BR - Joanne K. Rowling - Harry Potter and the Cursed Child




 Titel: Harry Potter and the Cursed Child
 Reihe: Harry Potter Band 8
 Autor: J. K. Rowling & John Tiffany & Jack Throne
 Genre: Jugendbuch, Fantasy
 Verlag: Little Brown Book Group
 ISBN: 978-0-75156535-5
 Seitenzahl: 320 Seiten
 Preis: 14,99 €




 
But I had to meet you in the end... eleven years old, and you were so brave. So good. You walked uncomplainingly along the path that had been laid at your feet. Of course I loved you... and I knew that it would happen all iver again... that where I loved, I would cause irreparable damage... I am no fit person to love... I have never loved aithout causing harm..


It was always difficult being Harry Potter and it isn’t much easier now that he is an overworked employee of the Ministry of Magic, a husband and father of three school-age children. While Harry grapples with a past that refuses to stay where it belongs, his youngest son Albus must struggle with the weight of a family legacy he never wanted. As past and present fuse ominously, both father and son learn the uncomfortable truth: sometimes, darkness comes from unexpected places. 

Ich glaube es war tatsächlich das erste Mal, dass ich nicht abwarten konnte. Als das Buch Ende Juli auf Englisch erschien, war ich gerade in Frankfurt angekommen und gefühlt jeder wollte es lesen und wissen, was es mit dem verwunschenen Kind aus sich hat. Da ich nicht alles schon vorher wissen wollte und es auch wirklich herbei gesehnt hatte, habe ich mir das Buch dann tatsächlich als EBook auf Englisch gekauft, damit ich es direkt lesen konnte. Das Deutsche soll zwar noch einen Platz im Regal bekommen, ich habe es aber noch nicht hier.
Zuvor habe ich keines der Bücher auf Englisch gelesen, aber es fiel mir nicht schwer in Rowlings Gebrauch von Worten zu finden. Außerdem ist das Ganze als Theaterstück ja ohnehin recht leicht zu verstehen und sehr bildlich dargestellt. Das hat mir wirklich geholfen auch alles zu verstehen. Tatsächlich hatte ich mit den magischen Begriffen auch gar keine Probleme, was das Verständnis angeht.
Für mich war dieses Buch abseits von der Geschichte eine wunderschöne Sache. Meine ganze Kindheit lang haben mich die wundervollen Charaktete begleitet und ich wollte so gern auch ein Schüler in Hogwarts sein. Entsprechend war es sofort ein vertrautes Gefühl, als ich begonnen habe zu lesen. Auch wenn es zuerst etwas befremdlich ist, dass sie alle erwachsen sind und es nun um ihre Kinder geht, war auch das sehr spannend. Tatsächlich ist es sehr interessant, was aus den eizelnen Figuren geworden ist und wie sie sich inzwischen verhalten. Ein bisschen ist man selbst ja auch gealtert und sieht vielleicht das ein oder andere nicht mehr wie in seiner Kindheit, auch wenn natürlich bei uns keine 19 Jahre dazwischen liegen.
Die ganze Aufmachung des Stücks hat mir sehr gut gefallen, und obwohl es kein Roman ist, konnte man die Geschichte doch fließend lesen und sich in die Situation hineinversetzen. Die Idee der Zeitumkehrer empfand ich als sehr gelungen. Ich kann Albus sehr gut verstehen und finde seine Verzweiflung wird auch sehr schön beschrieben. Vermutlich hätte ich mich zu ganz ähnlichen Dingen hinreißen lassen, wenn ich an seiner Stelle gewesen wäre. Es ist spannend zu sehen, wie viel nur ein kleines Ereignis bedeutet und wie sehr es die ganze Welt verändert hätte, wenn ein Mensch im Krieg nicht gestorben wäre. Dieses Gedankenspiel hat mir sehr gut gefallen.
Ob es nun einen ganz bestimmten Charakter brauchte, um die Gefahr darzustellen, die von Experimenten mit der Zeit ausgeht, darüber lässt sich sicher streiten. Ich finde besagten Charakter an sich nicht schlecht, allerdings erscheint er mir doch etwas unausgewogen und nicht unbedingt notwendig als Gegenpart zu Albus und Skorpius. Die Freundschaft der beiden Jungen fand ich besonders schön, weil sie so einen schönen Kontrast zu ihren Eltern darstellt, die sich noch immer nicht wirklich verstehen können.


Einmal Potter-Fan, immer Potter-Fan. Selbst mit dem Theaterstück konnte Rowling mich wieder für eine gewisse Zeit verzaubern und in eine ganz andere Welt entführen.  Das Lesen war wie die Heimkehr nach viel zu langer Zeit. Als würde ich zurück nach Hause kommen und endlich meine Freunde und meine Familie wieder in die Arme schließen. Ich finde dieses Buch gehört nicht nur in das Regal jedes Fans, sondern eignet sich auch sehr gut, um vielleicht doch noch die Liebe zu Hogwarts und einer Welt voller Magie zu entdecken.

Aussehen: ♥♥♥♥
 Spannung: ♥♥♥♥
 Schlüssigkeit: ♥♥♥
 Emotionale Tiefe: ♥♥♥
 Schreibstil: ♥♥♥♥♥

Gemeinsam Lesen #78 - Distel und Rose (2)

 veranstaltet von: Schlunzenbücher

Guten Morgen miteinander!

Ich hatte leider zwei ziemlich anstrengende Wochen, in denen ich mit dem Lesen kaum voran gekommen bin. Viel Arbeit und wenn ich nach Hause gekommen bin wenig Motivation noch irgendwas zu tun, für das ich meinen Kopf benutzen müsste. Also habe ich mich nicht mal ganz 200 Seiten bewegt. Deshalb muss ich euch heute nochmal "Distel und Rose" präsentieren, ich hoffe ihr seht's mir nach :)


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?



"Distel und Rose" von Julia Kröhn
Seite 418


2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
"Keine Angst."

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, Zitat, was immer du willst!)
Wie gesagt, vor zwei Wochen hab ich euch das Buch schon mal im Rahmen dieser Aktion vorgestellt - der Inhalt ist natürlich immer noch der gleiche :) Allerdings kriege ich langsam Zweifel, ob die Klischee-Romanze tatsächlich so stattfindet wie ich sie mir vorgestellt habe. Und außerdem hat mich ein Charakter, den ich am Anfang sehr sehr mochte und der sich dann furchtbar unbeliebt gemacht hat, gerade angenehm überrascht. Strahlendes Comeback sozusagen!
Ich hoffe ich werde in den nächsten Tagen endlich fertig, so viel fehlt ja nicht mehr <3

4. In welchen regelmäßigen Abständen besuchst du Bücherläden und Bibliotheken?
Ha ha! Das ist ja DIE Frage für Meggie und mich.
Ich besuche 4-5 mal wöchentlich meine Bibliothek, denn ich arbeite da (an den anderen beiden Tagen hab ich Berufsschule) :D Entsprechend beziehe ich auch etwa 80% meiner Bücher aus der Bibliothek.
Die Buchhandlung dagegen sehe ich meistens nur noch, wenn ich Meggie auf der Arbeit besuche oder Geschenke für Freunde und Bekannte besorge. Seit ich in meiner Bibliothek angefangen habe, kaufe ich erheblich viel weniger Bücher, das ist einfach so.

Und ihr? Seid ihr Mitglied in einer Bibliothek? Habt ihr einen festen Bücherbummel-Tag oder so was? Da bin ich jetzt doch neugierig :)

Liebe Grüße!









Cover Monday #69 - Irgendwo im Glück

Eine Aktion von The emotional Life of Books

Guten Morgen zusammen!

Ich bin wieder gut zuhause angekommen und muss heute auch gleich wieder in den ganz normalen Alltagswahnsinn starten. Aber die neuen Arbeitszeiten meines Freundes haben auch einen Vorteil: Ganz viel Zeit ehe ich los muss und somit auch Zeit euch mein heutiges Cover noch vor der Spätschicht zu zeigen:



Dass ich Anna McPartlin liebe ist vielleicht dem ein oder anderen aufmerksamen Leser des Blogs nicht entgangen, deshalb muss ich euch auch ihr neues Buch vorstellen.
Tatsächlich ist es etwas ungewohnt, weil die anderen Cover immer eher dunkel unterlegt waren, dafür strahlt dieses einen direkt an und erinnert noch ein bisschen an den Sommer, der sich jetzt so langsam dem Ende zuneigt. Für mich verkörpert dieses Buch einfach total die Marke, die die Autorin inzwischen ist und es zeigt auch schon, dass sie es schafft ernste Themen in einen durchaus auch humorvollen Rahmen zu setzen.

Was haltet ihr von einer solchen Gestaltung? Sprechen euch die Farben an?

Liebe Grüße





Zitat #42 - Distel und Rose (2)

"Ich weiß nicht, wann die größten Lügen erzählt werden - ob in Zeiten des Krieges, wenn die Menschen behaupten, sie würden die Waffen sinken lassen, sobald der böse Feind besiegt sei, oder in Zeiten des Friedens, wenn jeder beteuert, wie viel ihm an diesem Frieden liegt und dass nur der böse Nachbar ein Interesse habe ihn zu brechen. Wie auch immer: Männer schwingen gerne Schwerter, und das Erste, was blutend unter ihren Klingen fällt, ist meist die Wahrheit."
("Distel und Rose" von Julia Kröhn, Seite 281/282)

BR - Anja Reschke - Und das ist erst der Anfang




 Titel: Und das ist erst der Anfang
 Reihe: -
 Autor: Anja Reschke
 Genre: Sachbuch
 Verlag: Rowohlt Polaris
 ISBN: 978-3499631849
 Seitenzahl: 333 Seiten
 Preis: 12,99€








Deutschland und die Flüchtlinge. Ein Thema, das wohl nicht nur polarisiert, sondern auch Menschen der unterschiedlichsten Schichten und Regionen im ganzen Land wieder bewegt. Etliche in eine meiner Meinung nach mehr als fragwürdige, viele aber auch in eine unglaublich positive, hilfsbereite und weltoffene Richtung.

Anja Reschke, Innenpolitik-Chefin des NDR, hat den Entschluss gefasst zu diesem aktuellen Thema der Nation Beiträge, Artikel und Aufsätze zusammenzustellen, die ganz unterschiedliche Haltungen wiederspiegeln und auch ganz verschiedene Bereiche der Thematik abdecken. So befassen sich die zahlreichen Autoren, die in diesem Sammelband vertreten sind, unter anderem damit, was Menschen eigentlich dazu treibt ihre Heimat unter den widrigsten, ja, lebensgefährlichen Bedingungen zu verlassen. Sie beschreiben, welche Routen am stärksten frequentiert sind und welche Entbehrungen und Gefahren diese bergen. Sie berichten teilweise von ihrem eigenen Schicksal als Flüchtling oder haben mit Menschen gesprochen, die sich in Deutschland ein neues, ein sicheres Leben erhoffen. Sie zeigen aber auch auf, welche Chancen und Risiken Migration in diesem Ausmaß birgt.

Das Buch deckt also wirklich ein sehr breites Spektrum an Aspekten ab und betrachtet den ein oder anderen Punkt auch durchaus kritisch. Für alle, die aber ein Werk wollen, in dem alles schlecht geredet und festgefahrene Meinungen und Ängste bestärkt und geschürt werden, ist "Und das ist erst der Anfang" nicht das, was sie suchen - ganz sicher aber das, was sie unbedingt lesen sollten. Die Beiträge sind zum Teil menschlich-berührend, aber auch sachlich und faktenreich. Viele wollen natürlich überzeugen und den meisten gelingt es meiner Meinung nach auch.

Für mich waren viele neue Aspekte und Informationen in diesem Buch enthalten, erschreckend, aufrüttelnd, manchmal auch mit richtigen Aha-Momenten gespickt, als sich mir Zusammenhänge erschlossen haben, vor denen ich vorher die Augen verschlossen hab. Ich kann nur jedem empfehlen, den das Thema auf die eine oder andere Art bewegt, einen Blick hinein zu werfen und zuzulassen, dass die Autorinnen und Autoren, die hier zusammen gekommen sind, seinen Horizont erweitern.


Aussehen: ♥♥♥
 Humor: -
 Schlüssigkeit: ♥♥♥♥
 Emotionale Tiefe: ♥♥♥♥
 Schreibstil: ♥♥♥♥








HBR - Marc-Uwe Kling - Die Känguru-Offenbarung




 Titel: Die Känguru-Offenbarung
 Reihe: Die Känguru-Trilogie #3
 Autor: Marc-Uwe Kling
 Sprecher: Marc-Uwe Kling
 Genre: Humor/Satire
 Verlag: Downtown
 Laufzeit: 460 Minuten
 Preis: 14,99€


ACHTUNG! TEIL 3 EINER REIHE! ENTHÄLT MÖGLICHERWEISE SPOILER ZUM VORHERIGEN TEIL!

Langsam erweist sich das mit der Spoiler-Warnung als wahr, denn die Geschichte knüpft praktisch übergangslos an die letzten Minuten des Känguru-Manifests an. Das Känguru wurde bei der Einwanderungsbehörde angeschwärzt, mutmaßlich von einem gewissen Pinguin, und abgeschoben. Aber es wäre nicht das Känguru, wenn es nicht einen Weg zurück ins Geschehen finden würde! Aus dem Untergrund, gedeckt durch das asoziale Netzwerk, beginnt es gemeinsam mit Marc-Uwe mit der Suche nach dem Pinguin. Ein Unterfangen, das sich als sehr schwierig herausstellt, denn der Pinguin scheint überall zu sein - und noch dazu überall in einer sehr einflussreichen Position. Der Showdown bahnt sich an...

"Die Känguru-Offenbarung" hat einen großen Teil unserer Heimfahrt aus Schottland begleitet und was soll ich sagen? Es hat unglaublichen Spaß gemacht. Viele bereits lieb gewonnene (oder abstruse) Figuren aus den vorigen beiden Teilen tauchen wieder auf. Vage angedeutete, lose Handlungsfäden werden wieder aufgegriffen und doch noch irgendwie ihrer Bestimmung zugeführt. Das ganze Konstrukt, das ja in Teil 1 mit einem unterhaltsamen Flickenteppich an Anekdoten begonnen hat, nimmt - wie wir erfahren natürlich auf Bestreben von Marc-Uwes Lektor, der selbst als meiner Meinung nach sehr gelungene Figur auftaucht - tatsächlich endlich richtige Züge einer in sich geschlossenen Geschichte an. Es gibt einen roten Faden. Und wo er rote Faden einmal ins Leere führt, da wird geschickt getrickst mit einer kleinen Definition: "Handlungsloch, das..."
Auch der Showdown ist vermeintlich die Idee des Lektors und er bringt sehr viel Potenzial für dramatische Offenbarungen mit sich, ganz so wie es sich für den Titel gehört. Marc-Uwe Kling liest auch dieses Hörbuch selbst und macht das absolut großartig. Ich habe Tränen gelacht über ein Pinguinküken namens "der Schredder", einfach nur weil er es auf die Art vorgelesen hat wie er es getan hat. Oder vielleicht war ich auch einfach nur hysterisch und müde nach einer so langen Autofahrt.

In jedem Fall hat mich auch der Abschluss der Känguru-Trilogie überzeugen können, auch wenn es einen kleinen Abzug in der B-Note gibt, weil das plötzliche in-einen-feste-Story-Rahmen-gequetscht werden der Geschichte nicht immer nur gut getan hat. Trotzdem lässt mich dieser Abschluss sehr zufrieden zurück und ich würde die Känguru-Trilogie auf jeden Fall jedem empfehlen, der es gerne satirisch und zynisch mag.


Aussehen: ♥♥♥♥
 Charaktere: ♥♥♥♥♥
 Spannung: ♥♥♥♥
 Schlüssigkeit: ♥♥♥
 Humor: ♥♥♥♥♥
 Sprecher/in: ♥♥♥♥♥




Gemeinsam Lesen #77 - Der Nachtmanager

 veranstaltet von: Schlunzenbücher

Hallo zusammen :)

Schon etwas spät am Dienstag, aber ich habe euch und unser Gemeinsam Lesen natürlich nicht vergessen. Und was das tollste ist: Ich habe alle Klausuren hinter mir. Zwei habe ich auch schon zurück, die für mich sehr gut ausgefallen sind. Mal sehen ob ich mich bei den anderen am Ende ärgern muss, aber selbst wenn; erstmal bin ich durch und froh, dass es geschafft ist. Jetzt nur noch bis zum Wochenende durchhalten und dann geht es endlich zurück in die Heimat. Bis dahin hab ich mit meinem Buch allerdings noch einiges vor mir.


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?



"Der Nachtmanager" von John Le Carré
Seite 87


2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
Zürich, unten am See kauernd, zitterte unter einigen eisigen grauen Wolken.

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, Zitat, was immer du willst!)
Das Buch war ein Zufallsfund in der Bibliothek, die ich euch vor einigen Tagen gezeigt habe. Die Serie mit Tom Hiddleston und Hugh Laurie habe ich bereits angefangen zu gucken und dachte mir, dass es ja nicht schaden könne von John Le Carré auch mal etwas gelesen zu haben. Die Geschichte fand ich eh super spannend.
Der Satz den ihr oben seht sagt allerdings auch alles über meine Problematik mit diesem Autor aus. Es ist unglaublich kompliziert zu begreifen wer gerade wo, wie, was macht. Die Zeitsprünge sind oft unangekündigt und vollkommen unvorhersehbar. Sie bringend die laufende Handlung durcheinander. Sicher ist das super spannend, aber auch super anstrengend. Leider war das zu viel für meinen Klausurgeplagten Kopf, weshalb ich seit Donnerstag kein Wort mehr weitergelesen habe. Ich hoffe, dass ich die letzten Tage hier noch weiter komme, denn mitnehmen kann ich das Buch ja leider nicht.

4. Auf welches Hobby würdest du ausweichen, wenn es morgen plötzlich keine Bücher mehr gäbe, und deine vorhandenen auch alle nicht mehr da wären?
Furchtbarer Gedanke, denn dann wäre ich dazu auch noch arbeitslos! Wieso krieg ich in letzter Zeit eigentlich immer diese desaströsen Fragen? :D
Aber wenn es wirklich so kommen würde, dann würde ich vermutlich endlich mal wieder mehr Zeit ins Zeichnen und Malen investieren, vielleicht auch endlich mal schneller und mehr schreiben - wobei das ohne Bücher auch unsinnig ist, außer man würde dann einfach jede Menge neue schaffen.
Viel wahrscheinlicher wäre aber, dass ich dann endlich mal all die Computerspiele spielen würde, die noch in meinem Steam-Account vor sich hingammeln und darauf warten, dass ich sie doch irgendwann mal angucke.

Könntet Ihr ohne Bücher überhaupt leben? Was würdet ihr dann machen?

Ich wünsche euch noch einen schönen Dienstag Abend









Zitat #41 - Distel und Rose

"Von einem schottischen Begräbnis hungrig wegzugehen, hieße, den Toten zu beleidigen", sagte er nachdrucksvoll. "Wenn man dessen Leben mit trockenem Brot feierte, würde das nicht heißen, er wäre selbst saftlos gewesen? Und wenn man nur mit lauem Wasser darauf anstieße, würde das nicht heißen, er hätte selbst nach nichts geschmeckt? Wenn man wiederum nur Tränen über seinen Tod vergösse, würde das nicht heißen, er hätte zu wenig gelacht? Und wenn man ruhig und schweigend zusammensäße, würde das nicht bedeuten, dass er selbst sein Leben lang nicht tüchtig zugepackt, sondern die Hände in den Schoß gelegt hat? Nein, heute sollen sich die Tische biegen zum Zeichen dafür, wie reich das Leben ist. Jede Schüssel soll gefüllt werden, um zu zeigen, dass der Tote keine große Leere zurücklässt, sondern lebhafte Erinnerungen."
("Distel und Rose" von Julia Kröhn, Seite 168)

Abgebrochen - Rosa Liksom - Abteil Nr. 6 (Hörbuch)



Eine Zugfahrt von Moskau nach Ulan Bator in der Mongolei. Eine junge Finnin muss sich das Abteil mit einem älteren Mann teilen. Schon von der ersten Sekunde an ist sie von ihm angewidert. Seine derben Witze, sein grober Ausdruck und noch viel mehr seine frauenverachtenden Anmachen. Doch ein Wechsel in ein anderes Abteil ist nicht möglich und so sind sie mit einander gefangen, während draußen die Weiten der Sowjetunion vorbeiziehen. Sie erzählen sich ihr Leben, teilen ihr Schicksal, gehen gemeinsam aus, wenn der Zug mal wieder eine Zwangspause in Sibirien einlegen muss. Kommen sich näher – nehmen wieder Abstand. Beobachten das Land draußen und die Enge drinnen. Erzählen von ihrem Leben und den Enttäuschungen.


Zwei Fremde, die aufgrund von Platzreservierungen gezwungen sind, eine längere Zeit aufeinander zu hocken, ohne die Möglichkeit sich wirklich aus dem Weg zu gehen. Das Abteil wechseln ist nicht möglich, also bleibt den beiden nichts anderes als sich miteinander zu arrangieren. Er, so hat mir der Klappentext aus der Onleihe verraten, hat ein mehr als dunkles Geheimnis, das er seiner neuen Gefährtin irgendwann offenbart. So dunkel, dass es jeden normalen Menschen abschrecken würde. Doch ich war neugierig, ob die bis dahin entstandene Verbindung zwischen den beiden, wie sie manchmal aus Zweckgemeinschaften entsteht, ausreicht, um es zu verdauen und wie die junge Frau damit umgeht.

Was nach einer spannenden Prämisse klang, hat sich für mich leider nicht als "messerscharf", "wortgewaltig" oder "unglaublich intensiv" und "sinnlich" erwiesen, wie es die vollmundigen Stimmen auf dem Hörbuch-Cover versprechen. Ich habe in etwa 2 Stunden von den 6 der Gesamtlaufzeit gehört und habe zu keiner der beiden Figuren auch nur den Ansatz einer Bindung aufbauen können. Vielleicht war das auch beabsichtigt, immerhin bleiben die beiden Protagonisten namenlos, aber bei mir hat es einfach überhaupt kein Interesse geweckt, weiterzuhören. Immer mal wieder fließen Schnipsel aus der Vergangenheit der beiden ein, aber sie werden nie wirklich erklärt und wirken wie aufblitzende Gedankenfetzen, die dann auch gleich wieder im Nirvana verschwinden.
Es war mir schlichtweg egal, wie die Geschichte weitergeht und nach 2 Stunden habe ich dann dementsprechend auch die Reißleine gezogen und das Hörbuch abgebrochen. Schade eigentlich, denn die Idee fand ich durchaus reizvoll.

Buchhändlerplausch #3 - AGs

Noch einmal melde ich mich bei euch aus der Großstadt der Banken und des Buchhandels. Inzwischen ist das totale Lernchaos ausgebrochen, aber man soll ja auch hin und wieder eine Pause einlegen und da mir inzwischen beim Schreiben fast die Hand abfällt, ist Tippen eine wirklich gute Abwechslung. Die Zeit in Frankfurt neigt sich dem Ende, aber ich habe noch ein wirklich spannendes Thema über das ich berichten möchte:

AGs am media campus

Bisher habe ich euch noch nicht die wirklich wundervolle Bibliothek gezeigt, die der Campus zu bieten hat und die von unserem Literaturdozenten akribisch aufgerüstet und gepflegt wird. Aber jetzt habe ich dazu glücklicherweise noch die Chance, denn was da an Büchern wartet, ist wirklich der Wahnsinn. Auch das Baukonzept des ganzen Gebäudes ist faszinierend, aber davon könnt ihr euch auf den Bildern am besten selbst überzeugen.


Was hast das nun mit AGs zu tun? Ganz einfach. In den Räumlichkeiten der Bibliothek befindet sich gleichzeitig das Arbeitsumfeld von zwei AGs, die ich besucht habe. In diesem Fall waren es beides freiwillige Gruppen, in denen ich gern mitgewirkt habe, weil es mich einfach interessierte.

 


Zum einen müssen all die Bücher, die in der Bibliothek ausgeliehen werden - das funktioniert tatsächlich nach dem Prinzip der Gutgläubigkeit, heißt man kann einfach alles mitnehmen was man lesen mag, solange es den Campus nicht verlässt und man es zurück bringt - auch wieder in die Regale zurück. Deshalb habe ich unserem Literaturdozenten dabei geholfen die Bücher wieder alphabetisch einzusortieren. Das macht zwar unglaublich viel Spaß und man kann super viel entdecken dabei, aber leider findet man dabei auch so viel, das man unbedingt lesen möchte. Wenn doch die Zeit dazu nur da wäre. Immerhin konnte ich in einige Autoren mal reinstöbern, die ich immer mal lesen wollte und mir dadurch ein Urteil bilden, was auch schon viel wert war.

Zum anderen befindet sich auf der untersten Etage der Bereich, der zum Wareneingang der campuseigenen Buchhandlung gehört. Dort gibt es drei Gruppen. Die erste Gruppe ist dafür zuständig die Pakete der Verlage auszupacken und die Bücher danach zu sortieren was behalten werden soll und was eher nicht in den Laden passt oder wofür schlicht der Platz fehlt - ja das Platzproblem kennt man auch in Buchhandlungen ;).
Die zweite Gruppe - auch Beep-Gruppe - bucht die ganzen Bücher in der Warenwirtschaft ein. Das macht beim Scannen immer "Beep" daher der Name.
Die letzte Gruppe, der ich angehörte, räumt schließlich alles in die Regale, was zugebucht wurde. Wir haben uns dabei etwas nach Warengruppen aufgeteilt und da ich genommen habe, was über blieb - und sich scheinbar niemand getraut hat die Warengruppe vorher zu nehmen - habe ich die Belletristik weggeräumt. Im Speziellen allerdings nur alles was Anthologien sind, in Großdruck gedruckt war oder eben ein ganz normaler Roman war. Um Fantasy, Krimis, historische Romane und Frauenliteratur haben sich andere Leute gekümmert. Bei all den Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt kam da trotzdem einiges zusammen, das ich in der Zeit wegräumen durfte und wofür ich im Regal erst einmal Platz schaffen musste. Dafür mussten alte Titel oder alte Ausgaben entsprechend weichen.

Die letzte freiwillige AG, an der ich teilgenommen habe, war die Gruppe, die sich um den Online-Shop der Buchhandlung gekümmert hat. Dabei habe ich geschaut, dass die Startseite immer aktuelle Informationen enthält und gepflegt aussieht. Wir haben einiges an der Farbe und auch an den Bestenlisten rumgespielt. Leider bietet so ein White-Label-Shop nicht unendlich Möglichkeiten, doch ich finde die Seite sieht trotzdem sehr hübsch und aus und man erkennt gleich, dass sie zum Campus gehört.

Zusätzlich zu dem freiwilligen Angebot, das in der Freizeit erledigt wurde, gab es auch zwei Termine, an denen wir alle Pflicht-AGs belegen mussten.
Am ersten Termin war ich zusammen mit meinen Zimmermitbewohnerinnen in der AG "Historischer Roman". Zwei nette Damen von Droemer Knaur waren hier und haben mit uns erarbeitet was eigentlich alles unter dieses Genre fällt, welche Chancen das Genre hat und wie man es präsentieren kann. Außerdem hat die Lektorin auch noch von ihrer Arbeit berichtet. Wir sollten dann zusammen auch die Werbemöglichkeiten zu solchen Büchern besprechen und überlegen welche Zielgruppe man mit den Maßnahmen erreicht.


Unsere AG-Leiterinnen hatten natürlich zum Erklären auch eine ganze Reihe Bücher mitgebracht, die wir am Ende alle mitnehmen durften. Da habe ich doch glatt "Die Winterprinzessin" von Sandra Lessmann abgegriffen. Mit diesem Buch hatte ich schon eine ganze Weile geliebäugelt.

Den zweiten Pflichttermin habe ich mit dem Planen einer Autorenlesung zugebracht. Nachdem wir Vorteile einer solchen Lesung besprochen hatten und uns überlegt haben, was man überhaupt planen muss und was dabei welchen Kosten- und Aufwandsfaktor hat, haben wir alle zusammen einen Brief an einen Autor formuliert, in dem wir eine Lesung vereinbaren wollten.
Die Leiterin unserer Gruppe hatte dann auch tatsächlich einen regionalen Autor eingeladen, der sich unseren Brief vorgenommen hat und mit uns überlegt hat, was man noch besser gestalten kann. Allerdings hatten wir einige wichtige Punkte schon erkannt und eingebracht.


Danach hat Michael Kibler und einige Passagen aus seinen Büchern vorgelesen und uns ein bisschen erzählt, wie er dazu gekommen ist Darmstadt-Krimis zu schreiben und damit erfolgreich zu sein. Natürlich konnten wir auch jede Menge Fragen stellen. Jetzt weiß ich auf jeden Fall, was bei einer solchen Planung alles auf einen zukommt und wie schwer es ist vom Schreiben allein leben zu können.

Soviel zu dem AG-Programm, das wirklich umfangreich und liebevoll gestaltet ist. Manche AG führt sogar zu einem Abendprogramm für den ganzen Kurs - die Gruppe "Irische Literatur" veranstaltet nach den Klausuren einen irischen Abend für uns alle. Da die Klausuren nun schon sehr nah sind, war das wohl der letzte Bericht vom media campus in Frankfurt. Wenn euch aber die Geschichten über das Leben als Buchhändler gefallen haben, werde ich in nächster Zeit einfach über besondere Dinge in der Buchhandlung berichten.


Zitat #40 - Meinen Hass bekommt ihr nicht (3)

Mit einem Mal habe ich Angst. Angst, den Erwartungen an mich nicht entsprechen zu können. Werde ich noch das Recht haben, nicht tapfer zu sein? Das Recht, zornig zu sein. Das Recht, überfordert zu sein. Das Recht, müde zu sein. Das Recht zu viel zu trinken und immer noch zu rauchen. Das Recht, eine andere Frau zu treffen, keine andere Frau zu treffen. Das Recht, nicht mehr zu lieben, niemals mehr. Mir kein neues Leben aufzubauen und auch kein anderes zu wollen. Das Recht, keine Lust zu haben, zu spielen, in den Park zu gehen oder eine Geschichte zu erzählen. Das Recht, Fehler zu machen. Das Recht, falsche Entscheidungen zu treffen. Das Recht, keine Zeit zu haben. Das Recht, nicht da zu sein. Das Recht, nicht lustig zu sein. Das Recht, zynisch zu sein. Das Recht, einen schlechten Tag zu haben. Das Recht zu verschlafen. Das Recht, meinen Sohn zu spät von der Krippe abzuholen. Das Recht, die "hausgemachten" Gerichte nicht hinzukriegen, die ich zu kochen versuchen werde. Das Recht, schlecht gelaunt zu sein. Das Recht, nicht alles zu sagen. Das Recht, nicht mehr darüber zu sprechen. Das Recht, banal zu sein. Das Recht, Angst zu haben. Das Recht, nicht zu wissen. Das Recht, nicht zu wollen. Das Recht, es nicht zu schaffen.
("Meinen Hass bekommt ihr nicht" von Antoine Leiris, Seite 108-109)

BR - Alex Gino - George




 Titel: George
 Reihe: -
 Autor: Alex Gino
 Genre: Kinderbuch ab 10 Jahren
 Verlag: S.Fischer Verlage
 ISBN: 978-3-7373-4032-8
 Seitenzahl: 208 Seiten
 Preis: 14,99€









George nickte. Sie hasste es, wenn man sie Mr Mitchell nannte. Dann hätte sie am liebsten gebrüllt: Mr Mitchell wohnt in den Pocono Mountains mit einer Frau namens Fiona! Ihr Dad hieß Mr Mitchell. Eines Tages würde auch ihr Bruder Scott so heißen. Aber sie garantiert nicht.

George ist zehn Jahre alt, geht in die vierte Klasse, liebt die Farbe Rosa und liest heimlich Mädchenzeitschriften, die sie vor ihrer Mutter und ihrem großen Bruder versteckt. Jeder denkt, dass George ein Junge ist. Fast verzweifelt sie daran. Denn sie ist ein Mädchen! Bisher hat sie sich noch nicht getraut, mit jemandem darüber zu sprechen. Noch nicht einmal ihre beste Freundin Kelly weiß davon. Aber dann wird in der Schule ein Theaterstück aufgeführt. Und George will die weibliche Hauptrolle spielen, um allen zu zeigen, wer sie ist. Als George und Kelly zusammen für die Aufführung proben, erzählt George Kelly ihr größtes Geheimnis. Kelly macht George Mut, zu sich selbst zu stehen.

Als dieses Buch in den Vorschauen auftauchte, waren meine Kolleginnen und ich alle direkt begeistert. Dieses Thema ist ganz sicher eines, das viele Kinder und Jugendliche beschäftigt. Bei manchen ist es vielleicht nur reines Interesse, doch sicher gibt es auch viele, die sich tatsächlich wie George fühlen, ob nun so sicher, dass sie gern einen anderen Körper hätten, oder nur temporär. Aus diesem Grund ist dieses Buch eine wirklich wichtige Veröffentlichung, die durchaus auch von Jugendlichen gelesen werden kann und sollte.
Das Cover ist sehr geschickt gestaltet. Es ist nicht zu auffällig und dich sticht es irgendwie heraus. Die Farben wirken auf dem weißen Grund unglaublich gut und stellen natürlich in gewisser Weise einen Regenbogen dar, der in seinen Farben ja auch symbolisch für Homosexualität steht. Für welches Geschlecht sich die Protagonistin interessiert ist zwar aufgrund ihres Alters noch lange kein Thema, aber dennoch stellt es die Thematik sehr schön dar und ist zumindest mir direkt ins Auge gesprungen.
Alex Gino hat viele Jahre an diesem Buch gearbeitet, bis es jetzt endlich veröffentlicht wurde und es bedeutet ihm persönlich sehr viel. Es gab bisher kaum Bücher die sich mit dieser Thematik beschäftigt haben, die von dem Neuautor sehr schön umgesetzt wurde.
Die Geschichte ist für Kinder gedacht und wird von einem Personalerzähler in der dritten Person erzählt. Man sieht alles aus Georges Sicht, steckt aber doch nicht vollkommen in ihr. Trotzdem konnte ich die Gefühle dieses Jungen, der unbedingt ein Mädchen sein will, sehr gut nachempfinden. Es muss wirklich schrecklich sein, wenn man sich so vollkommen falsch fühlt. Die ganze Zeit wird George als Protagonistin dargestellt. Lediglich in der wörtlichen Rede und auch an den Punkten wo George ganz besonders darauf gestoßen wird, dass sie ein Junge ist, erfährt man, dass sie eben kein ganz normales Mädchen ist.
Der Schreibstil ist nicht zu dramatisch oder zu kitschig und die Sprache sehr realistisch gewählt. Dennoch fehlte mir hin und wieder etwas mehr Gefühl, damit ich wirklich ganz in den Kopf und die Gedanken von George hätte abtauchen können. Auch war mir die Geschichte an sich etwas zu ruhig erzählt. Sicherlich gab es Höhepunkte, aber mir fehlt nun, da ich durch bin, etwas das Ende. Wie geht es weiter? Kann George Mutter wirklich akzeptieren, wie sie ist? Wie ergeht es ihr in der Schule? Ist die Schulleiterin ihr eine Hilfe? Das alles bleibt unbeantwortet. Allerdings ist das nur ein kleiner Abbruch an einer Geschichte, die wirklich liebevoll aufgemacht ist und von der durchaus zu merken ist, dass sie dem Autor viel bedeutet.

Dieses Buch ist ein sehr persönliches Thema, aber auch etwas, dem sich jeder widmen sollte. Es war meiner Meinung nach sehr wichtig, dass jemand den Anfang macht und solche Themen auch wohlwollend und gut geschrieben für Kinder anbietet. Für mich eine gelungene Geschichte, einfühlsam geschildert und eine wirklich schöne Lektüre für die nahenden Herbsttage. 

Aussehen: ♥♥♥♥♥
 Spannung: ♥♥♥
 Schlüssigkeit: ♥♥♥♥
 Emotionale Tiefe: ♥♥♥♥
 Schreibstil: ♥♥♥









Gemeinsam Lesen #76 - Distel und Rose

 veranstaltet von: Schlunzenbücher

Guten Morgen! :)

Ich komme vielleicht gerade nicht so viel zum Lesen (wir sind unterbesetzt, da muss man schon mal länger bleiben und wenn ich nach Hause komme, roll ich mich nur noch auf der Couch oder im Bett zusammen), aber das "Gemeinsam Lesen" diese Woche lasse ich mir natürlich trotzdem nicht nehmen.


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?



"Distel und Rose" von Julia Kröhn
Seite 244


2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
Er war ein kräftiger, groß gewachsener Mann, doch viel mehr ließ sich von ihm nicht erkennen, trug er doch über seinem Gesicht eine Maske aus rötlichem Leder.

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, Zitat, was immer du willst!)
Nach diesem wunderschönen Urlaub musste ein Schottland-Roman her und weil ich immer noch so großen Respekt vor dem gigantischen Umfang von Outlander habe (obwohl es sogar zum Monats-Motto Wälzer passen würde! Und ich wirklich wirklich noch vor habe, es mal zu lesen), hab ich mit "Distel und Rose" vorlieb genommen.
Bis jetzt muss ich sagen gefällt es mir richtig gut. Es ist schön flüssig geschrieben, hat zwei unterschiedliche Handlungsebenen in Gegenwart (1791) und Vergangenheit (1078), aber ohne dabei wie Outlander mit Zeitreisen zu spielen. Ich bin sehr neugierig, wie das am Ende zusammen gehören wird - falls es denn zusammen gehört, aber davon gehe ich aus - und auch, wie sich Magdalenes Beziehungen zu ihrem Mann David, dem schottischen Rebellen Seòras und deren Anführer, dem roten König, entwickeln. Ich hab da noch so eine Ahnung, was den roten König angeht, von dem sich nicht einmal die Schotten im Buch selber sicher sind, ob er eine Hommage und Anlehnung an MacBeth ist oder an Rob Roy.
Es bleibt spannend und bis jetzt kann Julia Kröhn mich echt gut bei der Stange halten.

4. Hast du schon Blogs gelesen bevor du selbst Blogger wurdest?
Das kam ein bisschen gleichzeitig, muss ich ehrlich sagen. Vorher habe ich mich hauptsächlich auf lovelybooks rumgetrieben und dort Rezensionen gelesen. Dann hat Meggie den Blog hier angefangen und ich war total motiviert auch einen zu starten. Da schaut man sich natürlich erstmal um, was es schon so gibt, wie andere ihre Blogs gestalten und wie viel sie so schreiben. Und ich hab festgestellt, dass es doch noch viel persönlicher ist als lovelybooks, viel sympathischer und schöner, denn so ein Blog kommt von Herzen und das merkt man bei ganz vielen, wenn man ein bisschen stöbert.
Dann hab ich festgestellt, dass ich alleine nicht genug lese, um einen Blog wirklich abwechslungsreich und aktiv zu halten, und Meggie und ich haben uns zusammengetan :) Dass ich jetzt immer noch viel und gerne bei euch stöbere versteht sich ja von selbst!

Und ihr? Erst gelesen und dann selber gemacht oder habt ihr euch auch einfach gedacht: Jawohl! Das mach ich! Und seid ins kalte Wasser gehüpft?

Liebe Grüße und einen schönen Dienstag <3









Cover Monday #68 - Die Zeitreise

Eine Aktion von The emotional Life of Books

Hallo zusammen!

In dieser Woche bin ich wieder dran und habe euch etwas ganz tolles aus meinem Unterricht hier in Frankfurt mitgebracht (nachdem Ivy letzte Woche ja die schöne Neuausgabe von Alice genommen hat, die ich inzwischen sogar hier bei mir liegen habe):



Dieses Buch ist eigentlich ein Sachbuch für Kinder, das von der Urzeit bis heute immer in Doppelseiten durch unsere Vergangenheit führt. Ich sage eigentlich, weil es viel zu abstrakt und auch zu voll ist für Kinder, die in dem entsprechenden Alter für Bilderbücher sind. Denn tatsächlich gibt es auf keiner Seite auch nur in irgendeiner Form erläuternden Text. Die Tiere und Menschen bewegen sich entlang eines abstrakten Zeitstrahles immer weiter. Dabei tauchen dann im 18. Jahrhundert natürlich besonders die Revolutionäre in Frankreich auf, man kann Gebäude erkennen oder auch andere wichtige Personen. In den 2010ern kann man zum Beispiel Merkel mit ihrer bekannten Merkel-Raute finden. Auf jeder Seite ist einfach unheimlich viel zu entdecken und die Zeichnungen sind wunderschön.
Das allein hat mich einfach von diesem Buch überzeugt und obwohl ich kein Kinder mehr bin finde ich das Buch toll. Das Cover gibt da schon einen kleinen Einblick wie genau es auch im Inneren aussieht. Das ist einfach ein super schön gestaltetes Buch.

Die Alice-Ausgabe ist übrigens von Innen noch viel toller, als von Außen :D
Wie gefällt euch denn dieses Buch? Wäre das auch etwas, das ihr euch anschauen würdet?

Liebe Grüße





Zitat #39 - Meinen Hass bekommt ihr nicht (2)

Ich möchte nicht mit ihnen sprechen. Ich habe den Eindruck, sie wollen mich bestehlen. Mir mein Unglück nehmen, es mit einer Salbe aus vorgefertigten Floskeln bestreichen, um es mir verfälscht und fade, ohne Poesie und ohne Schönheit zurückzugeben.
("Meinen Hass bekommt ihr nicht" von Antoine Leiris, Seite 41)

Buchhändlerplausch #2

Dieses Mal habe ich mir etwas vollkommen anderes ausgesucht für meine kleine Erzählung. Es soll in diesem Beitrag um die vielen wundervollen Veranstaltungen gehen, die uns hier auf dem Campus ermöglicht werden. Die Dozenten legen sich da wirklich sehr ins Zeug und zusätzlich haben wir die Möglichkeit auch noch das Kulturprogramm der Großstadt wahrzunehmen.

Veranstaltungen

In fast jeder Woche gab es auf dem Campus für die Schüler ein besonderes Veranstaltungsprogramm. Die meisten dieser Verlagsvorstellungen und Autorenlesungen finden in der Piperlounge statt. Das ist ein wirklich schöner Bereich in dem Gebäude, in dem sich auch die Bibliothek befindet, die ich euch im nächsten Plausch zeigen werde. An diesem Ort haben schon eine Menge großer Autoren gelesen, aber er war auch immer wieder Bühne für Neulinge.

Bei uns ging es mit einer Lesung eines Autors des Hanser Verlags los. Dmitrij Kapitelmann erzählt in seinem Roman "Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters" die Geschichte einer Reise eines Mannes und seines Sohnes nach Israel. Das Besondere ist die Tatsache, dass die Geschichte genau Dmitrijs Geschichte ist. Er hat mit seinem Vater eine Reise zu den Wurzeln gemacht, um seine eigene Identität zu finden und auch seinen Vater etwas besser kennen zulernen, der sonst sehr verschlossen ist, nahezu unsichtbar.
Der Autor war wirklich super und hat ausdauernd all unsere Fragen beantwortet, was bei der Quote von Anwesenheit - der komplette 194. Block des Campus war da - wirklich gelobt werden muss. Im Nachhinein gab es noch eine nette private Gesprächsrunde, bei der wir alle mit Getränken und Stärkungen in Form von Pizza versorgt wurden. Es gab für jeden von uns ein signiertes Exemplar des Buches, wenngleich einige sich dieses erst später abholen konnten, weil Hanser nicht genug Bücher mit hatte. Der besondere Einsatz soll an dieser Stelle gelobt werden.


Die Damen von Langenscheidt lehrten uns in der Woche darauf, dass auch Sprache sexy sein kann und erklärten uns ausführlich die Zusammensetzung des Verlagsprogrammes und die Entwicklung der gefragten Sprachen. Ein besonderes Augenmerk lag auf den neuen Büchern für Flüchtlinge. Deutsch als Fremdsprache ist ein großes Thema im Bereich der Sprachbücher und wir konnten uns einige wirklich tolle Produkte ansehen und uns anhören, wie diese entstanden waren. Ich persönlich finde den dicken Ordner zur Zusammenarbeit mit einem Menschen, der Deutsch lernen möchte besonders schön, weil er so interaktiv ist und man richtig viel entdecken und auch lernen kann.

Der Aviva Verlag und der Conte Verlag vertraten in diesem Block zwei kleine, unabhängige Verlage, die Teil der Kurt Wolff Stiftung sind. Die vom Börsenverein geförderte Stiftung bietet kleinen Verlagen die Chance von Vernetzung und Förderung. Wir bekamen an diesem Abend ein wirklich spannendes Programm vorgestellt.

Klett-Cotta ist da ein Verlag, der vermutlich wieder deutlich mehr von euch bekannt ist. Andrea Bottlinger leitete mit ihrem ersten Buch bei dem Verlag für uns die besondere Fantasy-Woche ein. Ihr Buch, über eine Gruppe von Gefangenen in einem wirklich besonderen Gefängnis, konnte uns alle ganz besonders fesseln und sie war super sympathisch und stand uns hinterher Rede und Antwort. Dabei stellte sich auch heraus, dass man Schriftstellerin werden kann, weil man einfach eh nichts anderes als Schreiben kann und dass die Autorin ein genauso großer Fan-Nerd ist wie so manch einer von uns angehenden Buchhändlern (Harry Potter Merchandise ist hier an der Tagesordnung).

Ganz besonders phantastisch wurde es dann zu unserem Bergfest. Ein Fest, das immer etwa zur Hälfte der Zeit stattfindet. Wir bekommen ein super Buffett gestellt und natürlich gibt es auch ein kleines Programm, ehe der Abend oder auch die Nacht mit Musik und Plauderei und dem ein oder anderen Bier ausklingt.


Besonders ist auch, dass es in jedem Block ein Motto gibt und sich jeder der mag entsprechend verkleiden kann. Unser Motto waren Fabelwesen und entsprechend hatten wir eine Menge Elfen, Götter, Gruselwesen und lauter phantastische Lebewesen, von denen am Ende sogar einige einen Preis bekamen.


Entsprechend des Mottos war auch die Autorenlesung gestaltet. Piper war da und hatte den Autor Christoph Hardebusch dabei, der den deutschen Fantasyfans bekannt sein sollte. Er stellte sein Buch "Feuerstimmen" vor und erklärte uns einiges über den Entstehungsprozess des Buches. Nach der Lesung ließ er es sich nicht nehmen das Essen mit uns zu genießen und war noch lang offen für Gespräche.


Für die Organisation des ganzen Abends war eine unserer AGs hier zuständig und ich finde bei der Deko haben sie sich wirklich sehr viel Mühe gegeben!


Da ist fast die Frage, wie man das noch toppen soll. Aber der kleine, ortsansässige Weissbooks Verlag schaffte genau das. Mit ihrer Newcomerin Lena Elfrath gestaltete die Verlegerin Anya Schutzbach einen wundervollen Abend.


Die Autorin las aus ihrem Buch "Die Liebe ist ein Schmetterling" und setzte dabei sogar multimediale Unterstützung ein. Es passte alles zusammen und das anschließende Gespräch mit Verlegerin und Autorin war wirklich toll. In entspannter Atmosphäre konnten wir all unsere Fragen loswerden und natürlich auch ein signiertes Exemplar des Buches bekommen.

Diese Woche gab es dann noch Besuch aus der Ferne. Der Czernin Verlag wurde vorgestellt. Ein Verlag, der in Deutschland kaum bekannt ist, aber in Österreich einer der großen Sachbuchverlage ist. Besonders das Dritte Reich ist ein großer Themenschwerpunkt des Verlags. Nach einer schönen Präsentation des Programms gab es noch Erfrischungen und ein wirklich schönes Gespräch.


Doch die Veranstaltungen auf dem campus sind noch nicht alles, was uns geboten wird. Uns wird hier die Chance gegeben die Kulturangebote Frankfurts zu nutzen. Deshalb habe ich mir zwei Theaterstücke angesehen.


Zuerst habe ich mich mit der Dramatischen Bühne auf eine Reise durch den Grüneburgpark begeben, der für eine Nacht das Wunderland darstellte. Es ist also quasi ein Theaterspaziergang durch den Park. An unterschiedlichen Stationen hält die ganze Gruppe an und bekommt dann Szenen aus den Stücken gespielt, die wirklich mit viel Liebe umgesetzt werden. Besonders ist wohl auch die große Interaktion mit dem Publikum, das sich Sätze wie "Und nicht aufwachen" merken und immer wieder sagen musste. Das Wetter war ja zum Glück sehr schön und so war der Abend wirklich gelungen.

Noch viel besser war allerdings die Darbietung im English Theater. Wer mal in Frankfurt ist und die Chance dazu hat, sollte sich unbedingt ein Stück dort anschauen. Die Inszenierung war toll und die Schauspieler super. Anfangs hatte ich die Befürchtung vielleicht nicht alles verstehen, doch das war kein Problem. Die Darsteller sprechen so klares Englisch, dass es ganz einfach ist. Sie kommen mit sehr wenig Personal aus, indem in unterschiedliche Rollen gesprungen wird, doch durch stimmliche Abgrenzung haben sie das alle super dargestellt.


Angesehen habe ich mir dort "The Picture of Dorian Gray" und das hat sich absolut gelohnt. Als ich das weitere Programm gesehen habe, wurde ich richtig traurig, weil ich nicht alles sehen kann, denn in Zukunft wird dort "Spamalot" und "The Hound of the Baskervilles" gespielt.

Jetzt habe ich euch ganz schön mit Text vollgestopft, doch ich hoffe es war für euch unterhaltsam und ihr habt einen Einblick bekommen wie sehr man sich hier darum bemüht uns die Chance zu geben mit der Branche und auch der Kultur in Kontakt zu kommen.

Im nächsten Teil berichte ich dann noch ein bisschen von den AGs, die ich hier am media campus besucht habe.


BR - Romily Bernard - Find Me




 Titel: Find Me
 Reihe: -
 Autor: Romily Bernard
 Genre: Jugendbuch ab 14 Jahren
 Verlag: cbt
 ISBN: 978-3-570-30967-4
 Seitenzahl: 336 Seiten
 Preis: 12,99€











Finde mich! Diese Nachricht findet Wick im Tagebuch ihrer ehemaligen besten Freundin Tessa, das eines Nachts vor ihrer Tür liegt. Aber Tessa ist tot. Selbstmord. Wick will sich eigentlich raushalten. Mit einem kriminellen, untergetauchten Vater und einem höllisch neugierigen Cop im Nacken, ist es schwer genug, ihr "normales" Leben in der neuen Pflegefamilie aufrechtzuerhalten. Vor allem darf ihr heimlicher Nebenverdienst als Hackerin nicht auffliegen. Doch nach ein paar Klicks ist klar, dass Tessa das Opfer eines Unbekannten wurde, und der hat schon ein neues Ziel im Blick: Wicks kleine Schwester Lily.

Das Cover hat mich als erstes auf das Buch aufmerksam gemacht, als ich es beim Bloggerportal in den Vorschlägen gesehen habe. Ich finde es passt super dazu, dass die Protagonistin im Geheimen als Hackerin ihr Geld verdient und zugleich auch dazu, dass sie eben in all den wirren Wegen Tessas Mörder finden soll. für mich passte da einfach alles sehr gut zusammen.
Die Geschichte ist ein toller Thriller für Jugendliche. Allein der Klappentext hatte bei mir schon ausgereicht, um mich zu packen und neugierig zu machen. Oftmals fühle ich mich von dem, was für Jugendliche dann eine spannende und auch etwas gruselige Ermittlungsgeschichte sein soll, schnell gelangweilt, weil sie nicht an das Niveau der Geschichten für Erwachsene heranreichen können, doch Romily Bernard hat mich überrascht.
Schon auf den ersten Seiten ist die Geschichte spannend angelegt. Man bekommt einen Einblick in Wicks Leben und die Probleme sich in einer neuen Familie zurecht zu finden. Es wird schnell klar, dass sie sich nur ihrer kleinen Schwester zu Liebe anpasst, doch sie weiß, dass diese Welt nicht ihre ist. Dennoch bemüht sie sich. Trotzdem geht sie dem Dasein als Hacker nach, was einen wirklich tollen Aspekt der Geschichte ausmacht.
Jedes Kapitel beginnt mit einem Tagebucheintrag aus dem Tagebuch von Tessa, das Wick ganz am Anfang findet. Die Einträge sind nicht chronologisch angeordnet, doch das Motto jedes Eintrages passt super zur Stimmung des Kapitels.
Die Autorin schafft realistische Charaktere mit Ecken und Kanten. Wick schafft zwar vieles allein, aber dennoch ist sie kein Übermensch, der nachvollziehbare Schwächen hat und davon nicht einmal zu knapp. Obwohl die Protagonistin genauer beleuchtet wird und man auch viel über alle anderen erfährt, ist es nicht leicht den Täter zu erahnen, der hinter Tessas Tod steckt und ich war am Ende tatsächlich sehr überrascht, obwohl ich viele Vermutungen hatte und mir am Ende sogar recht sicher war, dass ich den Richtigen gefunden hatte. Pustekuchen!
Durch den passenden Schreibstil der Autorin, der nicht aufgesetzt und doch in gewisser Weise ernst und manchmal auch sehr nervenaufreibend sein kann, wird das Buch abgerundet und zu einem absolut gelungenen Werk der Spannungsliteratur, was man gerade im Jugendbereich nicht so oft findet.

Insgesamt eine klare Leseempfehlung für alle, die eine spannende Geschichte im Jugendbuch suchen, die von der ersten Seite an packt und am Ende zu überraschen vermag.


Aussehen: ♥♥♥♥
 Spannung: ♥♥♥♥♥
 Schlüssigkeit: ♥♥♥
 Emotionale Tiefe: ♥♥♥
 Schreibstil: ♥♥♥♥









HBR - Marc-Uwe Kling - Das Känguru-Manifest




 Titel: Das Känguru-Manifest
 Reihe: Die Känguru-Trilogie #2
 Autor: Marc-Uwe Kling
 Sprecher: Marc-Uwe Kling
 Genre: Humor/Satire
 Verlag: Downtown
 ISBN: 9783869090757
 Laufzeit: 315 Minuten
 Preis: 14,99€


ACHTUNG! TEIL 2 EINER REIHE! ENTHÄLT MÖGLICHERWEISE SPOILER ZUM VORHERIGEN TEIL!

Wer den ersten Teil der Känguru-Chroniken gelesen oder gehört hat, der weiß natürlich, dass diese Warnung völliger Blödsinn ist. Da gibt es nicht viel zu spoilern. Bis jetzt zumindest... Denn in "Das Känguru-Manifest" bewegt sich das ganze von mehr oder minder zusammenhangslos aneinander gereihten Anekdoten langsam aber sicher in Richtung einer Geschichte. Irgendwie jedenfalls. Der Pinguin, der am Ende des letzten Teils gegenüber eingezogen ist, entpuppt sich als der kosmische Erzfeind des Kängurus (zumindest nach dessen Meinung). Aber es gilt nicht nur den Pinguin im Auge zu behalten, sondern auch das neu gegründete Anti-Terror-Netzwerk zu pflegen, auszubauen und durch sogenannte Anti-Terror-Anschläge zu etablieren. Denn "nieder mit dem Kapitalismus" steht noch immer ganz groß auf der Fahne des Kängurus.

Es ist wahnsinnig schwer, diese (Hör)Bücher in Worte zu fassen, einfach weil sie so herrlich sind! Das Känguru hat den gegenüber wohnenden Pinguin zu seinem kosmischen Erzfeind auserkoren, der all das ist, was das Känguru nicht ist. Vorne weg: Er ist natürlich ein Kapitalist der schlimmsten Sorte. Während das Beuteltier versucht ihm auf die Spur zu kommen und sich die ausgefeiltesten Methoden überlegt, ihm nachzuspionieren, führt es Marc-Uwe ganz anbei in das Asoziale Netzwerk ein, eine Anti-Terror-Gruppe, die sich in einem Bus trifft und in der jeder sich seinen Rang dem Namen nach aussuchen darf. Es ist alles dabei: Commandante, Hauptmann, Vorstandsvorsitzender, Generalsekretär, der Messias und ja, Gott. Gott, meine Lieben, ist übrigens eine Frau.
Was habe ich wieder gelacht. Nicht nur, dass die Geschichte langsam immer zusammenhängender wird, es finden sich auch immer wieder Referenzen zu Details aus dem ersten Teil, weshalb es sehr zu empfehlen ist, sich die (Hör)Bücher zeitnah zueinander einzuverleiben, weil man dann richtig schöne Ahaaaa-Effekte hat. Mein persönliches Highlight waren im Übrigen die türkischen Brüder Otto von und Friedrich Wilhelm Yilmaz, deren Eltern das mit der Integration wohl ein bisschen zu ernst genommen haben.
Marc-Uwe Kling liest das Känguru und lustigerweise ja auch sich selbst wieder einmal grandios. Wirklich, seine Art und seine Stimme bereichern die Geschichte noch um ein Vielfaches und machen sie noch unterhaltsamer.
"Das Känguru-Manifest" lässt einen tatsächlich mit einem Cliffhanger zurück - und zwar einem der Sorte, der ein bisschen fassungslos macht. Da hilft auf jeden Fall nur eines: schnell "Die Känguru-Offenbarung" in die Hand nehmen und weiterhören!


Aussehen: ♥♥♥♥
 Charaktere: ♥♥♥♥♥
 Spannung: ♥♥♥♥
 Schlüssigkeit: ♥♥♥♥♥
 Emotionale Tiefe: -
 Sprecher/in: ♥♥♥♥♥



BR - Erna Sassen - Das hier ist kein Tagebuch




 Titel: Das hier ist kein Tagebuch
 Reihe: -
 Autor: Erna Sassen
 Genre: Jugendbuch ab 14 Jahren
 Verlag: Freies Geistesleben
 ISBN: 978-3-7725-2861-3
 Seitenzahl: 183 Seiten
 Preis: 17,90€










Mein Vater stand auf und schlug mir knallhart ins Gesicht. Das bereut er bis zum heutigen Tag. Mir war es egal. [...]
Ich verstand sehr gut, dass der Schlag ins Gesicht eigentlich meiner Mutter gegolten hatte.


Eigentlich braucht Boudewijn dieses dumme Heft nicht, das sein Vater ihm gegeben hat. Was soll es schon bringen, wenn er jeden Tag aufschreibt, was er tut - Nichts. Und wenn er formuliert, was er fühlt - Noch mehr Nichts. In ihm ist nichts als Leere und Müdigkeit, denn entgegen der Meinung seines Vaters, ist Müdigkeit ein alles umfassendes Gefühl, das ihn verschlingt und nie wieder loslassen wird.
Doch da ist dieses Ultimatum und so sehr der Junge auch glaubt, dass ihm alles egal ist, so kann er doch nicht mit dem Gedanken leben in eine Anstalt gesteckt zu werden. Also setzt er sich hin und schreibt auf, welche der Lieder, die sein Vater ausgesucht hat, er hört und was ihm sonst in den Sinn kommt. Aber es ist kein Tagebuch. Viel mehr ist es der tiefe Abgrund einer zu tiefst verwundeten Seele, die noch immer verzweifelt versucht zu verstehen, wieso eine Mutter ihre Kinder einfach so im Stich lassen kann.

Ich habe lange Zeit gedacht, dass mich wohl nie wieder ein Buch so sehr privat berühren würde, wie "Das Schicksal ist ein mieser Verräter", doch ich habe mich geirrt. Schon als meine Dozentin das Buch im Unterricht erwähnte und ich schließlich einige Zeilen in der Klasse vorlas, wusste ich, dass ich dieses Buch lesen musste. Es ließ mich schon da nicht mehr los und auch letzte Nacht nicht,als ich die 183 Seiten am Stück verschlungen habe.
Wenngleich der junge Niederländer etwas vollkommen anderes durchgemacht hat, als ich selbst, so führt es dennoch zur gleichen Konsequenz: Seine Mutter ist nicht mehr da. Nur zu gut konnte ich die Gefühle des Jungen nachempfinden und spürte bei mir selbst den gleichen Zorn pochen und dennoch auch die Trauer erneut wachsen.
Das liegt nicht einzig an der traurigen Geschichte, die Erna Sassen mit ihrem Buch erzählt. Sie schafft es eine gut recherchierte Erzählung zu liefern. Das Verhalten der Mutter ist realistisch geschildert und das ist in einem solchen Buch ganz besonders wichtig. Obwohl der Protagonist kein wirkliches Tagebuch schreibt und die Geschichte sehr sprunghaft erzählt wird, kann man ihr stets folgen, immer wieder tauchen neue Informationen auf, die sich in ein großes Puzzle zusammenfügen, das erst das ganze Ausmaß des tragischen Lebens zeigen, das ein so junger Mensch bereits hinter sich hat.
Der Schreibstil wirkt ungemein authentisch. Die Gefühle sind so zutreffend, dass ich mich selbst erschreckt habe, wie sehr ich mich in dem Jungen wiederfinden konnte. Auch in mir war und ist Zorn und Bou bringt diesen erschreckend offen und auch brutal auf den Punkt. Sein Ausdruck ist dabei durchaus derb, doch genau das macht den Realismus des Werkes aus. 
Es brauchte keine große Liebe und auch kein Happy-End, um dieses Buch zu einer großartigen Geschichte zu machen. Das, was Bou denkt, obwohl er nicht fühlt und auch nichts tut, reicht aus, um einen erschreckenden, aber auch notwendigen Blick in das Schicksal eines jungen Menschen zu werfen, der so viel erdulden musste und der doch lieber noch mehr erduldet hätte, als seine Mutter zu verlieren - der vielleicht gerade dadurch auch immer noch leidet und für immer leiden wird.
Dennoch bietet das Buch auch einen Ausweg aus der Depression und der Einsamkeit, vor der sich Bou eigentlich fürchtet. Es zeigt Hoffnung und neue Wege und wie Menschen und Zusammenhalt einem helfen können, eine solche Zeit zu überstehen. Nicht ohne Schaden, aber doch vielleicht ein bisschen stärker.

Vielleicht ist dieses Buch kein Buch für jedermann, auch wenn ich finde, dass wirklich jeder etwas aus dieser Geschichte mitnehmen kann. Es ist gleich zweimal für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert und das zu Recht. Die Jugendlichen haben es sich selbst ausgesucht und ich finde, das zeigt sehr gut, dass das Thema Verlust, Depression, Wut und Trauer wichtig ist.
Die Geschichte ist berührend und zugleich erschreckend, weist eine gewisse Situationskomik auf, die doch nicht unpassend wirkt und schafft es einem die Tränen in die Augen zu treiben. Doch wenn man die letzte Seite gelesen hat, dann ist es keine bloße Traurigkeit, die bleibt, sondern es ist eine Art Reinigung und auch das Wissen, dass es einen Ausweg und Hoffnung gibt, auch wenn der Mensch nie zurückkommen wird, den man verloren hat.
Für mich das berührenste Buch des Jahres, das so viel mehr ist als eine Geschichte.


Aussehen: ♥♥♥♥
 Spannung: ♥♥♥♥
 Schlüssigkeit: ♥♥♥♥♥
 Emotionale Tiefe: ♥♥♥♥♥
 Schreibstil: ♥♥♥♥♥









Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...