BR - Karen Winter - Wenn du mich tötest




 Titel: Wenn du mich tötest
 Reihe: -
 Autor: Karen Winter
 Genre: Psychothriller
 Verlag: Droemer
 Seitenzahl: 316 Seiten
 Preis: 9,99€








"Es ist die Bay, Detective", sprudelte es aus ihm heraus. "Sie hat ihre eigene Gesetzmäßigkeit. Was wir mit uns dorthin mitnehmen, ob gut oder böse, das lockt das Meer aus uns heraus. Das war schon immer so."

Kinlochbervie ist ein verschlafenes, schottisches Nest in den Highlands. Wer hierher kommt, der hat ein Ziel, denn zufällig kommt hier eigentlich niemand vorbei. Die beiden deutschen Touristen Laura und Julian Tahn haben so ein Ziel: die Sandwood Bay. Doch plötzlich meldet Julian seine Frau als vermisst. Detective Gills, der eigens für diesen Fall in seine ländliche Heimat zurückkehrt, ist fest davon überzeugt, dass Laura Tahn nicht vermisst, sondern tot ist. Und der einzige, der ihr etwas angetan haben könnte, ist ihr Ehemann. Dieser weist jede Schuld von sich, doch Gills ist fest entschlossen, ihm den Mord nachzuweisen. Dabei stößt er auf unerwartete Abgründe im Leben zweier Menschen, die sich so nah stehen sollten wie nur irgend möglich...

Der Klappentext von "Wenn du mich tötest" beginnt mit: "Sie lieben sich, und sie hassen sich. Sie sind sich nahe und doch so fern. Sie würden alles füreinander tun, und sie würden einander alles antun."
Karen Winter verspricht in ihrem Roman das Psychogramm einer Ehe und ich fand den Gedanken interessant. Zwei Menschen, die ihr Leben miteinander verbringen und den anderen - vermeintlich - blind in und auswendig kennen, sind in der Abgeschiedenheit dieser atemberaubenden, aber abgeschiedenen Landschaft plötzlich auf sich selbst und ihre Gedanken und Gefühle reduziert. Kein Alltag, kein Job, keine Freunde, die einen ablenken. Nur Julian und Laura und ihre Vergangenheit.
Dazu bekommen wir mit Detective Gills einen überaus sympathischen Ermittler. Natürlich liegen auch in seinem Privatleben einige Scherben herum, die er noch nicht aufkehren konnte oder wollte, aber sie überlagern nicht den eigentlichen Fall, was mir sehr gut gefallen hat. Ich mag es nicht so gerne, wenn das persönliche Drama des Ermittlers alles so einnimmt, dass man sich fragt ob man wirklich noch einen Thriller liest oder ob man den ganzen Kriminalfall im Hintergrund auch einfach hätte weglassen können, um nur die Geschichte dieser einen Figur zu erzählen.
Die Geschichte wird zu Teilen aus den Perspektiven von Detective Gills und Julian Tahn erzählt. Und das hat dafür gesorgt, dass ich bis zur Auflösung nicht sicher war, ob Laura wirklich etwas zugestoßen ist und wenn ja, was. Mal dachte ich: ja, sie ist auf jeden Fall tot. Vielleicht war es ein Unfall. Dann hat Gills mich davon überzeugt, dass es ein Mord gewesen sein muss. Nur ein paar Seiten später, als ich mitten in Julians Gedanken steckte, war ich plötzlich gar nicht mehr sicher, ob sie nicht vielleicht doch einfach auf eigene Faust verschwunden ist. Zwischendrin habe ich sogar eine richtige Intrige vermutet, ein inszeniertes Verschwinden sozusagen.
Das Ende kam mir ein wenig merkwürdig vor, aber nicht in einer es-macht-irgendwie-die-ganze-Geschichte-kaputt-merkwürdigen-Art.

Karen Winter hat mich mit in mein absolutes Lieblingsland - Schottland - genommen und dabei auch noch eine spannende Geschichte rund um Julian, Laura und Detective Gills erzählt. Ich würde mich sehr auf weitere Fälle des sympathischen schottischen Ermittlers freuen!


Aussehen: ♥♥♥♥
 Spannung: ♥♥♥♥
 Schlüssigkeit: ♥♥♥♥
 Emotionale Tiefe: ♥♥♥
 Schreibstil: ♥♥♥♥









Gemeinsam Lesen #68 - Blut und Feuer

 veranstaltet von: Schlunzenbücher

Guten Morgen ihr Lieben :)

Ich hab gestern extra noch "Winterfeldtstraße 2. Stock" zu Ende gelesen, damit ich euch heute mal ein neues Buch präsentieren kann. Außerdem begebe ich mich damit direkt in das Juli-Motto der Motto-Challenge: Reihen!


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?



"Blut und Feuer (Die Überlebenden #3)" von Alexandra Bracken
Seite 9


2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
Schwarz ist die Farbe, die keine Farbe ist.

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, Zitat, was immer du willst!)
Also das da oben ist wirklich der allererste Satz dieses Buches. Ich kann also zum Inhalt noch gar nichts sagen, ich fange praktisch heute erst an zu lesen, ABER: ich freue mich schon sehr auf den Abschluss der Überlebenden Trilogie. Nach langer Zeit hat mich endlich mal wieder ein Jugendbuch für sich einnehmen können und ich bin sehr gespannt, wie Alexandra Bracken das zu Ende gebracht hat. Ich hoffe sehr, dass es ein gelungener Abschluss wird :3

4. Isst oder trinkst du gerne beim Lesen? Wenn ja, was?
Ich trinke am liebsten etwas zum Lesen und zwar nein, nicht Tee, sondern Kaffee! Ich krümel mich einfach gerne auf die Couch oder ins Bett, ob jetzt morgens am Wochenende nach dem Aufstehen, um den Morgenkaffee zu trinken, oder nachmittags nach der Arbeit, um ein bisschen wach zu bleiben. Der Kaffee dazu, das hat bei mir Tradition, wenn ich mich zu Hause wirklich hinsetze und mir Lesezeit nehme :)

Und ihr? Was esst oder trinkt ihr dazu? Oder sind Nahrungsmittel in der Nähe eurer Bücher absolut verboten? Ich erinnere mich daran, wie ich einmal Tomatensuppespritzer produziert habe... das verfolgt mich bis heute.

Liebe Grüße








Zitat #32 - Winterfeldtstraße 2. Stock (1)

"Aber denk doch mal nach… Findest du nicht auch, dass man Dinge sieht, ohne sie wirklich zu sehen? Dass einen die eigene Wahrnehmung ständig täuscht und belügt? Dass man nur das sieht, was man sehen will? Du siehst die Fassade, aber du siehst nicht dahinter, du siehst ein Aut0, das fährt, aber nicht den, der es lenkt. Im Grunde siehst du nichts. Verstehst du, was ich meine?"
("Winterfeldtstraße 2. Stock" von Johanna Friedrich, Seite 192)

BR - Marc-Uwe Kling - Die Känguru-Chroniken




 Titel: Die Känguru-Chroniken
 Reihe: Das Känguru #1
 Autor: Marc-Uwe Kling
 Genre: Humor / Satire
 Verlag: Ullstein
 ISBN: 9783548372570
 Seitenzahl: 257 Seiten
 Preis: 8,99€








Wie beschreibt man diese wahnwitzige Sammlung von Kurzgeschichten am besten? Nun, erstmal zur Ausgangslage: Bei Kling zieht das Känguru von gegenüber ein. Ein absurd natürlicher Vorgang, der sogar seinen Psychiater in den Wahnsinn treibt. Als wäre mit einem Känguru zusammen zu leben nicht schon verquer genug, nein, es handelt sich dabei auch noch um ein streitlustiges und die Ideen des Kommunismus hochhaltendes Exemplar seiner Gattung. Das eckt natürlich an. Und wie sehr es aneckt, das Känguru oder auch sie beide in Kombination, erzählt Kling in zahlreichen mal mehr, mal weniger zusammenhängenden Kurzgeschichten, die mal eine Seite lang sind, mal zwei bis drei.

Man saugt das Buch quasi in sich auf. Ich kann es wirklich nicht anders beschreiben. Gerade durch die knackige Kürze der Geschichten, die manchmal so banale Alltagssituationen behandeln, dass sich eigentlich jeder irgendwo früher oder später wiederfindet, lädt das Buch dazu ein noch eine zu lesen. Und noch eine. Und ach, eine geht noch, auch wenn man eigentlich längst schlafen wollte. Es geht um Ausstellungen in der Bayerischen Botschaft, um diesen grauenhaften Toast-Scheiblettenkäse, um das Fernsehprogramm, das Prokrastinieren... die Liste ist fast ebenso endlos wie unterhaltsam. Mein Gott, was habe ich gelacht beim Lesen! Einer der Gründe, warum sich das Buch nur bedingt für öffentliche Verkehrsmittel eignet, zumindest dann, wenn man wie ich nur ganz schwer an sich halten kann wenn man etwas Lustiges liest. Menschen in Bussen und Bahnen finden das in den meisten Fällen sehr suspekt.
Unter all dem teils sehr zynischen Humor verbirgt sich allerdings in vielen Geschichten auch eine durchaus berechtigte, in jedem Fall aber zum Nachdenken anregende Gesellschaftskritik, die Kling unvergleichlich in diese abstrusen Alltagsgeschichten einwebt. Am Ende wischt man sich die Lachtränchen aus den Augen und denkt sich: Eigentlich hat er (oder das Känguru, das möchte ich an dieser Stelle ja nicht unterschlagen, sonst schlägt es am Ende mich) schon irgendwie recht.

Von nahezu ALLEN Seiten wurde mir nahe gelegt nicht das Buch zu lesen, sondern das Hörbuch anzuhören, das Marc-Uwe Kling selbst liest. Und ich bin ganz sicher, dass ich das auch nachholen werde, für's erste bleibe ich aber beim geschriebenen Wort. Wie man es aber auch dreht, "Die Känguru-Chroniken" bekommt von mir eine uneingeschränkte Leseempfehlung und absolut begeisterte fünf Blümchen!


Aussehen: ♥♥♥♥
 Humor: ♥♥♥♥♥
 Schlüssigkeit: ♥♥♥♥
 Emotionale Tiefe: -
 Schreibstil: ♥♥♥♥♥









Gemeinsam Lesen #67 - Wédôra & Der letzte Wunsch

 veranstaltet von: Schlunzenbücher

Einen wundervollen Abend wünsche ich euch allen :)

Nach einem ereignisreichen Arbeitstag und dem Deutschlandspiel will ich euch natürlich auch nicht länger auf das Gemeinsam Lesen bei uns warten lassen. Ich lese ja immer mehrere Bücher gleichzeitig, aber diese Woche wollte ich auch einmal beides mit euch teilen, weil ich zu dem einen Buch im Augenblick noch gar nicht so viel sagen darf, wieso werdet ihr gleich sehen :)


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?



"Wédôra" von Markus Heitz
Seite 70


"Der letzte Wunsch" von Andrzej Sapkowski
Seite 142


2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

Wédôra:
Oltaia prüfte die Freunde wie Kasûls Truppe ohne eine Beanstandung.

Der letzte Wunsch:
"Ja."

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, Zitat, was immer du willst!)

Wédôra:
Und da sind wir an dem Punkt angelangt, an dem ich erkläre, wieso ich euch beide Bücher vorstelle :D
Wedora ist ein Leseexemplar, das ich vom Verlag zur Verfügung gestellt bekommen habe und dass ich vor einem bestimmten Zeitpunkt natürlich nicht besprechen darf. Entsprechend kann ich euch an dieser Stelle kaum etwas sagen, außer das es wirklich Spaß macht die Geschichte zu lesen und sich jeder Heitz-Fan - aber auch jeder Freund von Fantasy, die mal einen etwas ungewöhnlichen Schauplatz wählt - freuen kann.

Der letzte Wunsch:
Wer hier genau aufpasst, was auf dem Blog passiert, dem wird nicht entgangen sein, dass ich das Buch natürlich schon gelesen habe. In den letzten Tagen habe ich allerdings einige Stunden mit Witcher 3 zugebracht und Geralt von Riva einmal mehr ins Herz geschlossen. Da hat es mich so sehr gewurmt, dass ich das Buch noch einmal zur Hand nehmen musste, um es einfach noch einmal zu lesen. Bisher bereue ich es wirklich nicht, denn es ist lang genug her, dass ich mich nicht an jede Einzelheit erinnere und ich habe wirklich Freude daran in Sapkowskis Welt zu versinken.

4. Magst du lieber realistische Namen für Protagonisten oder gefällt es dir besser, wenn es sehr untypische Namen sind?
Eine ganz leichte Frage diese Woche. Ich bevorzuge normale Namen. Wobei, was ist normal? Sicher ist es Ansichtssache, aber auch mancher alltäglicher Name kann ab und an nerven. So empfand ich den Namen America der Protagonistin in Selection als furchtbar nervig, auch wenn es in den USA sicher Kinder geben wird, die man so nennt. Aber es deutet immer schnell auf einen abgedrehten Übercharakter hin. Manchmal lege ich Bücher auch direkt wieder weg, wenn ich den Namen des Protagonisten lese. Da gibt es inzwischen einige, die ich wirklich schlimm finde. Ganz oben zum Beispiel Smoky Barrett. Ich habe so oft gehört, dass Cody McFadyen super spannend schreibt, aber dieser Name macht mich wahnsinnig (und die Art wie die Dame am Anfang ist >_>). Auch Kai Meyer hat mich mit Furia Salamandra Faerfax vor eine echte Herausforderung gestellt. Ich verstehe, dass man seine Charaktere einzigartig gestalten möchte, aber manchmal ist simpel eben einfach auch gleich schön :D

Wie steht ihr dazu? Habt ihr schon mal ein Buch wieder weggelegt, weil der Name einfach zu schrecklich war?

Liebe Grüße








Cover Monday #61 - Alice's Adventures in Wonderland

Eine Aktion von The emotional Life of Books

Ich habe diese Woche etwas für euch, das weder neu, noch sonderlich modern ist, dafür aber ein wahrer Klassiker. Da die Bücher in meiner Abteilung stehen, laufe ich mehrmals am Tag dran vorbei und finde sie einfach alle wunderschön. Wegen Aktualität und weil mir die Farben bei diesem Buch tatsächlich am besten gefallen, habe ich mich diese Woche für die englische Ausgabe von Alice im Wunderland entschieden. Das sieht dann in der entsprechenden Ausgabe so aus:


When Alice follows the White Rabbit down a rabbit hole, she finds herself in an enchanted world, filled with creatures like the Mad Hatter, the disappearing Cheshire Cat, and the Queen of Hearts. Alice quickly finds out that nothing is as it seems in the wild world of Wonderland.

Zum Inhalt muss ich wohl kaum viel sagen. Penguin hat mit diesen Ausgaben von Klassikern einfach wunderschöne Werke fürs Regal und zum Verschenken herausgegeben. Ich mag einfach die Farbkombination und die Wikrung, die erzeugt wird. Jedes Bild passt perfekt zur Geschichte. Einfach ein Hingucker.
Im Deutschen gibt es ganz furchtbare Ausgaben, allerdings auch ein eine sehr schöne, die der englischen zwar kaum nahkommt, aber doch sehr schön ist. Gerstenberg hat eine Gesamtausgabe gemacht, die man von beiden Seiten lesen kann und die ich tatsächlich auch sehr ansprechend finde:


Was sagt ihr zu den beiden Covern? Welches gefällt euch besser?

Liebe Grüße


Comicrezension - Deadpool killt das Marvel-Universum




 Titel: Deadpool killt das Marvel-Universum
 Reihe: Deadpool killt das Marvel-Universum #1-4
 Autor: Cullen Bunn
 Illustration: Dalibor Talajic
 Verlag: Panini
 ISBN: 978-3862017751
 Seitenzahl: 100 Seiten
 Preis: 12,99€






Professor X und seine X-Men haben Deadpool zu fassen bekommen und liefern ihn in eine Klinik mit fragwürdigem Ruf ein. Da niemand von ihnen Deadpool helfen und ihn zur Vernunft bringen kann, gibt Professor X "das Problem" nun vertrauensvoll in die Hände eines Mannes, der für seine unorthodoxen Methoden an Geisteskranken bekannt ist. Psycho-Man, wie Deadpool ihn nennt, schlüpft in seinen Kopf, löst dort die berüchtigten Stimmen ab und schickt Deadpool auf eine Mission: jeden Superhelden und Superschurken des Universums umzubringen.

Völlig abgedreht, total an den Haaren herbei gezogen und einfach absolut verrückt. Kurz gesagt: Deadpool eben.
In diesem Comicband finden sich alle vier Bände der Mini-Serie "Deadpool killt das Marvel-Universum" versammelt. Storyschreiber Cullen Dunn macht hier Gebrauch von einem der unzähligen Multiversen, die einem solche haarsträubenden, aber unterhaltsamen One-Shots erlauben, ohne irgendeine andere Superhelden-Geschichte über den Haufen zu werfen. Die ganze Story dieses Comics wirkt ein bisschen als wäre jemandem in der Marvel-Redaktion langweilig gewesen und als hätte irgendjemand dann einfach spaßeshalber eingeworfen: was wäre denn, wenn Deadpool einfach mal die komplette Bagage umpflügt? Ich kann mir richtig vorstellen wie diese Geschichte entstanden ist. Jedenfalls können wir unserem Söldner mit der großen Klappe fröhliche 100 Seiten lang dabei zusehen, wie er wirklich jeden bekannten Marvel-Helden um die Ecke bringt. Die einen spektakulärer, die anderen mehr als Kollateralschäden.
So fragwürdig das auch klingt, so unterhaltsam ist es. Natürlich wird nicht an Deadpools berühmtem Meta-Humor gespart, etwa wenn er zu Wolverine sagt: "Hab ich den nicht schon mal umgelegt? Hm, ist wohl zu beliebt, um einfach zu sterben." Solche kleinen Perlen ziehen sich durch das ganze Schlachtfest - und nichts anderes ist es eigentlich - bis zu einem wirklich gelungenen Schluss, der zwar immer noch nicht erklärt warum das Ganze, mich aber doch sehr zum Grinsen gebracht hat.

Wie bereits gesagt: abgedreht, verrückt, hirnrissig - Deadpool. Sucht in der Mini-Serie bitte bloß keine logischen Zusammenhänge oder eine ernste Storyline. Lasst euch einfach auf das Splatter-Fest ein und feiert unseren Söldner mit der großen Klappe. Yay Deadpool!



Aussehen: ♥♥♥♥♥
 Charaktere (aka Deadpool): ♥♥♥♥♥
 Spannung: ♥♥♥♥
 Schlüssigkeit: - (wann hat bei Deadpool schon mal irgendwas Sinn ergeben?)






Zitat #31 - Wenn du mich tötest (1)

Peter zuckte unschlüssig mit den Schultern. Er hatte schon wieder zu viel gesagt, und er wusste, er sollte besser nicht weitersprechen, weil er sich dann um Kopf und Kragen redete, aber manchmal hatte er keine Macht über seine Worte.
"Es ist die Bay, Detective", sprudelte es aus ihm heraus. "Sie hat ihre eigene Gesetzmäßigkeit. Was wir mit uns dorthin mitnehmen, ob gut oder böse, das lockt das Meer aus uns heraus. Das war schon immer so."
Gills sah ihn nachdenklich an. "Vielleicht ist das tatsächlich so, Mr. Dunn", erwiderte er zu Peters Überraschung. "Wer weiß, was es in dieser Gegend zwischen Himmel und Erde alles gibt, wovon wir keine Ahnung haben."
("Wenn du mich tötest" von Karen Winter, Seite 306)

Historische Romane - Welche ist eure Lieblingszeit?

Guten Morgen ihr Lieben :)

Heute hab ich mal wieder eine neugierige Frage für alle unter euch, die gerne mal historische Romane oder auch Fantasy lesen:


In welcher Zeit/Epoche lest ihr am liebsten? 
Für Fantasy Leser: von welcher Zeit sind eure Lieblingsbücher angehaucht?


Was mich angeht, ich lese gerne Romane in der frühen Neuzeit, am liebsten eigentlich so ab dem 17. Jahrhundert. Und auch wenn sich da ein paar Ausnahmen einschleichen, die später spielen (wie "Winterfeldtstraße 2. Stock" gerade zum Beispiel), würde ich sagen die Zeitspanne ist so auf Ende des 19. Jahrhunderts begrenzt. Womit ich nicht sagen will, dass alles andere davor oder danach nicht gut wäre oder gut sein kann. Da wage ich mich auch ab und zu ran. Aber das ist eben so die Zeitspanne, in der ich immer besonders hellhörig werde, wenn ich ein neues Buch entdecke :) Entsprechend mag ich es bei Fantasybüchern auch, wenn sie in diese Richtung gehen, also mehr historisch angehaucht sind als in der Gegenwart in einer alternativen Realität spielen.

Und bei euch? Antike? Mittelalter? Wilder Westen? Die goldenen 20er a lá Downton Abbey?
Mögt ihr lieber Urban Fantasy in der heutigen Zeit oder High Fantasy in mittelalterähnlichem Rahmen?

Liebe Grüße und einen schönen Mittwoch <3


Gemeinsam Lesen #66 - Gefährliche Bürger & Winterfeldtstraße 2. Stock

 veranstaltet von: Schlunzenbücher

Guten Morgen ihr Lieben :)

Das erste mal seit längerem hab ich mal wieder zwei Bücher parallel laufen, was allerdings vor allen Dingen der Tatsache geschuldet ist, dass ich mich mit dem Sachbuch deutlich intensiver auseinandersetzen muss und möchte als das für einen Roman nötig ist - aber einfach nicht zu jedem Tages- und Nachtzeitpunkt genug Denkleistung dafür übrig ist. Deshalb hab ich gerade noch den Roman von Johanna Friedrich zusätzlich angefangen und präsentiere euch heute beide Bücher :)


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?




"Gefährliche Bürger" von Liane Bednarz & Christoph Giesa
Seite 152



"Winterfeldtstraße 2. Stock" von Johanna Friedrich
Seite 20


2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

Gefährliche Bürger:
Genau auf einen solchen politischen Arm, auf einen Brückenbauer, der ihre Theoriegerüste in die Praxis umsetzt, hofft die neue Rechte schon lange.

Winterfeldtstraße 2. Stock:
"Ich hab ne echte Glückssträhne", sagte er und lachte lauter, als er es hätte tun sollen.


3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, Zitat, was immer du willst!)

Gefährliche Bürger:
"Die neue Rechte greift nach der Mitte" lautet der Untertitel des Buches, in dem Liane Bednarz und Christoph Giesa nicht nur mit alten und neuen Größen der rechten Szene abrechnen und ihre erschreckendsten, aber auch absurdesten Aussagen analysieren, sondern auch auf all jene 'besorgten' Das-wird-man-ja-wohl-noch-sagen-dürfen- und Ich-habe-ja-nichts-gegen-Ausländer/Flüchtlinge/andere Kulturen/Religionen-ABER-Bürger eingehen und aufzeigen, warum es die Rechten heutzutage so leicht haben Zulauf zu gewinnen. 
Es ist fast schon perfide, wie gezielt Ängste bedient und geschürt werden, um auch ganz andere menschenverachtende politische Forderungen unter dem Deckmantel der "besorgten Bürger" an den Mann oder respektive die Frau zu bringen. Ich kann gar nicht wiedergeben wie viel erschütternden, entschuldigt bitte die Ausdrucksweise, braunen Mist ich jetzt schon gelesen habe. Noch schlimmer als diese menschenverachtenden Aussagen ist aber, dass so viele sie feiern und glauben.
Das Thema polarisiert, das ist mir klar, aber gerade deshalb finde ich es gut und wichtig sich damit auseinanderzusetzen - und das tun Bednarz (übrigens bekennende Christin und CDU-Mitglied) und Giesa (der selbst wiederum aus dem Lager der FDP stammt).

Winterfeldtstraße 2. Stock:
Zu diesem Buch kann ich noch nicht sehr viel sagen, 20 Seiten ist nun wirklich nicht sehr viel, erst recht nicht bei einem Roman von über 400 Seiten. Das ganze spielt 1923. Charlotte hat gerade vom Tod ihres Mannes Albert erfahren, der vermeintlich ein Selbstmord gewesen sein soll, doch das glaubt sie nicht, denn sie ist im 5. Monat schwanger und sie haben sich sehr auf das Kind gefreut.
Es sind die Zeiten großer Knappheit, großen Mangels und großer Teuerung. Ich bin gespannt wie Charlotte sich jetzt allein durchschlägt und wie sie mit Alberts Tod zurecht kommt.

4. In welcher Sprache liest du am Liebsten Bücher? Deutsch, Englisch oder in einer anderen?
Das ist ganz leicht zu beantworten: Am liebsten lese ich auf Deutsch. Das hat den ganz einfachen Hintergrund, dass es für mich so am einfachsten ist, am schnellsten geht und ich auch wirklich alles mitbekomme und mir nicht irgendwelche tollen Details entgehen, weil ich nicht jedes Wort kenne und nicht ständig mit einem Wörterbuch daneben sitzen möchte.
Aber ich genieße es manchmal auch in Englisch zu lesen :) Outlander zum Beispiel, wo Diana Gabaldon die Schotten tatsächlich mit Akzent geschrieben hat, hat mir wahnsinnig viel Spaß gemacht - mich hat nur aufgrund der Dicke und des langsamen Vorankommens mittendrin das Durchhaltevermögen verlassen. Vielleicht steige ich später nochmal ein :)

Und wie ist es bei euch? Nehmt ihr Bücher am liebsten in der Originalsprache mit, in der der Autor oder die Autorin sie geschrieben hat? Oder wartet ihr auf die Übersetzungen ins Deutsche?

Liebe Grüße







Cover Monday #60 - Forever you

Eine Aktion von The emotional Life of Books

Diese Woche habe ich mir ein Buch geschnappt, das sogar erst im Juli erscheint, genau genommen sogar erst Ende Juli. Beim Stöbern ist mir das Cover aber einfach ins Auge gesprungen und deshalb enthalte ich es euch jetzt auch gar nicht länger vor:



Adrian, ein Engel der in unzähligen Schlachten auf der Seite der Guten gekämpft hat, erhält den Auftrag, Anna zu beschützen. Doch er verliebt sich in die Tochter eines Gutsherren und begeht einen folgenschweren Fehler, der Anna nicht nur das Leben kostet, sondern Adrian auch seine Flügel. Linden ist ein kleines, ruhiges Dorf in der Nähe von München. Wenn es nach der Meinung von Skylers Mutter geht, der perfekte Ort, um ihre rebellische Tochter endlich wieder zur Vernunft zu bringen. Doch Linden ist auch die Heimat von Adrian, und als Skyler auf ihn trifft, scheint ihr Körper in Flammen zu stehen. Plötzlich geschehen Dinge mit ihr, die sie sich nicht erklären kann. Und im Mittelpunkt all dessen scheint das Mädchen aus ihren Träumen zu stehen, das scheinbar wirklich gelebt hat und 1913 gestorben ist. Doch wenn Anna vor hundert Jahren gelebt hat, warum kommt dann auch Adrian in diesen Träumen vor? Und wie kann Skyler ihren tiefen Gefühlen für Adrian entkommen, der sie mit aller Macht von sich fernzuhalten versucht?

Ich muss es leider sagen - die Geschichte spricht mich überhaupt nicht an, aber das habe ich beim Titel bereits erwartet :) Das ändert jedoch nichts daran, dass ich das Cover richtig schön finde. Die Farben harmonieren einfach schön und obwohl die Schrift mit schwarz eine recht harte Farbe hat, so fügt sie sich durch den Schwung doch gut ein. Optisch ein Hingucker, inhaltlich darf man dann ab Ende Juli gespannt sein!

Wie gefällt es euch? Würdet ihr das Buch kaufen?

Liebe Grüße


BR - Sabine Rennefanz - Die Mutter meiner Mutter




 Titel: Die Mutter meiner Mutter
 Reihe: -
 Autor/in: Sabine Rennefanz
 Genre: Roman
 Verlag: Luchterhand
 Seitenzahl: 251 Seiten
 Preis: 19,99€

Vielen Dank an das Randomhouse Bloggerportal, den Luchterhand Verlag und die zuständige Pressereferentin Elsa Antolin für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars!



Ich verstand sehr früh, dass meine Großmutter nicht den Vorstellungen einer typischen Oma entsprach. Das war nur ein Grund, warum ich lange dem Irrtum aufsaß, sie sei eine gefühllose Frau.

Mit vierzehn muss Anna des Krieges wegen ihre Heimat verlassen. Als Flüchtlingsmädchen hat sie es nicht leicht, doch sie findet Arbeit in Kosakenberg, dem Dorf, in dem sie, ihre Stiefmutter und ihre beiden kleinen Brüder Unterschlupf finden. Sie arbeitet immer noch als Magd bei den Wendlers, als 1949 Friedrich Stein aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehrt. Er geht bei den Wendlers ein und aus und macht Anna vom ersten Tag an Angst - nicht unbegründet, wie sie wenig später am eigenen Leib erfahren muss.
Auf Drängen der Wendlers heiratet Friedrich Anna. Eine Ehe, die mit einem Verbrechen beginnt. Einem Geheimnis, das Anna ihrer Familie über ein halbes Jahrhundert vorenthält und das die Mutter und Großmutter plötzlich in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt.

Wie geht man damit um, wenn ein lange gehütetes Familiengeheimnis ans Licht kommt? Insbesondere wenn es einen geliebten Menschen in ein völlig neues Licht rückt? Erzählt wird Annas Geschichte von ihrer Enkelin, einer namenlos bleibenden Ich-Erzählerin, deren Mutter Monika, Annas Tochter, ihr erzählt, was sie über ihren Vater, Annas verstorbenen Mann Friedrich, herausgefunden hat. Monika ist das Produkt einer Vergewaltigung, die in einer Ehe mündete, die wiederum in noch zwei weiteren Töchtern resultierte. Während Monika zunächst das Bedürfnis zu haben scheint darüber zu reden, entscheidet sie sich dann doch dafür, das Vergangene ruhen zu lassen. Die Dinge seien nun mal wie sie seien. Doch ihre Tochter, die Zeit seines Lebens eine sehr innige, liebevolle Beziehung zum Großvater hatte, kann nicht einfach so tun und weitermachen, als hätte sie nie von dieser Geschichte erfahren. Sabine Rennefanz erzählt gefühlvoll, aber auch sehr klarsichtig von der Reise der Ich-Erzählerin in die Vergangenheit ihrer eigenen Familie. Schritt für Schritt fallen ihr kleine Erinnerungsfetzen und -bruchstücke ein, die jetzt, wo sie die Wahrheit über das Unglück ihrer Großmutter kennt, ein viel klareres Bild ergeben. Warum ihre Großmutter nicht in der Lage war eine innige Bindung zu ihren Töchtern oder Enkelkindern aufzubauen. Und wie sie sie trotzdem alle dadurch geschützt hat, dass sie das dunkle Geheimnis ihres Mannes für sich behalten hat.
Die Handlungsstränge in Annas Vergangenheit und in der Gegenwart, in der die Ich-Erzählerin von verschiedenen Ereignissen und Erinnerungen berichtet, die sie selbst erlebt und gesammelt hat, sind gefühlvoll, aber nicht überdramatisiert erzählt und miteinander verwoben. Sabine Rennefanz findet genau den richtigen Ton, dass man gut mitfühlen kann. Einzig der ständige Gebrauch der Phrase "die Mutter meiner Mutter" auch im Fließtext war ein wenig störend, aber in Anlehnung an den Titel kann man das wohl als Stilmittel ganz gut hinnehmen.

Ein schlimmes Schicksal, ein dunkles Geheimnis, eine Frau, die das Leben gebrochen hat. Sabine Rennefanz Geschichte über das Leben von Anna Stein ist bedrückend, aber man kann sie beim besten Willen nicht aus der Hand legen. 


Aussehen: ♥♥♥♥
 Spannung: ♥♥♥♥
 Schlüssigkeit: ♥♥♥♥♥
 Emotionale Tiefe: ♥♥♥♥
 Schreibstil: ♥♥♥♥




BR - Kass Morgan - Die 100




 Titel: Die 100
 Reihe: Die 100 #1
 Autor: Kass Morgan
 Genre: Jugendbuch / Dystopie
 Verlag: Heyne fliegt
 Seitenzahl: 317 Seiten
 Preis: 12,99€








300 Jahre ist es her, dass die Menschheit nach einem verheerenden Atomkrieg die Erde verlassen musste. Seither leben sie auf Raumschiffen, doch das Ziel ist eigentlich eine Rückkehr auf die Erde. Wie aber soll man sicherstellen, dass die Strahlung vergangen, diese Rückkehr ungefährlich ist? Der Rat beschließt, die Exekution von 100 jugendlichen Straftätern auszusetzen und sie stattdessen auf die Erde zu schicken. Überleben sie, sind ihre Verbrechen vergeben, sterben sie, hat sie bloß das ihnen zugedachte Schicksal ereilt. Die idealistische Clarke, der geheimnisvolle Bellamy und die anderen haben kaum eine Wahl - und sind ebenso überwältigt von der Erde, die sie nur aus Erzählungen kennen, wie sie ihnen Furcht einflößt. Jetzt heißt es bloß noch lange genug überleben, bis die ersten Raumschiffe nachkommen, was leichter gesagt ist als getan.

Schon seit Anfang des Jahres wollte ich mich an diese hochgelobte Reihe heran wagen, jetzt habe ich es endlich geschafft. Und bin maßlos enttäuscht worden.
Ich weiß nicht, ob es daran lag, dass die Erwartungen durch das viele Lob rechts und links vielleicht zu hoch geschraubt waren oder ob mir einfach von vorne herein hätte klar sein sollen, dass mich dieses dystopische Jugendbuch einfach gar nicht so erreichen kann wie es viele andere erreicht, weil es einfach nicht mein bevorzugtes Genre ist. Die interessante Grundidee - und die finde ich tatsächlich gut! - verkommt bei Kass Morgan leider zu einer überdramatisierten Teenie-Schnulze. Und zwar in jedem einzelnen Handlungsstrang. Erzählt wird die Geschichte aus Sicht verschiedener Charaktere: Clarke, die ihre Eltern durch ein Urteil des Rats verloren hat und eigentlich mal Ärztin werden wollte, bevor auch sie zum Tode verurteilt wurde. Wells, Sohn des Kanzlers der Raumschiffkolonie, der nichts anderes will als in Clarkes Nähe zu sein. Bellamy, der bloß im Sinn hat seine kleine Schwester Olivia zu beschützen. Und zu guter letzt ist da auch noch Glass, die sich in letzter Sekunde vor dem Abenteuer Erde drücken kann. Obwohl man nach und nach in die Hintergrundgeschichte eines jeden dieser Charaktere eintaucht, haben sie sich für mich trotzdem absolut oberflächlich und zweidimensional angefühlt. Jeder - mit Ausnahme von Bellamy, weshalb er mir vermutlich auch noch am sympathischsten war - ist bloß von der einen großen Liebe umgetrieben und jeder Blick, jede Geste wird dermaßen überdramatisiert, dass ich mich zwischendurch wirklich zwingen musste weiterzulesen. Es mag durchaus sein, dass das der Gefühlswelt von Teenagern entspricht, aber irgendwie hat es für mich diese eigentlich sehr spannende Grundidee völlig in den Hintergrund gedrängt. Es ging bloß um das persönliche Drama eines jeden Pärchens und wenn es irgendetwas gab, um es NOCH dramatischer zu machen, hat Kass Morgan schamlos zugegriffen und es aufgefahren. Es war mir alles in allem too much, ich hätte mir viel mehr Auseinandersetzung mit der Geschichte gewünscht.

Natürlich möchte ich damit niemandem zu nahe treten, ich weiß, dass diese Reihe sehr viele begeisterte Anhänger hat und Geschmäcker sind ja zum Glück sehr verschieden, aber für mich bleibt nach "Die 100" bloß ein Gefühl maßloser Enttäuschung. Das Buch ist weit hinter all meinen Erwartungen zurück geblieben und bekommt, weil mir die Grundidee gefallen hat, zwei Blümchen von mir.


Aussehen: ♥♥♥
 Spannung: ♥♥
 Schlüssigkeit: ♥♥
 Emotionale Tiefe: ♥
 Schreibstil: ♥♥♥









Woher kommen all die Bücher?

Guten Morgen ihr Lieben :)

Nein, das ist entgegen der vielleicht ersten Erwartungen kein Neuzugangspost. Warum nicht? Na, weil ich zur Zeit eigentlich kaum Neuzugänge habe - zumindest sehr wenige, die auch dauerhaft in mein Regal einziehen.

Und wie kommt das?
Die meisten von euch haben sicher mitbekommen, dass ich in einer öffentlichen Bibliothek arbeite. Mit rund 300.000 Medien (Bücher, DVDs, Hörbücher, Musik CDs, Sprachkurse etc. pp.) gibt es da einen so unglaublichen Haufen an Zeug, den ich durchstöbern und nach Lust und Laune mitnehmen kann, dass ich langsam aber sicher neben meinem gekauften SuB (der nicht unbeträchtlich ist) auch noch einen Bibliotheks-SuB entwickelt habe.

Nur ein Teil meiner zur Zeit ausgeliehenen Medien
Insgesamt befinden sich derzeit sage und schreibe 30 (!) Medien auf meinem Bücherei-Konto und mindestens 5 Vormerkungen werden noch so nach und nach eintrudeln. Teilweise ist das natürlich der Tatsache geschuldet, dass unsere Zweigbücherei in Bochum Langendreer ein halbes Jahr schließen musste aufgrund von Sanierungsarbeiten und Leihfristen bis Dezember ausgegeben wurden (da hab ich direkt mal die Reiseführer für den Sommerurlaub ausgeliehen...).
Aber was soll ich es schön reden? Ich horte einfach gerne Bücher. Und wenn ich sie in der Leihfrist nicht schaffe? Na, dann leihe ich sie eben einfach nochmal aus! Ich bin ja sowieso jeden Tag da.
Meggie geht es ein wenig ähnlich seit sie die Buchhändlerausbildung angefangen hat - ganz ganz viele Leseexemplare wandern da mit nach Hause.

Warum erzähle ich euch das alles? Weil ich neugierig bin, wie ihr an eure Bücher kommt! Kauft ihr restlos alle? Nutzt ihr auch eure Bücherei vor Ort? Tauscht ihr viel mit Freunden und Bekannten? Oder arbeitet ihr vielleicht sogar auch in einem buchbezogenen Bereich und bezieht darüber eine Menge Lesestoff? :)

Ich wünsch euch einen wunderschönen Donnerstag, bald haben wir die Woche geschafft <3

Liebe Grüße


HBR - John Grisham - Der Gefangene




 Titel: Der Gefangene
 Reihe: -
 Autor: John Grisham
 Sprecher: Charles Brauer
 Genre: Romanbiografie
 Verlag: Random House Audio
 Laufzeit: 392 Minuten
 Preis: 19,95€


Ada, Oklahoma. Die junge Bedienung Debbie Sue Carter wird ermordet und furchtbar zugerichtet in ihrer Wohnung aufgefunden. Die Polizei versucht ihren letzten Abend zu rekonstruieren und schießt sich aufgrund vager Andeutungen auf Ron Williamson als Täter ein. Williamson, der eigentlich ein Alibi hat. Williamson, der das Opfer kaum kennt. Williamson, der nur aufgrund von ominösen Traumgeständnissen und noch ominöseren Polizeispitzeln schließlich zum Tode verurteilt wird. Es ist der Beginn eines langjährigen Kampfes um Freiheit und Unschuld, gegen einen der größten Justizskandale Oklahomas und letztlich auch dafür, den eigentlichen Täter zur Rechenschaft zu ziehen.

Unschuldig verurteilt zu werden ist schlimm. Unrechtmäßig zum Tode verurteilt zu werden noch schlimmer - denn die Todesstrafe schwebt die ganze Zeit wie ein Damoklesschwert über einem. Ist sie vollstreckt gibt es keine Chance mehr einen etwaigen Fehler im System zu korrigieren. Und ein Fehler im System, das sind der Prozess sowie die ganze Ermittlungsarbeit gegen Ron Williamson von Anfang an. Detectives, die Zeugen beeinflussen, bestechen und sie mit "Ich habe geträumt, dass..."-Geständnissen festnageln. Eine Staatsanwaltschaft, der es nur darum geht einen Fall zu gewinnen und Recht zu haben, nicht den wahren Mörder zu finden. Und mittendrin Ron Williamson, ein gescheiterter Profisportler, der auch ohne diese ganze Maschinerie der Ungerechtigkeit wenig Glück im Leben hatte.
Grisham erzählt die Geschichte des Falls Debbie Carter, vom Auffinden der Leiche bis zur Verurteilung des wahren Mörders. Es handelt sich hierbei tatsächlich um einen wahren Fall, der sich in Oklahoma zugetragen hat. Grisham hat nicht einmal die Namen der Beteiligten verändert. Es ist also keine bloße Geschichte, sondern eine Art Biografie. Grisham geht nämlich stark auf Ron Williamsons Vorgeschichte, sein ganzes Leben ein, berichtet aber auch haarklein von den Vorgängen der Ermittlungen und des Prozesses, oft basierend auf Vehör- oder Prozessprotokollen. Und was er dabei zu Tage fördert, mögen auch der ein oder andere Dialog oder Gedankengang ein wenig ausgeschmückt sein, hat mir wirklich die Haare zu Berge stehen lassen. Nicht nur das völlige Vernageltsein der Staatsanwaltschaft und der Ermittler, sondern auch die Entscheidung der Geschworenen einen offensichtlich unzurechnungsfähigen Mann aufgrund von Indizien zum Tode zu verurteilen. Irgendetwas läuft doch falsch in diesem System. Was ist mit dem Grundsatz "Im Zweifel für den Angeklagten"? Müsste er nicht bei drohender Todesstrafe besonders gelten? Keine Spur. Gut 6 1/2 Stunden lang habe ich Charles Brauer, der das ganze hervorragend rüber bringt und trotz der Protokoll-Natur vieler Dialoge Leben in die Geschichte bringt, dabei zugehört, wie er davon erzählt hat wie Leben eines gescheiterten Mannes in seine Einzelteile zerlegt und von Grund auf zerstört wurde. Sachen, wie sie in diesem Fall passiert und abgelaufen sind, kann sich beim Besten Willen niemand ausdenken.

"Der Gefangene" war kein Roman, der einen durch seine Spannung in den Bann zieht. Und trotzdem konnte ich nicht aufhören weiterzuhören. Auf wikipedia war nachzulesen wie die ganze Sache für Ron Williamson ausgegangen ist, aber Grisham hat die Geschichte so gut aufbereitet, dass ich es von ihm hören wollte. Sebastian Fitzek sagte einmal auf einer Lesung, dass die Geschichten, die das Leben schreibt, teilweise so skurril und abstrus sind, dass kein Leser sie einem Autor abkaufen würde. Ron Williamsons Fall ist genau so eine Geschichte.


Aussehen: ♥♥♥♥
 Charaktere: ♥♥♥♥
 Spannung: ♥♥♥♥
 Schlüssigkeit: ♥♥♥♥♥
 Emotionale Tiefe: ♥♥♥
 Sprecher/in: ♥♥♥♥♥




Gemeinsam Lesen #65 - Küstenmorde

 veranstaltet von: Schlunzenbücher

Guten Abend liebe Lesefreunde :)

Heute melde ich mich erst sehr spät. Ich musste erstmal etwas die Füße hochlegen und entspannen nach der Arbeit. Da wurde schon wieder kräftig geräumt.


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?




"Küstenmorde" von Nina Ohlandt
Seite 33



2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
Der Tote am Quermarkenfeuer erinnerte Benthien an ein frühes Erlebnis aus seiner Kindheit.


3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, Zitat, was immer du willst!)
Deutsche Autoren in diesem Monat. Oha dachte ich da, doch scheinbar wollte man mich da sehr direkt auf eine ganz bestimmte Autorin stoßen. Eine Kollegin sagte mir schon vor ein paar Wochen, dass ich unbedingt mal etwas von dieser Autorin lesen müsse. Da kam das Motto und die Tatsache, dass das Ebook an dem folgenden Wochenende kostenlos zu erhalten war zusammen und war wohl ein eindeutiges Zeichen.

Ich habe Benthien noch nicht sehr ausführlich kennengelernt, doch obwohl auch ihm die Klischee-Ermittler-Story anhaftet (von der Frau verlassen usw.) ist er einfach cool. Vor allem in Kombination mit einem Vater, der auf seine alten Tage ein wahrer Frauenheld geworden ist, der allerdings nicht wirklich auf eine Beziehung aus ist. Bisher fühle ich mich sehr gut unterhalten, auch wenn ich noch nicht den geringsten Durchblick habe was eigentlich die Straftat in diesem Buch mal werden soll.

4. Ist der aktuelle Ort deines Buches ein Schauplatz an dem du mal Urlaub machen möchtest?
An der nordischen Küste habe ich ja sogar schon mehrfach Urlaub gemacht in meiner Kindheit. Flensburg kenne ich zum Beispiel schon. Auf Amrum oder Sylt war ich noch nie, aber wenn es sich mal ergeben sollte, dann kann ich mir einen netten Sommerurlaub da durchaus vorstellen, vor allem mit der passenden Lektüre im Gepäck. Zum Glück sind die ganzen Morde in den netten Küsten-Krimis ja auch sehr überpropotional.

Möchtet ihr mal Urlaub an der Küste machen oder habt das sogar schon? Und in welcher Welt spielt euer Buch gerade?

Liebe Grüße







Cover Monday #59 - Treasure Island

Eine Aktion von The emotional Life of Books


Guten Morgen ihr Lieben!

Einige von euch erinnern sich sicher noch daran wie ich vor ein paar Wochen die Schatzinsel gelesen und mich ein bisschen darüber lustig gemacht habe, dass ich vermutlich die am wenigsten dekorative überhaupt existierende Ausgabe gelesen habe. Also dachte ich mir diese Woche: Schau dir doch einfach mal an wie viel hübscher es hätte sein können und such dir eine der sage und schreibe 1907 (!) anderen Editionen aus, die Goodreads zu verzeichnen hat.
Natürlich habe ich nicht alle 1907 durchgewälzt (vielleicht mach ich damit in 1, 2 Wochen weiter und präsentiere euch jetzt jede Woche eine andere Schatzinsel Ausgabe ;) ), aber diese Woche hab ich mich für diese portugiesische Fassung entschieden:




Wenn man davon absieht, dass ich den Verlagsnamen (?) unten rechts etwas ungünstig und unstimmig zum Rest des Covers platziert finde, gefällt mir dieses Cover ausgesprochen gut! Schwarz und rot sind, da sind wir uns vermutlich einig, eine sehr piratige Farbenkombination. Dazu der Schatten des Piraten unten in der Mitte, die Palmen... was mich etwas irritiert ist die Frau, denn bis auf Jim Hawkins Mutter gibt es eigentlich keine weiblichen Figuren in der Geschichte, was ja aber nichts daran ändert, dass sie hübsch ins Gesamtbild passt.

Wer auf den Rezensionslink klickt kann ja mal mit meiner gelesenen Ausgabe vergleichen - da liegen ja Welten zwischen!
Wie gefällt euch die portugiesische Schatzinsel? :)

Liebe Grüße und einen guten Start in die Woche








Zitat #30 - Die Känguru-Chroniken (2)

"Oder anders ausgedrückt: Nur in einem patriotisch aufgeheizten Treibhaus kann Rassismus gedeihen. Deshalb muss ein wirklicher Antifaschismus dieses Treibhaus zerschlagen."
"Ach. Ihr habt wohl immer noch so ein gestörtes Verhältnis zur Geschichte", sagt unser Patient.
"Au contraire!", ruft das Känguru. "'Sechzig Millionen Tote. Na ja. Schwamm drüber' - das nenne ich ein gestörtes Geschichtsverhältnis."
("Die Känguru-Chroniken" von Marc-Uwe Kling, Seite 205)

BR - Andreas Kammler - Piraten!




 Titel: Piraten!
 Reihe: -
 Autor: Andreas Kammler
 Genre: Sachbuch
 Verlag: marebuch
 ISBN: 978-3596178131
 Seitenzahl: 239 Seiten
 Preis: 8,95€








"Das Handbuch der unbekannten Fakten und schönsten Anekdoten" - so lautet der Untertitel des Buches, der mich nach dem doch ziemlich allgemein gehaltenen Haupttitel geködert hat. Wir wussten ja alle, dass ich nach dem Schatzinsel/Black Sails Flash auf jeden Fall noch mehr über Piraten lesen wollte und musste. Da ich mit Romanen etwas unsicher war, dachte ich: hey, wieso eigentlich nicht mal ein paar harte Fakten?
Und die haben sich als gleichermaßen unterhaltsam wie überraschend und manchmal richtig schaurig herausgestellt. Jeder von uns kennt die Piratenklischees, die Kindergeschichten und Filme kultivieren. Augenklappe, Holzbein, Papagei, entweder raue Seebären oder romantische Rebellen. Piraten gibt es schon seit der Antike, aber was von den Hollywood-Klischees ist eigentlich historisch belegbar?

Andreas Kammler hat sich auf Spurensuche begeben und Zeitzeugenberichte ebenso untersucht wie historische Quellen und Fundstücke. Dabei sind mitunter kuriose Dinge zu Tage getreten. Zum Beispiel standen Wildschweine auf der Pirateninsel Tortuga unter Artenschutz und es war verboten sie mit Hunden zu jagen. Warum? Wenn die Spanier oder Engländer die Insel angegriffen hätten, war der Plan sich ins Inselinnere zurückzuziehen und dort die Stellung zu halten. Dafür brauchte man die Wildschweine als potenzielle Beute. Ein anderes meiner Highlights war definitiv der Piratencaptain, der Quittungen für das Lösegeld ausgestellt hat, das er für die Auslösung von Geiseln erhalten hat. Aber Kammler erklärt auch den Unterschied zwischen Kaperkapitänen ("legaler" Piraterie) und Piraten und wie schnell die Grenzen dazwischen damals verschwammen, nicht zuletzt weil die politischen Kriegs- oder Friedenserklärungen die Männer auf See oft erst spät erreichten. Segelmanöver werden für Laien erklärt, ebenso verschiedene Schiffstypen. Ein Kapitel ist den schauerlichen Gräueltaten gewidmet, ein anderes der Rezeption des Mythos Piraten in Film und Literatur, wieder ein anderes historischen Begebenheiten und Erklärungen wie etwa "Was ist eigentlich eine Achtrealesmünze?"
Kammler hat meiner Meinung nach genau den richtigen Grad zwischen historischen und erläuternden Fakten und unterhaltsamen und überraschenden Anekdoten gefunden. Er gibt bisher ungekannte Einblicke in das Freibeuterleben der Antike, des Mittelalters, der Frühen Neuzeit und sogar heutzutage, räumt mit Klischees auf oder weiß sie fundiert zu bestätigen.

Für alle, die auch über Fluch der Karibik hinaus an Piraten interessiert und neugierig sind, wie sich das Leben berühmter Männer (und Frauen) wie Bartholomew Roberts, Calico Jack Rackham oder Anne Bonny zugetragen hat, für den ist Kammlers Sammelsurium der Fakten und Anekdoten ein unbedingtes Muss.


Aussehen: ♥♥♥♥
 Spannung: ♥♥♥
 Schlüssigkeit: ♥♥♥♥
 Emotionale Tiefe: -
 Schreibstil: ♥♥♥♥








Zitat #29 - Die Känguru-Chroniken (1)

"Nochmal zum Mitschreiben", sage ich. "Du behauptest jetzt also, dass du mir gar keine 4,95 schuldest?"
"Genau", sagt das Känguru. "Und wenn jetzt zum Beispiel alle so tun, als hätte Berlin keine Schulden mehr, dann hätte Berlin auch keine Schulden mehr."
"Ja", sage ich, "aber warum sollten das die Gläubiger tun?"
"Das ist ja das Schöne daran", sagt das Känguru. "Es reicht, wenn's die Schuldner tun. Wenn sich die alle einig sind - das wären dann nämlich 99,9 Prozent der Weltbevölkerung -, könnten die Gläubiger kommen und sagen: 'Ey, ihr habt Schulden bei uns', und wir stellen uns einfach dumm und sagen: 'Weiß ich nix von...' "
"Hm", sage ich.
"Und jetzt stell dir vor, wenn einfach alle so tun würden als hätte keiner mehr Schulden. Dann gäbe es keine Schulden mehr. Das ist doch irre. Da lässt man die Leute verhungern oder erfrieren, aber nicht weil's an Häusern oder Käsestullen mangelt, sondern nur wegen Hirngespinsten."
"Ja, aber wenn man deinen Vorschlag in die Tat umsetzt, dann würde, glaube ich, das ganze Weltwirtschaftssystem zusammenbrechen", sage ich.
"Umso besser", sagt das Känguru. "Taugt eh nix."
("Die Känguru-Chroniken" von Marc-Uwe Kling, Seite 83)

BR - Ingo Thiel - SOKO im Einsatz




 Titel: SOKO im Einsatz
 Reihe: -
 Autor: Ingo Thiel
 Genre: Sachbuch
 Verlag: Ullstein
 ISBN: 9783548375298
 Seitenzahl: 221 Seiten
 Preis: 8,99€








Inzwischen scheint gefühlt jeder zweite in den Ruhestand gegangene Polizist ein Buch über seine Arbeit zu schreiben. Das ist natürlich überspitzt formuliert, aber ich habe meinen Schwiegervater, der Polizist, schon mal scherzhaft danach gefragt, ob er das später auch mal vor hat, was er mit einem ebenso scherzhaften "mal sehen" beantwortete.

Dabei meine ich das gar nicht abschätzig, denn die Arbeit in einer Sonder- oder Mordkommission ist für uns, die wir normalerweise keinen bis wenig Einblick darin haben, natürlich sehr spannend. In der Regel gehören die meisten von uns nämlich zu dem Teil der Bevölkerung, der bloß die unter dem Strich stehenden Ermittlungsergebnisse verfolgt, wenn überhaupt. Der Antworten auf grausige Taten erwartet, der erwartet, dass der oder die Schuldigen überführt, gefasst und verurteilt werden. Ingo Thiel erzählt in seinem Buch von drei größeren Fällen seiner Karriere als Mordermittler, darunter auch dem durch die Presse im ganzen Land gegangene Fall des zehnjährigen Mirco. Glücklicherweise schlachtet er dabei keine grausigen Details aus, sondern konzentriert sich vor allen Dingen darauf, die Ermittlungsarbeit zu beschreiben und zwar von Anfang bis Ende. Wie sie damit beginnt, dass die Beamten zum Tatort gerufen werden. Wie die "heiße Phase" der ersten Stunden, Tage und Wochen abläuft. Wie sehr die Presse gleichzeitig Helfer der Polizei sein, durch nicht fundierte Berichterstattung aber auch die Ermittlungen torpedieren kann. Und natürlich auch inwieweit sich der Druck der Öffentlichkeit auf die Arbeit der Beamten auswirkt. Es werden schnelle Ergebnisse verlangt und wenn die Ermittler diese nicht vorlegen können, passiert vor allen Dingen eines schnell: es wird an Kompetenz und vor allen Dingen an Erfolgsaussichten der Polizei gezweifelt.
Gerade im Fall Mirco haben sich die Ermittlungen, die Zeugensuche und -befragung und alles weitere sehr lange hingezogen und so ist es mir auch im Buch vorgekommen. Ich hatte richtig das Gefühl gemeinsam mit den Ermittlern in dieser Sackgasse festzustecken. Was man also auf der einen Seite als Länge im Buch bezeichnen könnte, spiegelt vielleicht einfach bloß sehr gut wieder, wie sich die Beamten gefühlt haben müssen. Keine neuen Hinweise, es vergeht immer mehr Zeit, die Wahrscheinlichkeit noch neue zu finden wird immer geringer, trotzdem wollte keiner aufgeben und hinschmeißen. Letzten Endes ist man dann doch sehr erleichtert, dass sich alles aufklärt - wenn auch sicherlich nicht so erleichtert wie die Ermittler, die Monate, manchmal sogar Jahre in solche Fälle investieren.

Meiner Ansicht nach gehört "SOKO im Einsatz" zu den besser geschriebenen Vertretern dieses Real-Crime-Genres, gerade weil es sich sehr auf die Ermittlungsarbeit stützt und weniger auf den Schockeffekt oder dramatische Vermutungen über die letzten Momente der Opfer setzt. Dafür gibt es von mir vier Blümchen.


Aussehen: ♥♥♥
 Spannung: ♥♥♥♥
 Schlüssigkeit: ♥♥♥♥
 Emotionale Tiefe: ♥♥♥
 Schreibstil: ♥♥♥♥









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