich hoffe ihr seid alle gut und vor allem unverletzt ins neue Jahr gerutscht und 2015 wird euch besonders viel Glück bringen. Für uns soll es auf jeden Fall ein produktives Jahr werden hier auf dem Blog. Das haben wir uns zumindest vorgenommen.

Dazu haben wir uns entschieden 2015 wieder an einer Challenge teilzunehmen. Entscheiden haben wir uns dann für...






Auf unserer Seite mit dem aktuellen Lesejahr findet ihr also ab jetzt auch unseren Fortschritt für diese wirklich schöne Challenge von Katja und Bianca.

Nun aber erstmal abschließen mit dem, was 2014 erreicht wurde:




Meggies Jahrsrückblick 2014

Gelesene Bücher: 33
Gelesene Seiten: 11.415
Seiten im Durchschnitt: 345



Januar bis Juli
Chris Cleave - Little Bee (312 Seiten)
Joanne K. Rowling - Quidditch im Wandel der Zeiten (64 Seiten)
Joanne K. Rowling - Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind (60 Seiten)
Thomas Harris - Hannibal Rising (344 Seiten)
Gillian Flynn - Gone Girl (584 Seiten)
Carlos Ruiz Zafón - Der Schatten des Windes (562 Seiten)
Caragh O'Brien - Der Weg der gefallenen Sterne (352 Seiten)

September
Anne West - Gentle Bondage (52 Seiten)
Anne Stuart - Im Palazzo der Sünde (39 Seiten)
Friedrich Weissensteiner - Die Töchter Maria Theresias (280 Seiten)
Sarah Dunant - Der Palast der Borgia (641 Seiten) 
Kai Meyer - Asche und Phönix (464 Seiten)
M.R. Carey - Die Berufene (512 Seiten)

Oktober
Brodi Ashton - Ewiglich die Hoffnung (384 Seiten)
Jennifer L. Armentrout - Obsidian - Schattendunkel (400 Seiten)
Lisa McMann - Sleep (238 Seiten)
Jay Asher & Carolyn Mackler - Wir beide, irgendwann (394 Seiten)
Gillian Flynn - Cry Baby (320 Seiten)
Anne Stuart - Im Palazzo der Sünde (34 Seiten)
Neal Shusterman - Vollendet. Der Aufstand (544 Seiten)
Maggie Stiefvater - Wen der Rabe ruft (464 Seiten)
Sebastian Fitzek - Noah (560 Seiten)
Neal Shusterman - Vollendet. Die Rache (520 Seiten)

November
Holly Black & Cassandra Clare - Magisterium 1. Der Weg ins Labyrinth (332 Seiten)
Neil Gaiman - Zerbrechliche Dinge (330 Seiten)
Kai Meyer - Phantasmen (398 Seiten)
Brodi Ashton - Ewiglich die Liebe (348 Seiten)

Dezember
Melanie Benjamin - Alice und ich (366 Seiten)
Andreas Izquierdo - Der Club der Traumtänzer (444 Seiten)
Nicolas Barreau - Paris ist immer eine gute Idee (365 Seiten)
 

Highlights des Jahres




Flop des Jahres



Eigentlich war es nach dem letzten Jahr wirklich sehr erfolgreich und ich habe auch wenig Schlechtes gelesen, dafür aber wirklich einige tolle Sachen gefunden. Vor allem habe ich in Carlos Ruiz Zafón einen neuen Liebling für mein Bücherregal entdeckt. Besser spät als nie heißt es ja immer :D

Zu Weihnachten gab es bei mir leider keine Bücher dieses Jahr, deshalb kam von mir auch kein weihnachtlicher Buchneulinge Post, aber ich habe vom Weihnachtsgeld noch einmal etwas investiert und mir ein paar Schätzchen zugelegt, die ich euch natürlich auch nicht vorenthalten möchte. Außerdem hab ich auch vorher gar nicht alles gezeigt, das hier eingezogen ist :)

David Gaider - Dragon Age. Der gestohlene Thron
Die Rebellenkönigin ist tot! Verraten und ermordet von ihren eigenen abtrünnigen Lords. Ihr Sohn Maric versammelt nun eine Armee von Aufständischen um sich, in dem verzweifelten Versuch, seine Nation dem Griff eines Tyrannen zu entreißen. Doch die Zeichen stehen gegen ihn. Sein Volk lebt in Angst und seine Kommandeure sehen in ihm nur den unerfahrenen Jüngling. Seine einzigen Verbündeten sind ein junger ungestümer Gesetzloser und Rowan, eine wunderschöne Kriegerin, die ihm seit seiner Geburt versprochen ist. Umgeben von Spionen und Verrätern muss Maric einen Weg finden, seine höchsten Ziele zu erreichen: Freiheit für Ferelden und die Rückkehr seiner Blutlinie auf den Thron.


Patrick Weeks - Dragon Age. Das maskierte Reich
Einst bestieg Kaiserin Celene von Orlais durch Weisheit, Umsicht und rücksichtslose Manipulation den Thron der mächtigsten Nation in Thedas. Jetzt jedoch droht dem Imperium, das sie in ein goldenes Zeitalter führte, erstmals keine Gefahr von außen, sondern von innen: Sowohl der ewige Zwist zwischen den Templern und den Magiern, als auch die drohende Rebellion der unterdrückten Elfen sorgen für Unruhen und destabilisieren das Machtgefüge. Um ihr Reich zu retten, ist Celene jedes Mittel recht. Leider jedoch verliert ihr wichtigster Vertrauter, der orlaisianische Ritter Großherzog Gaspard, der zahlreiche historische Siege für sie rang, ausgerechnet in diesen schwierigen Zeiten zusehends das Vertrauen zu seiner Kaiserin. Vielleicht ist es an der Zeit, dass Thedasʼ Juwel wieder unter dem Schutz eines erfahrenen Kriegers steht, statt mit der zögerlichen Hand einer Diplomatin regiert zu werden …


Chris Cleave - Liber Osama
Beim wichtigsten Fußballspiel des Jahres explodieren mitten im Londoner Arsenal-Stadion mehrere Bomben. Tausend Menschen sterben. Massenpanik. Paranoia. Die Stadt ist im Ausnahmezustand. Eine junge Frau verliert bei dem Terroranschlag ihren Mann und ihren Sohn. Nach wochenlangem Krankenhausaufenthalt und Schockzustand macht sie sich in einem Brief an Osama bin Laden persönlich Luft. Und sie lässt dabei nichts aus ...




Peter Prange - Ich Maximilian, Kaiser der Welt
Im MITTELALTER verwurzelt, stößt er das Tor zur RENAISSANCE auf: MAXIMILIAN I. VON HABSBURG - letzter Ritter des Abendlands, erster Kaiser der Neuzeit. Mitreißend schildert Bestseller-Autor Peter Prange den Mann, dessen Ideen und Taten Europa bis heute prägen und der doch ein Zerrissener ist - in der Liebe zu zwei ganz unterschiedlichen Frauen und im Zwiespalt zwischen Macht und Leidenschaft. Er wird einmal über halb Europa herrschen – doch als er seiner Lebensliebe Rosina von Krain begegnet, ist er noch ein „Bettelprinz“, der sich am verarmten Wiener Kaiserhof nach Ruhm und Ehre sehnt. Angetrieben von seiner Idee, das alte römisch-deutsche Kaiserreich wiederaufzurichten, wirbt er um Maria, die Erbin von Burgund. Fortan wird er ein Zerrissener sein in der Liebe zu zwei ganz unterschiedlichen Frauen und im Zwiespalt zwischen Kalkül und Gefühl. Als Herrscher stößt er in seinem Reich das Tor zur Neuzeit auf – aber um welchen Preis?

                                     Ka Hancock - Tanz auf Glas 
Vielleicht hätten Lucy Houston und Mickey Chandler sich nie verlieben dürfen. Und erst recht nicht heiraten. Denn beide haben ein schweres Schicksal zu tragen. Doch die Liebe geht ihre eigenen Wege, und so führen Lucy und Mickey eine ungewöhnliche, aber glückliche Ehe. Vor vielen Jahren haben sie sich das Versprechen gegeben, keine Kinder in ihre unsichere Welt zu setzen. Als Lucy plötzlich doch schwanger wird, steht nicht nur das Fundament ihrer Beziehung auf dem Prüfstand, sondern auch die Kraft ihrer Liebe.

Sandra Regnier - Pan. Die Trilogie
Als der über alle Maßen gut aussehende Leander FitzMor an ihrer Schule auftaucht, ist die siebzehnjährige Felicity Morgan wahrscheinlich das einzige Mädchen, das sich nicht für ihn interessiert. Schließlich hat sie wirklich ganz andere Probleme als sich über Frauenschwärme den Kopf zu zerbrechen. Da wäre zum einen die schlecht laufende Kneipe ihrer Mutter, zum anderen der in illegale Machenschaften hineingezogene Bruder und nicht zuletzt ihre blöde Zahnspange. Hätte sie gewusst, dass ausgerechnet sie die Retterin der Elfenwelt sein soll und Leander nicht ohne Grund nicht mehr von ihrer Seite weicht, wäre sie am besagten Tag wahrscheinlich im Bett geblieben. Aber wie gut, dass sie es nicht getan hat, denn damit nimmt die Geschichte erst ihren Lauf … 

                                      Jennifer L. Armentrout - Onyx. Schattenschimmer
Seit Daemon Katy geheilt hat, sind sie für immer miteinander verbunden. Doch heißt das, dass sie auch füreinander bestimmt sind? Auf keinen Fall, findet Katy und versucht sich gegen ihre Gefühle zu wehren. Das ist allerdings gar nicht so einfach, denn Daemon ist nun fest entschlossen, sie für sich zu gewinnen. Dann taucht ein neuer Mitschüler auf – und mit ihm eine dunkle Gefahr. Katy weiß nicht mehr, wem sie trauen kann. Was geschah mit Daemons Bruder? Welche Rolle spielt das zwielichtige Verteidigungsministerium? Und wie lange wird sie Daemons enormer Anziehungskraft noch widerstehen können?

 
Arno Strobel - Das Skript
Eine Studentin bekommt per Post rätselhafte Botschaften zugeschickt – auf Menschenhaut geschrieben. Die Polizei verdächtigt den früheren Bestsellerautor Christoph Jahn: In dessen Roman schneidet ein Serienkiller jungen Frauen die Haut vom Körper, um darauf den Anfang seines Romans, der von allen Verlagen abgelehnt worden ist, auf grausige Weise neu zu schreiben. So erhofft er sich die Aufmerksamkeit für sein Werk, die es seiner Meinung nach verdient hat. Doch Jahn schiebt die Schuld auf einen geisteskranken Fan, der bereits vor Jahren Verbrechen aus seinen Romanen ›nachgestellt‹ haben soll, aber nie gefasst wurde. Die grausige Geschichte scheint sich zu wiederholen … Ein Entführungsfall, ein Serienkiller und ein Hauptverdächtiger mit beängstigender Phantasie.

Das war es dann auch erstmal von mir. ich werde diesen ersten Tag des Jahres auch direkt noch zum Lesen nutzen, damit ich mich ganz schnell mit all den Schätzen hier noch beschäftigen kann.

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