Zitat #1 - Das Schloss der verlorenen Träume

Nanu? Zitate? Das ist neu!

Recht habt ihr, das ist neu. Bei der lieben Lisa von Little Bookland haben wir gesehen, dass sich da immer mal wieder Zitate oder kleine Szenen aus ihren aktuellen Büchern finden und fanden die Idee eigentlich ganz schön. Nicht jedes Buch gibt etwas tiefgründig-philosophisches her, aber das muss es ja auch gar nicht immer sein. Manchmal sind es auch ein paar ganz einfache Zeilen, die einen inne halten und schmunzeln lassen oder einem eine Gänsehaut machen.

Meggie und ich wollen das jedenfalls gerne aufgreifen - liebe Grüße an Lisa an dieser Stelle :D - und ich mache sogleich mal den Anfang mit einem bezeichnenden Auftritt unseres heiß geliebten Sonnenkönigs Louis XIV.:

Mit lächelnden Lippen, aber Hass im Herzen breitet der junge König die Arme für die Abtrünnigen aus. "Erniedrigt die Großen, sonst erniedrigen sie Euch", flüstert Mazarin ihm zu, während er zusieht wie der Herzog von Orléans, La Grande Mademoiselle und Fürst Conti Krokodilstränen der Reue vergießen.
Louis drückt die Verräter an sein Wams und träumt davon, sie eines Tages zu erwürgen. Ein Halsband um jeden Hals, eine Leine für jedes Halsband. Und dann langsam zuziehen. Bis sie am Boden liegen. Bis diese Heuchler mit beiden Knien im Dreck vor ihrem Herrscher kriechen. Der sie nie wieder aufstehen lässt.
("Das Schloss der verlorenen Träume" von Eve de Castro, Seite 68)


 



BR - Richard Laymon - Die Familie







Taschenbuch
Erschienen am: 11. März 2013
Verlag: Heyne Hardcore
ISBN: 978-3453676251
Seitenzahl: 352
Preis: 9,99€










"Wenn du das nächste Mal eine Höhle sehen willst, May", flüsterte er, "dann kauf dir ein Bilderbuch."

Kyle Mordock und sein Vater betreiben das Mordock Cove Hotel, das direkt über dem gleichnamigen Höhlenlabyrinth liegt. Wer hier absteigt, lässt es sich meist nicht nehmen, auch die Höhlen zu besichtigen, über die man sich eine schaurige Geschichte erzählt. Vor etlichen Jahrzehnten soll hier Kyles Urgroßmutter Elizabeth zu Tode gestürzt sein, weswegen heute nur noch ein Teil der Höhle für die Hotelgäste zugänglich ist. Der übrige Teil ist durch eine dicke Mauer abgesperrt. Als es zu einem Feuer im Hotel kommt, wird eine Gruppe Touristen unter der Führung der jungen Studentin Darcy Raines in dem Höhlenlabyrinth eingeschlossen. Niemand weiß, was sechzig Meter weiter oben passiert ist. Wann die Feuerwehr kommt. Wann überhaupt etwas passiert. Also beschließt die Gruppe, es auf eigene Faust zu versuchen. Hinter Elys Mauer gibt es angeblich einen natürlichen Zugang zur Höhle. Doch sind tückische Spalten und Klippen wirklich das einzige, was hinter der Mauer wartet? Kyle Mordock weiß es besser. Ein seit Generationen gehütetes Familiengeheimnis - und es lauert auf Fleisch...

Wie kann man nicht neugierig auf einen Autor sein, über den der Großmeister Stephen King sagt, dass es ein Versäumnis wäre, ihn nicht zu lesen? Als Fan von Stephen King und jemand, der ab und an ein wenig Horror nicht abgeneigt ist, weder in Buch- noch in Filmform, habe ich also nicht lange gezögert und meine Nase in "Die Familie" gesteckt.
Man begleitet zunächst die junge Studentin Darcy Raines, die im Auftrag der Mordocks Führungen durch das Höhlensystem leitet, um sich ein bisschen Geld zu verdienen. Es ist eine Führung wie jede andere auch und wieder mal ist der gruselige 15-jährige Sohn des Chefs dabei. Der kennt die Führung zwar längst in und auswendig, lässt aber keine Gelegenheit aus, Darcy auf den Hintern zu schauen. Und auch wenn mich die doch etwas vulgäre Sprache an mancher Stelle gestört hat, dieser creepige, pubertierende Junge ist Laymon wirklich gelungen. Ich für meinen Teil hätte lieber mit einem Dutzend anderer Leute in dieser Höhle festgesteckt als mit ihm.
Aber nicht nur Kyle ist ein Problemfaktor da unten. Sobald der Strom ausfällt, drehen natürlich alle ein bisschen am Rad, die Leute werden unsicher, reizbar, ängstlich. Was mir hier sehr gut gefallen hat ist, dass Laymon den Bogen nicht überspannt hat. Ja, es gibt in der Gruppe Reibereien untereinander und ja, einige haben tatsächlich Angst dort unten im Dunkeln. Aber Laymon hat hier an einer Herde hysterisch durcheinander rennender Schafe gespart und dafür bin ich ihm sehr dankbar. Wenn ich mir überlege, wie ich mich selbst verhalten würde, käme das schon ungefähr hin. Ruhig bleiben und auf die Feuerwehr warten.
Wird es deswegen langweilig? Ein ewiges Warten und Nichtstun? Überhaupt nicht! Weil niemand weiß, was den Stromausfall ausgelöst hat und wann das Problem behoben sein wird, kommt Darcy auf die Idee, nach dem natürlichen Zugang der Höhle zu suchen, der hinter "Elys Mauer" liegen soll. Bewaffnet mit einer Spitzhacke macht sie sich mit einer kleinen, ausgewählten Truppe auf den Weg zur Mauer, nicht ahnend, dass hinter deren Entstehung eine noch deutlich dunklere Geschichte steckt als der tragische Tod Elizabeth Mordocks.
Gleichzeitig erfährt man auch, wie sich draußen Darcys Mutter Chris und der Vater eines anderen jungen Mädchens in der Höhle auf die Suche nach ihren Töchtern machen. Auch sie wollen nicht warten, bis die Feuerwehr alles in die Hand nimmt. Und auch sie haben von dem natürlichen Zugang gehört. Auf beide Gruppen wartet dort das Grauen.

Richard Laymon überzeugte mich mit durchaus gelungenen Charakteren und einer trotz wir-stecken-fest-Situation sehr dynamischen und spannenden Story. Allerdings muss ich einfach doch merkliche Abzüge dafür verteilen, dass alles, was auch nur annähernd in eine erotische, zwischenmenschliche Beziehung geht, klingt wie die Verschriftlichung eines drittklassigen Pornos. Ich würde "Die Familie" keinen zart besaiteten Gemütern anempfehlen und mir ist klar, dass Laymon mit dieser teils sehr vulgären Sprache vermutlich einfach versucht hat, einen gewissen Härte-Level zu halten. Mir aber ist das jedes Mal wieder so aufgestoßen, dass es dafür ein Blümchen Abzug gibt. Es bleiben drei solide Blümchen für Laymons Roman und eine Empfehlung für die Liebhaber kurzweiligen Gänsehaut-Horrors, die sich an ein wenig härterer, schmuckloser Sprache nicht stören.


Aussehen: ♥♥♥♥ 
 Charaktere: ♥♥♥
 Spannung: ♥♥♥♥
 Humor: ♥♥♥ 
 Schlüssigkeit: ♥♥♥♥ 
 Originalität: ♥♥♥♥ 
 Emotionale Tiefe: ♥♥♥ 
 Schreibstil: ♥♥


Und schon wieder mehr aufgebaut als abgebaut

Hallo ihr Lieben.

Ich bin schon seit Sonntag Nachmittag wieder zuhause, aber irgendwie besteht mein Tag im Moment aus Schlafen, Essen, Lernen und Schreiben für die Uni. Da kam ich einfach auch motivationstechnisch zu recht wenig.
Entsprechend fällt der Post womit ich mich diesen Monat so beschäftige auch eher flach. Ist ohnehin kaum mehr als oben bereits genanntes ;)

Dafür kann ich aber ein paar Bücher vorstellen, die schon in mein Regal eingezogen sind, beziehungsweise es in den nächsten Tagen werden.

Erstmal habe ich wieder das Glück gehabt bei Vorablesen.de aus dem Lostopf gezogen zu werden. Aus diesem Grund erwarte ich in den kommenden Tagen die Ankunft von folgendem Buch, dessen Leseprobe mich neugierig gemacht hat.

M. R. Carey - Die Berufene
Großbritannien, in nicht allzu ferner Zukunft:
Ein grauenhafter Parasit befällt die Menschheit. Millionen sind bereits infiziert. Nun bedrohen die »Hungernden« die wenigen Gesunden. Alle Hoffnungen ruhen auf der zehnjährigen Melanie. Denn sie reagiert anders auf den Erreger.
Auf einer entlegenen Militärbasis halten Wissenschaftler sie und andere infizierte Kinder gefangen. Schwer bewacht werden sie täglich grausamen Tests ausgesetzt. Sie wissen nicht, warum sie gefangen gehalten werden. Sie wissen nicht, warum sie nicht spielen dürfen.
Die undurchsichtige Wissenschaftlerin Dr. Caldwell weiß es sehr wohl: Sie ist fest entschlossen, den Schlüssel zur Rettung der Überlebenden zu finden, und schreckt auch vor drastischen Maßnahmen nicht zurück. Doch bevor Melanie ihren Experimenten zum Opfer fällt, rückt die Armee der »Hungernden« auf die Militärbasis zu. Wie gefährlich sind die Kinder wirklich? Und für wen?

Wen das nun neugierig gemacht hat, der kann sich bei Vorablesen die Leseprobe durchlesen: Ihr findet sie HIER!

Dann gibt es noch drei gekaufte Bücher, die einen hübschen Platz finden werden:

John Green & Maureen Johnson & Lauren Myracle - Tage wie diese
Jubilee hat den perfekten Freund. Sie ahnt nicht, dass sie ihn in dieser Nacht verlieren wird - weil sie sich Hals über Kopf in einen Fremden verliebt. Manchmal vergisst Tobin völlig, dass der Herzog eigentlich ein Mädchen ist. Bis zu jenem magischen Moment im Schnee. Addie würde alles dafür geben, wenn Jeff ihr verzeihen könnte. Dabei ist er ihr längst viel näher als sie denkt ...
Ein zauberhaftes Buch über die Liebe auf den ersten und auf den zweiten Blick. Witzig, tiefgründig, wunderschön!

Als absoluter John Green Fan musste ich das natürlich haben. Außerdem fand ich das Cover wirklich hübsch. Ich bin sehr gespannt was die drei Geschichten bereit halten.

Leila Rasheed - Rückkehr nach Somerton Court
Im Jahre 1912 kehrt die Familie Averley - Lord Westlake und seine beiden Töchter - aus einem luxuriösen Leben in Indien auf ihr herrschaftliches Anwesen Somerton Court in England zurück. Während sich die Dienerschaft hastig auf die Ankunft der Herrschaft vorbereitet, trifft eine schockierende Nachricht ein: Lord Westlake wird auch seine neue Verlobte und ihre drei Kinder mitbringen. Doch nicht nur das sorgt für große Unruhe. Es gibt Gerüchte, Lord Westlake sei wegen eines schrecklichen Skandals aus den Diensten als Gouverneur in Bengalen entlassen worden und schon bald wird offenbar, dass es auch finanziell nicht gut um die Familie bestellt ist. All das sorgt für große Spannungen sowohl bei der Herrschaft als auch der Dienerschaft. Lady Ada, Lord Westlakes Tochter, sieht sich gezwungen, zwischen ihrem eigenen Glück und der Familienehre zu wählen, Sebastian muss sich gegen Erpressungen durch einen früheren Diener und Liebhaber zur Wehr setzen und das liebenswürdige Hausmädchen Rose gerät in einen Skandal, der die Macht haben könnte, das Ansehen der Averleys für immer zu ruinieren.
Prächtig und verführerisch eröffnet der erste Roman der SOMERTON COURT-Saga zwei Welten, die nicht unterschiedlicher sein könnten und doch unzertrennlich ineinander verwoben sind, in denen rücksichtsloses Streben, verbotene Gefühle und geheime Träume sich hinter beflissenem Lächeln und funkelnden Juwelen verbergen.
Wenn du dich verliebst, verlierst du vielleicht mehr als nur dein Herz.

Tja ja. Ich liebe Downton Abbey und nachdem Ira schon so schön den Anfang gemacht hat eines dieser ganzen Bücher zu lesen, die im Moment aus dem Boden sprießen, musste ich ja auch eines haben, damit wir uns austauschen können. Hoffentlich erfüllt es dann auch die Erwartungen, denn die sind bei mir nicht gerade klein in diesem Bereich.

Jenny Downham - Bevor ich sterbe
Eine Geschichte über den Tod und die Liebe glaubwürdig, herzzerreißend und von überwältigender Ausdrucksstärke
Die 16-jährige Tessa hat Leukämie, und die Ärzte machen ihr nur noch wenig Hoffnung. Aber Tessa will leben, wenigstens in der Zeit, die ihr noch bleibt. Sie schreibt an ihre Zimmerwand zehn Dinge, die sie tun will, bevor sie stirbt: Sex haben, Drogen nehmen, für einen Tag berühmt sein, etwas Verbotenes tun ... Und dann trifft sie Adam, und er ist der Erste, der sie versteht. Tessa spürt, dass sie etwas mit Adam verbindet, doch sie wehrt sich dagegen. Und dann begreift sie, dass sie zum ersten Mal verliebt ist. Aber darf man lieben, wenn man stirbt?

Mal sehen ob das das nächste Buch wird, bei dem ich nicht aufhören kann zu weinen. Der Titel hatte mich direkt angesprochen und auch die Geschichte finde ich interessant. Ich bin gespannt wie die Autorin das Thema umgesetzt hat.

Was habt ihr in letzter Zeit neues ins Regal gestellt?
Ich wünsche euch ein schönes Lesewochenende




Stress? Eigentlich nicht.

Guten Morgen ihr Lieben :)

Es ist mal wieder Zeit für einen was-treiben-die-hier-eigentlich-Post.
Wie ihr seht, steht immer noch meine Rezension zu "Die Familie" von Richard Laymon an - und der gute Mann und ich sind jetzt schon eine ganze Woche miteinander fertig. Normalerweise verfasse ich meine Rezis zeitnah, damit der Eindruck noch frisch ist, und time sie höchstens mal ein paar Tage später, damit sie nicht gleich auf eine von Meggie oder so folgen.

Aber ich komme ja auch in meinem nun wirklich nicht dicken Buch nicht so richtig vorwärts. Und das liegt nicht am Buch, denn das gefällt mir sogar ziemlich gut.

Aber was ist dann los? Stress mit der neuen Ausbildung?
Keine Spur!

Die Kollegen sind super nett und verständnisvoll und entspannt, wenn nicht alles gleich im ersten Anlauf klappt (Stichwort: Bücher folieren. Wichtig, aber manchmal echt nervenaufreibend, ich sag's euch). Da mir noch so ziemlich alles erklärt und gezeigt werden muss, muss ich mich auch nicht mit eigenverantwortlichen Aufgaben stressen, die dann und dann fertig sein müssten. Ich fühle mich sehr sehr wohl in der Bücherei und gut aufgehoben bei den Kollegen, die mich anleiten.

Aber Fakt ist einfach, dass mich der Schlafrythmus derzeit unheimlich schlaucht. Morgens um 6 komm ich super aus dem Bett. Aufstehen ist gar kein Problem. Aber dafür ist die Batterie einfach auch schon leer, wenn ich nachmittags um kurz nach fünf nach Hause komme. Da sind die Augen zu müde zum lesen und der Kopf hat schon abgeschaltet, sodass auch nichts Sinnvolles hinsichtlich der Rezension zustande kommt.

Ich bin aber sicher das pendelt sich bald ein und ich gewöhne mich dran und dann gibt es auch wieder mehr von mir zu lesen, sowohl posttechnisch als auch was Rezensionen anbelangt :)


Liebe Grüße,



Ich bin dann mal weg!

Keine Panik ihr Lieben. Ich komme auch wieder. Das hoffe ich zumindest :D

Die Gilde, der ich in Wildstar beigetreten bin (ihr erinnert euch vielleicht an den Post: Was beschäftigt mich im Moment - Meggies Freizeitaktivitäten im August) hat dieses Wochenende Gildentreffen in Bad Emstal. Heißt ich düse nachher mit einer KOmmillitonin von mir, die lustiger weise auch in dieser Gilde ist, vom Bahnhof mit dem Auto los in Richtung Bad Emstal.
Da gibt es dann heiteres Beisammensein mit Grillen, Quatschen und Spiel und Spaß. Zwischen all dem Stress für meine Bachelor Sachen fand ich, habe ich mir ein Wochenende Urlaub verdient.
Wenn alles gut läuft und wir auf der Rückfahrt gut durchkommen und uns die Jugendherberge nicht dabehält, weil wir Mist gebaut haben, bin ich Sonntag Abend wieder da. Also merkt vermutlich niemand, dass ich überhaupt weg bin.
Im Gepäck hab ich natürlich auch ein Buch. Mein Buch von vorablesen.de ist endlich da. Ich habe also Asche und Phönix von Kai Meyer kurzzeitig ausgesetzt, damit ich zuerst schnell das Rezensionsexemplar von Der Palast der Borgia lesen kann. Mal sehen zu wie viel lesen ich zwischen den ganzen Menschen überhaupt komme.
Ich wünsche euch auf jeden Fall ein sonniges Wochene. Habt ihr auch irgendetwas spannedes vor oder entspannt ihr einfach nur?
Mein Post mit alle dem, was mich im September so beschäftigen wird, kommt dann wohl verspätet am Montag.
Damit wünsche ich euch ein paar schöne Tage und bis dann

 

BR - Mette Jakobsen - Minous Geschichte








Gebundene Ausgabe
 Erschienen am: 01.09.2012
Verlag: Bloomsbury
ISBN:  978-3827054999
Seitenanzahl:220
 Preis: 16,99 €








Als wir das Grab erreichten, fragte Onkel mit einem etwas traurigen Ausdruck in den Augen: "Wo könnte sie hingegangen sein, Minou?" Darauf hatte ich keine Antwort. Er nahm seinen Bowlerhut ab, neigte den Kopf und schien zu trauern. Im selben Moment wusste ich, dass Onkel mir nicht helfen würde, die anderen davon zu überzeugen, dass Mama noch lebte.

Minou lebt auf einer Insel mittn im Meer. Sie ist so klein, dass sie auf keiner Karte verzeichnet ist. Einmal im Monat kommt ein Versorgungsschiff zur Insel und bringt den wenigen Bewohnern alles, was sie zum Leben auf der Insel brauchen. Vor einiger Zeit gab es auf der kleinen Insel sogar eine Zirkusvorstellung. Zusammen mit ihrer Mutter und Kistenmann, einem Zimmerer für Zauberkisten, übte Minou lange Zeit für den großen Abend, an dem sie ihren Vater und Priester, den Inselgeistlichen, beeindrucken wollte. Die Vorstellung war ein voller Erfolg und alle schienen verzaubert von der Zirkusatmosphäre, doch am nächsten Morgen verschwand Minous Mutter. Sie ging einfach hinaus in den Regen und alles, was man je wieder von ihr sah, war einer ihrer roten Schuhe, der Tage darauf an den Strand gespült wurde. Alle glauben, dass Minous Mutter im Meer ertrunken ist, außer Minou. Sie ist davon überzeugt, dass sie nicht tot ist. Sie gebraucht die Werkzeuge des logischen Denkens, die ihr Vater, ein Philosoph, ihr von klein auf beigebracht hat , um zu erklären, dass ihre Mutter noch am Leben ist, doch bei ihren Streifzügen über die Insel begreift sie mehr und mehr, was an jenem Tag passiert ist und kommt dem Anfang der Wahrheit immer näher.

Das Cover des Buches fand ich persönlich recht ansprechend und hübsch, deshalb habe ich es auch überhaupt erst zur Hand genommen. Wenn man die Geschichte dann gelesen hat, fügt sich das Bild auch sehr schön in die Handlung ein. Minou scheint in einer Traumwelt zu leben, in der sie die Wahrheit zu verstecken scheint und genau dieses Träumen drückt das Bild auf dem Buchcover für mich auch aus.
Minou war ein recht hübsch ausgestalteter und mit Details versehener Charakter, allerdings blieben die anderen da deutlich hinter zurück. Richtige Namen gab es für keinen der Charaktere, wobei das vielleicht auch gerade den Charme der Geschichte ausmachen sollte, mir aber eher aufgestoßen ist. Auch erfährt man recht wenig über die einzelnen Personen. Sie werden kaum genauer beschrieben, sondern tauchen auf und verschwinden dann wieder aus der Geschichte. Allerdings erfährt der Leser so eben alles das, was Minou wichtig erscheint, da sie die Geschichte erzählt, setzt sie so auch die Akzente.
Entsprechend war der Handlungsbogen eher schwach. Ab und an gab es Höhen, an denen Minou dem Lösung des Rätsels näher kam, doch die alltäglichen Dinge, die das Mädchen dann beschrieben hat, haben die Geschichte wieder etwas ausgebremst. Trotzdem war es für eine recht knapp gehaltene Erzählung in Ordnung und die Geschichte sollte ja schließlich auch keine actiongeladene Handlung aufweisen, sondern zum Nachdenken anregen und das hat sie auf jeden Fall getan. An mancher Stelle gab es sicher auch einen versteckten Humor zu finden, den Minou vermutlich selbst nicht bemerkt hat. Eben ganz so, wie Kinder unbewusst komisch sind in mancher Situation. Ein Lob an die Autorin, die den Blick durch den Augen eines kleinen Mädchens wirklich sehr gut getroffen hat und damit auch recht realistisch geblieben ist. Hin und wieder geht die Phantasie mit Minou durch und dann wieder versucht sie die klugen Ratschläge der Erwachsenen zu befolgen, die sie eigentlich gar nicht versteht. Somit wirkt das Konzept schlüssig und gut zusammengesetzt.
Mit viel emotionaler Tiefe kommt das kleine Mädchen der Wahrheit Stück um Stück näher. Einer Wahrheit, die sie vorher die ganze Zeit mit allen Werkzeugen, die ihr Vater ihr in ihrem Leben schon an die Hand gegeben hat, zu lösen versucht. Dabei stolpert sie über Ungereimtheiten und löst Situationen und schwierige Fragen mit ihrem ganz eigenen Charme. Man taucht tief ab und findet sich bald selbst auf dieser kleinen Insel mitten im Meer, ja mitten im Nichts, wieder. Der Schreibstil passt zu einem kleinen Mädchen, das zwischen künstlerischer Mutter und philosophischen Vater aufgewachsen ist. Immer wieder driftet sie von den klaren Formen der Logik ins künstlerisch Verschnörkelte ab. Originell ist die Idee vielleicht nicht unbedingt, aber dafür mit viele Liebe und einem Talent sich in die Gedankenwelt eines Kindes zu versetzen geschrieben.

Insgesamt ein nettes Buch für einen kühlen Abend mit Tee und einer Decke auf dem Sofa. Nicht sonderlich lang und schnell zu lesen, dafür wirkt es in den Gedanken noch einige Zeit nach.


Aussehen: ♥♥♥♥

 Charaktere: ♥♥

 Spannung: ♥♥

 Humor: ♥♥♥ 

 Schlüssigkeit: ♥♥♥♥♥

 Originalität: ♥♥♥

 Emotionale Tiefe: ♥♥♥♥ 

 Schreibstil: ♥♥♥

Captcha bei Kommentaren

Guten Morgen ihr Lieben! :)


Ich bin gestern frisch aus Bielefeld zurück gekommen. Zum Start der Ausbildung sind sämtliche Azubis der Stadt Bochum zu einem 3-tägigen Seminar in ein Tagungszentrum in Bielefeld entführt worden.

Zwei daraus resultierende Dinge zuerst:
a) Es gibt Bielefeld tatsächlich (glaube ich. Wir saßen irgendwo mitten im Wald.)
b) Ich wurde keiner Gehirnwäsche unterzogen, um das zu sagen ;)

Heute geht es dann richtig in der Stadtbücherei los, worauf ich mich sehr freue.
Aber eigentlich geht's in diesem frühmorgendlichen Post um was anderes, nämlich um die Kommentarfunktion. Eigentlich bin ich wirklich kein Freund von Captchas, weil man sie in acht von zehn Fällen sowieso nicht lesen kann. Aber in den letzten Tagen haben ich so viele Spamkommentare löschen müssen, dass mir einfach nichts besseres eingefallen ist. Wir hatten zwar bereits vorher eingestellt, dass wir Kommentare genehmigen müssen, aus eben diesem Grund. Trotzdem hat es in den letzten Tagen irgendwie Überhand genommen und wir bekommen für jeden Spamkommentar eine E-Mail und müssen sie dann einzeln als Spam kennzeichnen. Das nervt gelinde gesagt ein wenig.

Wenn also alles geklappt hat, müsstet ihr jetzt zum kommentieren so ein hübsches Captcha eingeben. Ich kenne das von vielen Blogs und halte es eben langsam einfach auch für sinnvoll.

Eine Rückmeldung wäre trotzdem nett, ob es überhaupt geklappt hat mit dem Einstellen, ob die Dinger lesbar sind und so weiter :) Wenn alle Stricke reißen nehmen wir es wieder raus und löschen lieber jeden Spamkommentar einzeln als auf eure Kommentare zu verzichten!

Welche Erfahrungen habt ihr mit Spambots? Und wie geht ihr damit um? Captchas? Kommentarmoderation? Ganz anders? Erzählt mal!



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