1. Buchblogger Kommentiertag


[ organisiert von Woerterrausch ]


Wie viele von euch mitbekommen haben, hat gestern der 1. Buchblogger Kommentiertag stattgefunden! Die liebe Kerstin von Woerterrausch hatte die Idee, den allgemeinen Blogger Kommentiertag doch einfach mal in unsere Buchblogger-Welt zu tragen.

Eine schöne Idee, wie wir fanden, deswegen waren wir natürlich auch dabei! Bedauerlicherweise war ich dann gestern wider Erwarten doch den ganzen Tag unterwegs und fast gar nicht am Laptop, deswegen bin ich gestern selbst nicht zum Kommentieren gekommen. Aber aufgeschoben ist ja bekanntlich nicht aufgehoben und wir haben so viele tolle neue Kommentare durch diese Aktion bekommen, dass ich heute und im Laufe der nächsten Tage auf jeden Fall auch noch die Liste durchstöbere. Ich bin sicher ihr freut euch auch heute und morgen noch über neue Kommentare, oder? ;)
Wir bedanken uns jedenfalls ganz ganz herzlich für all die neuen Besucher und ganz lieben Kommentare!

Alles in allem fand ich die Aktion gelungen. Es haben sich wirklich ganz unterschiedliche Blogs beteiligt und das bisherige Stöbern hat mir auf jeden Fall viel Spaß gemacht und mir schon ganz neue Dinge aufgezeigt.
Wiederholung? Auf jeden Fall, bitte gern!





BR - Kai Meyer - Asche und Phönix






Gebundene Ausgabe
Erschienen am: 21.11.2012
Verlag: Carlsen
ISBN:  978-3551582911
Seitenanzahl: 464
 Preis: 19,90 €







Kurz darauf legte die Jacht ab. Epiphany winkte. Parker nickte ihr zu, während Ash den Blick nicht von Epiphanys Hand lösen konnte. Eine dünne Narbe führte vom Daumen bis zum Gelenk.

  Parker Cale ist ein Teeniestar. Für seine Rolle des Phoenix Hawthrone in der Glamour-Reihe ist er schon in seiner Jugendzeit weltberühmt geworden.
Ash ist ein von den Eltern ungewolltes und der Pflegefamilie verstoßenes Mädchen, das ihr Leben damit fristet in für den Urlaub verlassenen Wohnungen zu übernachten und die Hotelzimmer reicher Leute auszunehmen.
Die beiden Protagonisten könnten unterschiedlicher nicht sein, doch durch Zufall stolpern sie übereinander, als Ash gerade dabei ist Parkers Hotelzimmer auszuräumen. Er bringt sie dazu dafür zu sorgen, dass er ungesehen aus dem Hotel kommt und hilft ihm unterzutauchen. Doch weit kommen sie nicht, bevor die Papparazzi sie finden - und noch viel schlimmer, Parkers seltsame Assistentin, die nicht von dieser Welt zu sein scheint. Zuerst führt sie die Reise nach Frankreich, wo es nur darum geht Chimena zu entgehen, doch als sie plötzlich dort von einem Wesen verfolgt werden, das selbst durch einen Schuss in den Kopf nicht zu sterben scheint, hält Parker es doch für das Beste zu seinem Vater zu fahren und ein paar Antworten zu erhalten. Ash bleibt bei ihm, haben sich inzwischen doch zarte Gefühle zwischen beiden entwickelt, doch beide ahnen nicht, wie weit Royden Cale gehen würde, um zu bekommen, was er will.

Da es ein Kai Meyer ist, musste ich das Buch natürlich lesen, auch wenn ich schon beim zweiten Arkadien Teil gemerkt habe, dass ich vielleicht langsam zu alt werde für seine Jugendbücher. Irgendwie fehlt mir da immer so ein bisschen die Überraschung und die Liebesgeschichten sind auch immer recht vorhersehbar und gleich, aber trotzdem wollte ich dem Buch natürlich eine Chance geben.
Das Äußere finde ich nicht sonderlich beeindruckend, aber es passt zum Stil der anderen Bücher von Kai Meyer, die der Carlsen Verlag bereits veröffetlicht hat. Die Schrift gefällt mir gut und die Polaroids auf der Rückseite passen natürlich gut zu Ash und ihrer Liebe zum Fotografieren. Trotzdem hätte es mich nicht unbedingt zwischen anderen Buchcovern angesprungen.
Die Charaktere waren recht unterschiedlich gestaltet und hatten alle einen tieferen Hintergrund, allerdings waren ihre individuellen Eigenschaften eher knapp bemessen. Trotzdem waren sie für meinen Geschmack treffend geschrieben und man konnte ihre unterschiedliche Art gut ausmachen. Leider ging es mir an dieser Stelle mit der Liebesgeschichte aber auch ein bisschen schnell.
Die Geschichte war für mich sehr interessant erdacht und die Figuren, die auftauchten passten gut in das Konzept. Die Handlung verfolgte ein schlüssiges Ziel und ließ dabei den roten Faden nicht aus den Augen. Leider gab es deshalb aber auch wenig Überraschungen und die Spannung blieb an vielen Stellen auf der Strecke. Da wäre auf jeden Fall mehr drin gewesen, um den Leser zu überraschen. So hatte ich das Gefühl immer schon vorher zu wissen, worauf die Geschichte nun hinauslaufen würde. Zumindest ab der Hälfte des Buches, war das Ende schon recht deutlich abzusehen.
Leider erschien mir auch die Beschreibung der Gefühle in den meisten Situationen eher durchschnittlich. Ash hat für meinen Geschmack viel zu schnell den Wandel von der Person, die immer wegläuft, zu dem Mädchen, das ihren Freund retten und beschützen will, durchgemacht. Außerdem fand ich es schwer die Furcht und die Angst vor Libatique mitzuempfinden, weil die Gefühle hin und wieder etwas stumpf wirkten.
Trotz allem mag ich Kai Meyers Schreibstil aber noch immer. Es wirkt locker, aber nicht zu lapidar und es ist kein problem der Geschichte zu folgen. Die Kapitel sind von einem kleinen Umfang, so dass zum Einen nicht mitten im Kapitel aufgehört werden muss, wenn man mal nicht so viel Zeit zum Lesen hat, man aber doch durch die meist recht spannenden Enden dazu angehalten wird weiter zu lesen, wenn man denn Zeit dazu hat. Also ein durchaus ausgewogenes Maß, das einem das Lesen erleichtert.

Insgesamt hat mich die Geschichte also überzeugt, auch wenn es kleinere Schwächen gab. Deshalb sind es auch am Ende nur drei Blumen geworden. Eine unterhaltsame Geschichte und einige schöne Lesestunden bietet das Buch aber durchaus und wahre Fans von Kai Meyer sollten es sich ohnehin nicht entgehen lassen, gerade weil es zur Abwechslung mal ein in sich geschlossenes Buch ist, das nicht als Trilogie angelegt wurde.
Aussehen: ♥♥♥
Charaktere: ♥♥♥♥
 Spannung: ♥♥♥
 Humor: ♥♥
 Schlüssigkeit: ♥♥♥♥
 Originalität: ♥♥♥
 Emotionale Tiefe: ♥♥♥
 Schreibstil: ♥♥♥

TTT - Top Ten Thursday #1



Guten Morgen, ihr Lieben! Wie bereits angekündigt haben Meggie und ich uns entschieden, endlich auch mal an dieser tollen Aktion von Steffis Bücherbloggeria teilzunehmen. Viele Blogs, denen wir folgen, tun das nämlich und es ist einfach ganz spannend, da bei verschiedenen Leuten mal in den Listen zu stöbern.
Ab heute kann man dann auch einmal die Woche bei uns stöbern, immer schön im Wechsel. Für Steffi ist es der 175. TTT, für uns der erste! Den Anfang mache heute mal ich und das Thema ist:


10 Bücher, die schon am längsten auf deinem SuB liegen.


1. "Adam Copeland on Edge" von Adam Copeland
Hierbei handelt es sich quasi um die Biographie eines meiner Lieblings-Wrestler. Ja, es gab da mal eine Zeit, in der ich ganz exzessiv Wrestling geschaut habe und ich verfolge auch bis heute noch gerne die News der WWE, auch wenn ich nicht mehr etliche Stunden pro Woche investiere, um die Shows zu sehen. Meine Liebe für diesen Mann ist definitiv ungebrochen, aber zumeist überwiegt bei der Frage "was lese ich denn als nächstes?" doch immer irgendein anderes Buch. Aber aufgeschoben ist ja bekanntlich nicht aufgehoben!

2.  "World without End" von Ken Follett
Im deutschsprachigen Raum ist das Buch besser bekannt als "Die Tore der Welt". Ich habe den Vorgänger "Die Säulen der Erde" damals auf Englisch gelesen und war begeistert. Entsprechend wollte ich den Nachfolger auch auf Englisch haben. Aber 1.111 Seiten auf Englisch... dazu muss ich mich erstmal aufraffen. Wie gesagt, "Die Säulen der Erde" war großartig auf Englisch, aber ich habe sehr lange dafür gebraucht. Folglich hab ich mich noch nicht zu diesem Buch aufgerafft.

 3. "Feuer und Stein" von Diana Gabaldon
Hoch gelobt, auch von vielen aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis, und deshalb konnte ich natürlich nicht widerstehen, es mir auch ins Regal zu stellen. Aber auch hier greift wieder das "Wälzer-Problem": Knapp 800 Seiten nimmt man sich nur dann vor, wenn man richtig richtig in Stimmung ist und weiß, dass man auch die Zeit dafür hat.

4. "Shining" von Stephen King
 Ich bin ein großer Fan des Großmeisters des Horrors. Stephen King hat mir schon zu Schulzeiten heimlich unter dem Tisch viele spannend-schaurige Lesestunden beschert. Also darf natürlich auch "Shining" nicht in meinem Regal fehlen. Aber man hat ja natürlich schon den Film mit Jack Nicholson dazu gesehen und wenn man es zur Hand nehmen könnte, ist da immer der Gedanke: Na ja, du weißt ja schon, was passiert. Vielleicht lieber doch erst was anderes.

5.  "Kennedys Hirn" von Henning Mankell
Ich habe zugegebenermaßen noch nichts von Henning Mankell gelesen und das, obwohl man an diesem Namen ja in kaum einer Buchhandlung oder Bücherei vorbei kommt. Auch meine Tante schwört auf ihn und als wir zusammen Bücher shoppen waren, habe ich das hier einfach mal eingepackt. Allerdings muss ich für Verschwörungstheorien und internationale Schnitzeljagden auch in der entsprechenden Stimmung sein.

 6. "Das Blut der Verführung" von Anne Rice
Eins vorweg: Ich liebe Lestat und Louis. Mit diesen beiden Vampiren hat Anne Rice tatsächlich Charaktere geschaffen, die mich jetzt schon viele Jahre begleiten und immer noch zu meinen Lieblingen zählen, auch wenn ich aktuell nichts von ihnen lese. Allerdings hat mich "Memnoch der Teufel" von Anne Rice dermaßen traumatisiert (es war wirklich nicht gut...), dass ich mich seitdem nicht mehr an ein weiteres Buch getraut habe. Da aber bald "Prince Lestat" heraus kommt und ich darauf ganz heiß bin, sollte ich mich vielleicht doch mal dran wagen!

7.  "Das Spiel" von Stephen King
Jetzt komm ich langsam in Erklärungsnot, was meine eben deklarierte Liebe für Stephen King angeht, was? "Das Spiel" war ein Flohmarkt-Kauf, der schlicht und ergreifend dem Muster "Oh, ein King, den ich noch nicht habe!" folgte und zack, stand es in meinem Regal. Ich gebe zu, dass ich es da auf meinem SuB tatsächlich vergessen hab. Danke, Steffi, jetzt weiß ich wieder, dass es da liegt ;)

 8. "Die schönsten Sagen der Antike" von Gerhard Fink
Ich hab mich schon in der Schule sehr für antike Sagenwelt interessiert und das hat eigentlich nie nachgelassen. Es macht einfach Spaß, ab und zu reinzublättern und diese oder jene Sage nochmal nachzulesen. Eigentlich hatte ich mir allerdings vorgenommen, einmal das ganze Buch von vorne bis hinten zu lesen, mit allem was darin ist. Nur bin ich dazu irgendwie noch nie so richtig gekommen.

9. "Quickshot" von Lara Möller
Ein Shadowrun Roman, genauer gesagt der zweite Teil eines solchen. Den Vorgänger "Ash" habe ich verschlungen und mit "Quickshot" auch angefangen, aber dann war die Shadowrun-Euphorie erstmal wieder abgeflaut und ich hab das Buch liegen lassen. Wenn ich es nochmal zur Hand nehme, müsste ich auf jeden Fall nochmal von vorn anfangen - aber der nächste Shadowrun-Flash kommt bestimmt.

10.  "Die Kinder von Eden" von Ken Follett
Bislang fand ich eigentlich alle Follett Bücher, die mir in die Hände gefallen sind, sehr sehr gut. "Die Nadel" war eins meiner ersten überhaupt. Aber auch bei Politthrillern dieser Art muss einfach die Stimmung die richtige dafür sein.


Ich muss zugeben, einige Bücher hatte ich so gar nicht mehr auf dem Schirm :) Vielleicht hat dieses kleine in-Erinnerung-Rufen jetzt dazu beigetragen, sie von ihrer Existenz als SuB-Leichen zu erlösen.
In diesem Sinne,



Zitat #2 - Die Berufene

Guten Morgen ihr Lieben.

Auch ich habe heute ein Zitat für euch. Noch immer bin ich mitten im Geschehen um Melanie, in "Die Berufene". Langsam wird es dort wirklich brenzlich und mehr als einmal wurde die moralische Frage nach dem Umgang mit den infizierten Kindern jetzt schon aufgeworfen und von allen Seiten beleuchtet. Trotzdem schafft es M.R. Carey zwischendurch Augenblicke zu schaffen, in denen die Geschichte zur Ruhe kommt. Nur einen Moment bleibt Zeit zum Durchatemen und dann entstehen solche wortbildlichen Abhandlungen über Melanies Empfindungen, die ich unbedingt mit euch teilen wollte:

"Plötzlich fühlt sie sich wie eine Ameise, die geduckt ganz unten in dieser Welt existiert. Ein feststehendes Atom in einem Meers des Wandels. Die Grenzenlosigkeit der Erde umfasst sie und dringt in sie ein. Schluck für Schluck sauft sie die berauschende, überladene Atmosphäre in sich auf.
Und selbst in ihrem benommenen, erschöpften Zustand, selbst mit den Erinnerungen an Fleisch und abstoßende Gewalt, die ihren Verstand überlagern, gefällt es ihr. Sehr sogar.
Besonders die Gerüche. Ihre Wirkung ist ganz anders als der Geruch von Menschen, und trotzdem sind sie aufregend. Sie wecken etwas in ihrem Bewusstsein, das bisher geschlafen haben muss.
Und sie helfen ihr dabei, den Hunger auf Fleisch und die Erinnerungen so weit von sich zu schieben, dass sie nicht mehr so schmerzhaft sind, nicht mehr so beschämend. Nach und nach fühlt sie sich wieder wie sie selbst."
Die Berufene - M.R. Carey, Seite 154

Gemeinsam Lesen #1

 veranstaltet von: Weltenwanderer & Schlunzenbücher

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?


M. R. Carey - Die Berufene und ich bin auf Seite 152.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

"Langsam beruhigt sich Melanie wieder."

3. Was willst du unbedingt zu deinem aktuellen Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)

 Ich habe die 152 Seiten in den letzten drei Tagen verschlungen, wobei ich am Sonntag Abend zu müde zum Lesen war, also waren es eigentlich nur zwei Tage. In Anbetracht der Tatsache, dass ich im Augenblick zum Lesen nicht wirklich motiviert bin, weil ich so viel für meine Bachelor-Arbeit lesen muss, ist das wirklich eine Menge.
Die Geschichte hat mich gepackt und ich befinde mich quasi in einem dauerhaften Zustand des Nachdenkens darüber, was sie diesen Kindern schreckliches antun. Darf man sowas einfach machen? Nun wissenschaftlich gesehen, sind die Kinder natürlich keine lebendigen Kinder mehr, aber rechtfertigt das, sie lebendig aufzuschneiden und ihre Gehirne zu untersuchen, ehe man sie entsorgt wie Abfall? Ein wirklich sehr kontroverses Thema, dass sich M.R. Carey da ausgesucht hat.

4. Kannst du dich dran erinnern, welches das erste Buch war, dass du jemals selbst gelesen hast? Fing deine Buchleidenschaft schon direkt mit diesem ersten Buch an?

Puh. Das erste Buch, dass ich selbst gelesen habe... Da bin ich echt überfragt, was das war. Ich weiß, dass ich recht früh die Bücher von Ottfried Preußler im Regal stehen hatte und "Das kleine Gespenst" super toll fand, aber ob ich die wirklich selbst gelesen habe, weiß ich nicht mehr. Auf jeden Fall kam aber spätestens in der dritten Klasse "Ben liebt Anna". Das habe ich selbst gelesen dann wohl, aber das hat mich ganz sicher nicht zu so einer Leseratte gemacht. Das hat glaube ich erst etwas später angefangen. Im Sommerurlaub nach der dritten oder vierten Klasse. Da habe ich die Wellenläufer von Kai Meyer gelesen und danach gab es glaube ich kaum Tage, an denen ich kein Buch in der Hand hatte.

Und wie sieht es bei euch so aus? Liest vielleicht gerade noch jemand "Die Berufene" und kann meine Gefühle nachempfinden? Oder was hat euch zu der Leseratte gemacht, die ihr heute seid?

Liebe Grüße
 

BR - Sarah Dunant - Der Palast der Borgia


REZENSIONSEXEMPLAR
Vielen Dank an vorablesen und Suhrkamp und den Insel Verlag!
Taschenbuch
 Erschienen am: 15.09.2014
Verlag: Insel Verlag
ISBN:  978-3458360339
Seitenanzahl: 641
 Preis: 14,99 €






Je mehr Skandale, desto besser. Man soll uns fürchten, solange wir am Leben sind, und uns auch nach unserem Tod niemals vergessen.

Das Jahr 1492. Im Vatikan wird im Konklave ein neuer Papst gewählt. Er nennt sich Alexander VI. und mit ihm steigt seine Familie in Rom in die höchsten Kreise des Adels und der Kirche auf. Rodrigo Borgia scheint am Ziel angelangt zu sein, doch es ist lange nicht so leicht auf dem Papstthron zu bestehen, wie ihn erst einmal zu erlangen. Um eine Liga gegen die Feinde aufzubauen, sucht er sich starke Verbündete, die er mit Eheschließungen seiner Kinder an die Familie zu binden sucht. Es bedarf allerdings keiner sonderlichen Menschenkenntniss, um zu sehen, dass die unehelichen Kinder des Papstes vielleicht eher der Untergang, als die Sicherung der päpstlichen Krone sind. Lucrezia empfindet viel mehr für Cesare, als es für einen Bruder angebracht wäre. Cesare seinerseits würde alles tun, um seine Schwester zu beschützen. Wikrlich alles! Juan wurde schon immer von seinem älteren Bruder verachtet, weil er, der Liebling des Vaters, sich alles erlauben konnte. Dann ist dann noch Jofré, doch der Junge ist eigentlich noch viel zu klein, um eine Rolle zu spielen, oder? Der Aufstieg und der Fall der Borgias, eine Geschichte um Leidenschaft und Intrigen.


Zu allererst muss ich an dieser Stelle wohl gestehen, dass ich das Buch nicht zu Ende gelesen habe. Eigentlich wollte ich mich dazu zwingen, doch bei fast 700 Seiten und der Zeitbelastung durch Unisachen, für die ich auch am Tag mehrere 100 Seiten lesen muss, habe ich mich dazu entschieden nach 200 Seiten nur noch den Schluss des Romans zu lesen. Warum? Nun, das werde ich hier versuchen etwas genauer auszuführen.
Das Cover des Buches war für mich recht ansprechend. Es wirkt bei genauerer Betrachtung vielleicht etwas sehr kitschig und stilisiert, doch trotzdem passt es zum Thema und ist durch die hellen Farben und das rote Kleid der Dame (bei der ich mich allerdings frage, wer sie sein soll) sofort ein Hingucker, der Aufmerksamkeit erregt. Deshalb gibt es in dieser Kategorie auch so viele Punkte von mir.
Die Charaktere. Da haben wir schon den ersten Punkt, an dem meine Kritik ansetzt. Für mich wirkten sie allesamt lieblos niedergeschrieben. Lucrezia schien noch recht passend, als naives Kind, das sie anfänglich sicher auch war, doch auch wenn alle anderen Personen durchaus ihre Eigenheiten hatten, fehlte mir irgendwie ein klarer Protagonist. Das ständige Springen zwischen den Sichtweisen mitten im Kapitel hat es schwer gemacht wirklich einen Zugang zu finden und die Tiefe, die die Charaktere eigentlich mit sich bringen sollten, zu erkennen. Für mich wirkten sie alle eher platt und lieblos und ich konnte keinen Weg finden mich mit ihnen zu identifizieren.
Auch mit der Spannung wurde es bei mir so recht schwer. Da ich keinen klaren Zugang zu den Figuren gewinnen konnte, blieb das Mitfiebern und die Furcht um die Ereignisse aus. Natürlich mag das auch etwas daran liegen, dass ich die Geschichte der Borgias natürlich kenne, doch ich hatte erwartet, dass Sarah Dunant das auf ihre eigene Weise umsetzen würde und ich so noch neue Wendungen kennenlernen würde. Leider blieb diese Erfahrung auf den ersten 200 Seiten aus.
Schlüssig erzählt war die Geschichte natürlich, immerhin hat sich die Autorin an zahlreichen historischen Quellen und der Sekundärliteratur zum Thema orientiert, was ich anbei angemerkt erstaunlich finde bei einem Historischen Roman, der auf Unterhaltung abziehlt, und deshalb positiv hervorheben möchte. Auch, dass hin und wieder größere Zeitsprünge gemacht wurden, ist vermutlichsinnvoll, da die Geschichte vom Aufstieg bis zum Fall sonst einfach zu umfangreich ist. Zumindest in dem allumfassenden Rahmen, den sich die Autorin gesetzt hatte. Mir hätte allerdings der Blick durch die Augen eines Protagonisten mehr zugesagt als die schnell aufeinanderfolgenden Zeitschnipsel.
Ob das Thema Borgias nun Origienll ist, bleibt wohl eine offene Frage, doch zumindest hat Sarah Dunant versucht einen eigenen Zugang zum Thema zu finden. Auf ihre Weise ist ihr dies sicher auch gelungen, allerdings sagt mir persönlich diese Art und Weise nicht zu. Die nächsten beiden Absätze werden das noch genauer erklären.
Die emotionale Tiefe hat mir auf den 200 Seiten fast vollkommen gefehlt. Am Tag von Lucrezias Hochzeit gab es recht gute Ansätze dazu, doch durch den Sichtwechsel im Kapitel von Lucrezia zu ihrem Mann und zu Ceasare, wurde dieser Ansatz auch gleich wieder zerstört. Wie oben bereits erwähnt, hatte ich keinerlei Zugang zu den Emotionen der Figuren und fühlte mich vollkommen außenvor.
Das lag meiner Meinung nach vor allem am Schreibstil der Autorin. Anfangs hat mich das Präsens unheimlich gestört. Für mich gehören Romane und gerade historische Romane ins Präteritum. Allerdings muss ich auch eingestehen, dass ich mit der Zeit einfach darüber hinweggelesen habe und nur nach gedanklichen Einschüben hin und wieder über ein Verb gestolpert bin. Auch fand ich es nach der Leseprobe recht schade, dass das Buch nicht aus Lucrezias Sicht war, sondern immer wieder hin und her gesprungen ist.
Das allein hat also dem Buch nicht den Abbruch getan. Was allerdings für mich gerade im Augenblick untragbar war, war der distanzierte Stil, in dem Sarah Dunant das ganze präsentiert. Zu keinem Zeitpunkt fühlte ich mich den Charakteren nah und verbunden und die Geschichte wurde eher nacherzählt, als spannend aufbereitet. Entsprechend hätte ich genauso gut ein Sachbuch über die Geschichte lesen können, mit dem Unterschied, dass ich dort zumindest auf Emotionslosigkeit und Distanz vorbereitet gewesen wäre. Selbst manche populärwissenschaftliche Autoren bringen allerdings in ihren Werken noch mehr Gefühl rüber, als Sarah Dunant in diesem Roman.
Aufgrund der hunderten von Seiten, die ich im Augenblick mit wissenschaftlichen Veröffentlichungen und Sachbüchern am Tag verbringe, konnte ich mir das Weiterlesen an dieser Stelle also leider nicht antun, da ich nach dem Unistress einfach nur gemütlich abschalten und entspannen möchte beim Lesen.

Insgesamt war ich in meinen Ansprüchen, gerade weil ich mich mit dem Thema so gut auskenne, also vielleicht einfach zu hoch angesiedelt. Ich habe gesehen, dass viele andere Leser das Buch toll fanden und ganz andere Ansichten haben als ich. Trotzdem kann ich das Buch so nicht jedem empfehlen. Jemand, der die Geschichte noch nicht kennt und gerne mehr darüber erfahren möchte, aber auch kein bloßes Faktenwissen aus einem Lexika lesen möchte, ist mit diesem Buch richtig bedient. Wer aber ein spannendes Werk voll gefühl, Leidenschaft und Intrige sucht, sollte lieber die Finger davon lassen. Natürlich bin ich trotzdem dankbar für die Chance, die ich durch vorablesen bekommen habe und bereue es auch nicht Zeit in das Buch investiert zu haben. Immerhin ist es auch hilfreich zu erkennen, was man nicht erwartet oder was einem weniger zusagt.

Aussehen: ♥♥♥♥
Charaktere: ♥♥
 Spannung: ♥♥
 Humor: ♥
 Schlüssigkeit: ♥♥♥
 Originalität: ♥♥♥
 Emotionale Tiefe: ♥
 Schreibstil: ♥♥ 

Die neue LicentiaPoeticae Lesewoche

Hallo ihr fleißigen Blogleser und Blogleserinnen,

Ivy und ich haben ein paar kleine Neuerungen für euch, die ich hier ankündigen möchte:

Wir haben uns dazu entschieden ab jetzt an einigen Aktionen teilzunehmen, die in einem regelmäßigen Rythmus wiederkehren werden auf diesem Blog.
Als erstes wird ab jetzt jeden Donnerstag im Wechsel einer von uns beiden am Top Ten Thursday teilnehmen, der von  Steffis Bloggeria veranstaltet wird. Das heißt ab jetzt wird je einer von uns Donnerstags die Liste der Top Ten aufstellen.

Der andere wird in dieser Woche aber nicht untätig bleiben, sondern jeweils am Dienstag im Wechsel entweder bei der Aktion Gemeinsam Lesen von Weltenwanderer und Schlunzenbücher teilnehmen oder euch einen kleinen Ausblick auf das geben, was er in der nächsten Zeit lesen möchte, damit ihr auch top informiert seid, was sich in nächster Zeit hier tun wird.

Natürlich gibt es auch weiterhin unsere Zitateposts, die wir gerade eingeführt haben, die wir aber an keinen festen Tag binden wollen. Auch wird es natürlich weiterhin Rezensionen geben und die anderen Posts, in denen wir euch informieren oder einfach Fragen an euch haben.

Jeweils den ersten Sonntag im Monat werde ich nach dem Abschluss meiner BA-Arbeit dann auch wieder dazu nutzen, um euch zu erzählen, was ich neben dem Lesen noch alles mache.

Was haltet ihr von unserer neuen Lesewoche, macht ihr vielleicht auch bei einer der Aktionen mit? Wir sind gespannt auf eure Meinung.
Alles Liebe


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