Gemeinsam Lesen #64 - Die Känguru-Chroniken

 veranstaltet von: Schlunzenbücher

Guten Morgen! :)

Wieder einen Tag der Woche geschafft, auch wenn es gestern erst der erste war. Man muss sich an den kleinen Dingen des Lebens freuen. Legen wir los!


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?





"Die Känguru-Chroniken" von Marc-Uwe Kling
Seite 38



2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
"Das kann ich nicht verraten", sagt das Känguru.


3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, Zitat, was immer du willst!)
"Die Känguru-Chroniken" ist definitiv ein Ich-wollte-schon-immer-mal-Buch. Gerade hat der Ullstein Verlag einen sehr hübschen Schuber mit allen drei Bänden der Känguru-Chroniken rausgebracht, weshalb das Buch, das ich gerade vor mir liegen habe, eigentlich noch sehr viel hübscher ist das das Cover oben, aber es gibt keine Einzelbilder von dem Schuber, sodass es eben so genügen muss.

Ich hab schon auf den ersten paar Seiten gemerkt: das Buch in Bus und Bahn zu lesen wird anstrengend, denn ich muss dauernd kichern, grinsen oder lachen. Aber ich glaube, dass es mir sehr viel Freude machen und einen super Auftakt zum Juni-Motto (deutsche Autoren) der Mottochallenge bilden wird!

4. Fällt es dir leichter eine Rezension zu einem guten, oder einem schlechten Buch zu schreiben?
Das kommt immer sehr drauf an. Also bei guten Büchern habe ich manchmal schon das Problem "oh mein Gott, ich fand den Schreibstil toll und ich habe die Charaktere geliebt und überhaupt war alles einfach großartig" so in Worte zu kleiden, dass ich mich a) nicht dauernd wiederhole (weil es SO großartig war, ihr wisst schon) und b) es trotzdem irgendwie noch Hand und Fuß hat und ich das auch begründen kann - obwohl das natürlich immer ein sehr subjektiver Eindruck ist. Und manchmal gefallen einem Sachen eben, weil sie einem gefallen. Punkt.
Bei schlechten Büchern hängt es davon ab: hat mir das Buch aus bestimmten Gründen aktiv nicht gefallen (meiner Ansicht nach schlecht geschriebenen Charakteren, irrsinnigen und unnötigen Handlungssträngen, langweiliger Schreibstil) oder hat mir das Buch sozusagen passiv nicht gefallen (hab ich deshalb nichts Gutes zu sagen, weil die Story völlig an mir vorbei geplätschert ist, mich nicht gepackt hat und einfach nichtssagend oder möglicherweise einfach nur auch zum jetzigen Zeitpunkt nicht das richtige für mich war)? Bei dem was ich jetzt mal "aktiv nicht gefallen" genannt habe, fällt es mir in der Regel leichter, weil mich das Buch schon beim Lesen aufregt und ich dann auch genau weiß was mich gestört hat.

Und bei euch? Was geht euch besser von der Hand?

Liebe Grüße






Cover Monday #58 - Die Tage, die ich dir verspreche

Eine Aktion von The emotional Life of Books


Einen wundervollen guten Abend,

heute habe ich was brand aktuelles und großartiges für euch zu bieten. Quasi so aktuell, dass es das Buch noch gar nicht gibt, aber ich muss es euch trotzdem heute schon zeigen:



Wie fühlt es sich an, das Herz eines Fremden in sich zu tragen? Dieser Frage widmet sich Lily Oliver in ihrem bewegenden Roman "Die Tage, die ich dir verspreche".
»Du hast Glück, Gwen, alles wird gut, Gwen.« Seit ihrer Herztransplantation hört Gwen nichts anderes mehr. Doch statt überschäumender Lebensfreude fühlt sie nur Schuld gegenüber dem Menschen, der für sie gestorben ist. Und so fasst sie in einer besonders verzweifelten Nacht einen ungeheuerlichen Plan: Sie will ihr neues Herz verschenken und sterben. Ihr entsprechendes Angebot in einem Internetforum liest dessen Moderator Noah, ein junger Student, der keinen großen Sinn in seinem Leben sieht. Er hält ihr Angebot für einen üblen Scherz, geht aber zum Schein darauf ein. Erst als Gwen am nächsten Tag vor ihm steht, um ihn beim Wort zu nehmen, erkennt er, wie schrecklich ernst es ihr ist. Nur mit einem gewagten Handel und einer furchtbaren Lüge kann er ihr das Versprechen abringen, ein paar weitere Tage durchzuhalten. Tage, in denen Noah alles daran setzen muss, Gwen von etwas zu überzeugen, woran er selbst kaum noch glaubt: Dass das Leben lebenswert ist.

Ich mag einfach die Farbzusammenstellung und die Art wie die Schrift gesetzt wurde gefällt mir auch sehr gut. Es setzt sich schön zusammen und passt vielleicht auch ein kleines bisschen zur Thematik des Buches. Ich lese es gerade und es gefällt mir super gut.

Was sagt ihr zum Cover und zur Thematik? Ist diese ganze "unheilbar-krank-liebesgeschichten-Geschichte" schon wieder out oder tatsächlich noch immer ergreifend und spannend?
Wenn euch das ganze neugierig gemacht hat, dann kann man das Buch ab dem 1. September lesen.

Liebe Grüße!






Zitat #28 - Die Mutter meiner Mutter (1)

Wenn ich abends nach Hause komme, schaue ich hinter Türen und unter das Bett. Ich schließe hinter mir die Wohnungstür ab und stelle einen Stuhl davor. Ich habe diese Routine verinnerlicht. Lange habe ich gedacht, meine Angst käme daher, dass ich der Großstadt nicht gewachsen sei, weil ich in einem kleinen Dorf behütet groß geworden bin.
Erst jetzt verstehe ich, dass es ein Erbstück unserer Familie ist, diese Angst, die von einer Tochter zur nächsten vererbt wird.
("Die Mutter meiner Mutter" von Sabine Rennefanz, Seite 119)

BR - Anne Freytag - Mein bester letzter Sommer




 Titel: Mein bester letzter Sommer
 Reihe: -
 Autor: Anne Freytag
 Genre: Roman
 Verlag: Heyne fliegt
 Seitenzahl: 368 Seiten
 Preis: 14,99€






„Nur das mit dem Sterben, das ist so eine Sache. Denn, wenn wir begreifen, was wir hinter uns lassen, wenn wir erst sehen, was uns immer von dem abgelenkt hat, was wir wirklich wollten oder wir kapieren, dass wir nie die wurden, die wir werden wollten, bleibt das Bedauern. Das, was mir am meisten leidtut, ist, dass ich erst sterben musste, um zu verstehen, wie wunderbar das Leben sein kann. Ich hatte alles. Insbesondere Zeit. Aber ich habe sie nicht ausgekostet.“

Wann du die große Liebe triffst, kannst du dir nicht aussuchen. Tessa hat immer gewartet – auf den perfekten Moment, den perfekten Jungen, den perfekten Kuss. Weil sie dachte, dass sie noch Zeit hat. Doch dann erfährt das 17-jährige Mädchen, dass es bald sterben muss. Tessa ist fassungslos, wütend, verzweifelt – bis sie Oskar trifft. Einen Jungen, der hinter ihre Fassade zu blicken vermag, der keine Angst vor ihrem Geheimnis hat, der ihr immer zur Seite steht. Er überrascht sie mit einem großartigen Plan. Und schafft es so, Tessa einen perfekten Sommer zu schenken. Einen Sommer, in dem Zeit keine Rolle spielt und Gefühle alles sind.



Meine Kollegin hatte das Buch vor mir gelesen und es mir dringend ans Herz gelegt. Was sollte ich da also machen? Da kann man sich schließlich kaum wehren und ich bin froh, dass sie mich so sehr dazu gedrängt hat Mein bester letzter Sommer zu lesen. Das Buch ist einfach allumfassend großartig! Es gibt große Gefühle, Trauer, Angst, herzergreifende Momente, etwas zu lachen und doch auch die Gewissheit, dass das Ende nah ist und es dieses Mal wohl kein Happy End geben wird. Der Autorin gelingt einfach die perfekte Mischung aus Teenager-Romanze und dramatischer Leidensgeschichte im besten Sinne. Es ist zu keinem Moment kitschig oder wirkt konstruiert. Es spielt, wie das Leben eben spielt und ist dabei nicht unbedingt fair.
Das Cover vermittelt vielleicht eine nette Sommeromanze, doch spätestens der Klappentext macht klar, dass sich hinter dem ansprechenden, träumerischen Cover mehr verbirgt, als leichte Sommerlektüre mit viel Schmalz und Liebe. Besonders schön finde ich die Innengestaltung des Einbands. Im vorderen Bereich findet man dort eine Zeichnung einer Landkarte von Italien, auf der die Reiseroute der beiden Teenager eingetragen ist. Am Ende des Buches befindet sich dann eine Auflistung der Reiseplaylist, die die beiden gehört haben auf ihrer Reise. Eine schöne Idee, die dem Buch und der Geschichte meiner Meinung nach noch eine ganz neue Dimension hinzufügt und die Charaktere noch etwas tiefer gestaltet.
Der Roman ist nicht unbedingt auf Spannungshöhepunkte ausgerichtet, doch das macht nichts, denn was man hier erwartet sind keine spannenden Rennen um die Zeit, sondern das langsam entfaltende Vertrauen von Tessa und Oskar. Von Anfang an begleitet den Leser die Hoffnung, dass es am Ende gut ausgehen wird und genau das trägt einen auch förmlich durch die ganze Geschichte. Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen, einfach weil ich mich an dieser Hoffnung festhalten wollte. Die Kapitel waren von der Länge her genau richtig und endeten stets so, dass ich nicht das Gefühl hatte in dem Moment schon aufhören zu können, denn vielleicht würde die Lage ja auf der nächsten Seite schon eine andere sein. Wie viel Zeit würde Tessa bleiben? Würden sie wirklich aufbrechen und die Reise machen? All diese Fragezeichen treiben einen förmlich durch die Geschichte und machen konstruierte Spannungsaufbauten vollkommen unnötig.
Auch wenn wirklich nichts konstruiert ist und keine unnötigen Spannungskurven eingebaut sind, so ist doch schon zu Anfang des Buches klar, wo die Geschichte hinsteuern wird. Die Autorin schafft es dennoch schlüssig zu diesem Ende zu kommen ohne, dass man am Ende das Gefühl hat alles vorhergesehen zu haben. Das liegt auch daran, dass sie ihre Protagonisten und auch alle anderen Figuren in der Geschichte sehr menschlich gestaltet hat. Oftmals gibt es in Jugendbüchern Protagonistinnen, die mit den Problemen in ihrem Leben einfach so umzugehen wissen, doch bei Tessa ist das nicht der Fall. Deutlicher wird es vielleicht noch an ihrer Schwester, die stets das Gefühl hat im Schatten zu stehen. Sie ist diejenige, die leben wird und dennoch dreht sich alles nur um Tessa, die mit ihrem Leben doch ohnehin schon abgeschlossen hat. An Larissa wird sehr deutlich wie schwer es ist zugleich zu akzeptieren, dass sie ihre Schwester verloren hat schon lange bevor sie tot ist und die Eifersucht, die dennoch an ihr nagt, weil Tessa immer der Mittelpunkt ist, ganz gleich was sie tut. In dem Aufsatz, den Larissa in der Schule geschrieben hat, wird dies alles besonders deutlich und ihre Gedanken sind mehr als nachvollziehbar gestaltet.
An der Beziehung der Schwestern zeigt sich auch wie unglaublich feinfühlig und gefühlvoll die Autorin an das Thema herangeht und wie großartig sie es in ihrer Geschichte verarbeitet. Emotional hat mich lange kein Buch mehr so sehr berührt wie die Geschichte von Tessa, die fast zu lange darauf gewartet hat richtig zu leben.

Dieses Buch hat rundum die fünf Blumen verdient. Anne Freytag schreibt eine dramatische Liebesgeschichte, die unter die Haut geht, den Leser im Innersten berührt und noch für Wochen in den Gedanken nachwirkt. Das alles schafft sie gleichzeitig mit viel Gefühl und doch auch einer Portion Humor. Für mich eines der besten Bücher des Jahres.

Aussehen: ♥♥♥♥♥
 Spannung: ♥♥♥♥
 Schlüssigkeit: ♥♥♥♥♥
 Emotionale Tiefe: ♥♥♥♥♥
 Schreibstil: ♥♥♥♥♥

BR - Alexander Maksik - Die Gestrandete




 Titel: Die Gestrandete
 Reihe: -
 Autor: Alexander Maksik
 Genre: Roman
 Verlag: Droemer
 Seitenzahl: 288 Seiten
 Preis: 19,99€






"Mehr Almosen. Was konnte die Frau in ihrem Gesicht sehen, was Jacqueline in der Toilette selbst nicht gesehen hatte? Sie musste es herausfinden, damit sie es verändern konnte. Es sei denn, es war einfach ihre Hautfarbe und ganz und gar nichts Verstecktes, Geheimnisvolles. War schwarz zu sein auf dieser Insel gleichbedeutend damit, ein Flüchtling zu sein?"



Jacqueline ist eine Gestrandete. Heimatlos, sprachlos. Sie ist 23 Jahre alt und aus ihrem afrikanischen Geburtsland geflohen. Nun kämpft sie an einem griechischen Strand ums Überleben. Tagsüber versucht sie, unter den Touristen nicht aufzufallen, nachts wäscht sie sich im Meer. Sie trägt nur ihre Kleidung und Erinnerungen bei sich. Mehr nicht. Doch über das Erlebte kann sie nicht sprechen. Bis ihr eines Tages eine Griechin Essen anbietet. Jacqueline beginnt zu erzählen – von ihrer Familie, ihrem Land, ihrer Flucht. Und davon, dass Erinnerungen, Erlebnisse und Überleben oft keinen Platz für Hoffnung lassen.

Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass ich auf das Buch vielleicht niemals aufmerksam geworden wäre, wenn die liebe Vertreterin auf dem Verlagsabend von Droemer nicht so voller Herzblut von dem Buch erzählt hätte. Das Cover ist zwar hübsch, aber nicht unbedingt ein Hingucker zwischen all den bunten Sommerlektüren, die sich da in den Regalen bereits tummeln. Dennoch ist es passend zur Thematik. Ein Thema, bei dem man auf den ersten Blick vielleicht denkt: „Bitte nicht schon wieder sowas politisches. Über Flüchtlinge höre ich im Fernsehen doch wirklich genug.“ Aber genau so ist es nicht. Was man im Fernsehen hört oder in der Zeitung liest, das sind meistens trockene Berichte darüber, wie schlimm alles für uns ist, weil die Flüchtlinge da sind und immer mehr kommen. Dieses Buch beleuchtet allerdings die Geschichte eines solchen Flüchtlings. Zwar ist es kein biographischer Roman, doch das Schicksal der Protagonistin steht stellvertretend für so viele andere Menschen. Jacqueline ist jünger als ich und musste doch schon so viel mehr durchmachen. Natürlich geht es um schreckliche Dinge, die sie erlebt hat und auch um die Politik, die dahinter steht und den Menschen nicht hilft, aber man bekommt einen vollkommen anderen Einblick. Einen Einblick, der einen zum Grübeln bringt und noch weit über das Buch hinaus Wirkung hat.
Der Leser wird einfach mitten in die Geschichte der Protagonistin geworfen. Sie hat es bereits bis nach Griechenland geschafft. Etwas, das nicht jeder Flüchtling aus Afrika schafft. An einigen Stellen erhält man einen Einblick, wenn sich Jacqueline an die Schiffsfahrt erinnert und wie viele auf dem Weg gestorben sind, immerhin nicht von den Feinden im eigenen Land getötet, aber doch auf der Flucht gestorben ohne je die Freiheit gekannt zu haben. Anfangs empfand ich diese Art und Weise des Erzählens etwas schwierig, weil man sich so viel zusammenreimen musste, doch am Ende ergab alles einen Sinn und fügte sich zusammen und hat für mich auch den Reiz ausgemacht das Buch bis zum Ende zu lesen.
Ein weiterer Punkt am Schreibstil, der es mir etwas schwer gemacht hat, ist der Glaube der Protagonistin und ihre Erinnerungen. An vielen Stellen spricht sie mit ihrer Mutter, als wäre diese noch da und würde wirklich mit ihr reden. Sie erinnert sie immer wieder an Gott zu glauben. Es fiel mir schwer mir das vorzustellen, da ich glaube, dass nach all den schrecklichen Dingen, die dort durchgestanden wurden, der Glaube irgendwann einfach brechen muss. Deshalb ging mir die Mutter irgendwann einfach nur noch auf die Nerven, doch ich denke, dass das wirklich eine sehr subjektive Empfindung ist. Allerdings geriet die Handlung in Griechenland dadurch natürlich immer wieder etwas ins Stocken.
Der Autor ist dafür an die schrecklichen Ereignisse, die seine Protagonistin durchgestanden hat, sehr gefühlvoll herangegangen und findet genau den richtigen Mittelweg zwischen sachlicher Beschreibung und zu großem Abstand von den Ereignissen. Es wirkt zu keinem Zeitpunkt konstruiert oder künstlich dramatisiert. Jacqueline musste schreckliches durchstehen und doch vielleicht nicht alles auf einmal. Oft habe ich bei solchen Geschichten von Leid und Schmerz das Gefühl, dass man zu viel Kummer und Leid in einen Charakter packen wollte, doch in diesem Fall ist alles stimmig. Auch hat die Protagonisten ihre Schwächen und bricht immer wieder unter der Last der Ereignisse zusammen. Sie reagiert menschlich und das ist in einem solchen Roman vielleicht noch wichtiger als sonst.
Mir fehlten in dem Buch eindeutig Kapitel. Es ist schwer in der Handlung zu bleiben, die immer wieder durch die inneren Gespräche mit der Mutter unterbrochen wird, wenn man das Buch zwischendurch weglegen muss. Es gibt einige Große Abschnitte, die eigenständig betitelt sind und dann noch die kleinen Gedankenstriche, die einzelne Zeitpunkte der Geschichte trennen, doch oft fand ich diese Abbrüche an den Punkten eher verwirrend als hilfreich. Ich hätte mir Kapiteleinteilungen gewünscht, doch was das angeht bin ich ja ohnehin etwas eigen.

Mit „Die Gestrandete“ hat sich Alexander Maksik getraut eine Thematik zum Teil seines Romans zu machen, die aktueller nicht sein könnte und die das Potential hat vielen Menschen die Augen für das zu öffnen, was die Flüchtlinge, die täglich in unser Land kommen, alles schon durchgemacht haben. Er beschreibt die Ohnmacht, die Angst, die Hoffnungslosigkeit und auch das Versagen der Staaten und der Menschen, die in ihnen leben. Auf höchst gefühlvolle Art erzählt er das Leiden einer jungen Frau, die nichts mehr besitzt, nicht einmal mehr Hoffnung und die dennoch weiter lebt. Auch wenn ich am Ende nur drei Blumen vergebe, weil ich meine Probleme mit dem Schreibstil hatte, empfehle ich wirklich jedem dieses Buch zu lesen. Es verändert die eigene Sicht auf die Dinge in so vielerlei Hinsicht.

Aussehen: ♥♥♥♥
 Spannung: ♥♥♥
 Schlüssigkeit: ♥♥♥♥♥
 Emotionale Tiefe: ♥♥♥♥♥
 Schreibstil: ♥♥♥♥










Leseeindruck - Saša Stanišić - Fallensteller




 Titel: Fallensteller
 Reihe: -
 Autor: Saša Stanišić
 Genre: Roman
 Verlag: Luchterhand 
 Seitenzahl: 288 Seiten
 Preis: 19,99€
 Leseprobe: KLICK


Klappentext: 
Ein vom Leben nicht sehr verwöhnter alter Mann hat eine Leidenschaft für die Magie. Er bittet um Ruhe für die Große Illusion. Aber die Gemeinde trinkt Kaffee und hält nicht still.

Ein geheimnisvoller schwarzgekleideter Mann taucht in unserem Dorf auf, er behauptet, Fallen herstellen zu können für jeden Zweck, nicht nur für das Tier. Mit dem Fallensteller kehrt Stanišić nach Fürstenfelde zurück, jenes uckermärkische Dorf, das den Lesern aus „Vor dem Fest“ bekannt ist, und in dem alles immer möglich ist, auch Magie. 

„Ich finde Bäume nur als Schrank super“, ruft der naturabgeneigte Erzähler der Geschichte „Im Ferienlager im Wald“. Immerhin freundet er sich mit Hirschen an und spielt eine Runde Fifa auf der X-Box mit ihnen. 

Ständig auf der Reise sind "der unterhaltsame Gesetzesbrechers Mo und seine wohlstandstrübsinnige Begleiterin“ (Hamburger Abendblatt). Zwei Freunde, die mit Karacho und Geschick ihren Sehnsüchten hinterher jagen, quer durch Europa: einer christlichen Menschenrechtsaktivistin, einer syrischen Surrealistin, einem bedrohten Vogel. Um nur ein paar zu nennen. 

Dies sind Geschichten über Menschen, die Fallen stellen, Menschen, die sich locken lassen, Menschen die sich befreien - im Krieg und im Spiel, mit Trug und Tricks und Mut und Witz.
(Quelle)


Eindruck: 
Interessanterweise war es nicht der Klappentext, der mich dazu bewogen hat die Leseprobe zu lesen, sondern das Cover. Eigentlich war ich auf der Suche nach einem Cover für den Cover-Monday und dieses hier hat mich einen zweiten Blick auf das Buch werfen lassen.
Die Leseprobe (zu finden, wenn ihr oben auf den Link klickt und dann auf der Verlagsseite "Blick ins Buch" wählt) ist ein Auszug aus der ersten genannten Geschichte, bei der ein alter Mann, Klingenreiter, auf einer Feier seiner Firma als Magier auftritt. Die Firma ist seit Jahrzehnten im Familienbesitz, allerdings war Klingenreiter "bloß" der jüngere Bruder, sodass er zwar sein ganzes Leben lang in dem Sägewerk gearbeitet hat, aber nie wirklich für irgendetwas verantwortlich war. Er war eine Randfigur und in gewisser Weise ist er das noch immer. Jetzt, jenseits der 70, ist aber der Zeitpunkt gekommen, an dem er aus dem Schatten hervor treten will und zwar indem er sich seiner Leidenschaft, der Magie widmet. Er will seiner Familie, allen voran seinem Großneffen, aber auch der Belegschaft zeigen, dass etwas Besonderes in ihm steckt. Bloß hört ihm kaum einer zu. Sein Auftritt wird rüde unterbrochen, indem sein Neffe, mittlerweile Geschäftsführer, währenddessen Memos verteilt. Insgesamt scheint es niemanden besonders zu interessieren, was der absonderliche alte Kauz da oben auf der Bühne treibt. Für sie ist es nur ein belangloser Punkt im Unterhaltungsprogramm der Firmenfeier. Aber für Klingenreiter ist es wichtig. Sehr wichtig sogar.

Erst im Nachhinein ist mir aufgegangen, dass es sich hierbei gar nicht um einen Roman allein um Klingenreiters Geschichte handelt, sondern offenbar eher um eine Sammlung von Erzählungen Stanišićs. In die anderen erhält man in der Leseprobe leider keinen Einblick, aber allein die Art und Weise wie Klingenreiters Geschichte beginnt macht neugierig. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, etwas anspruchsvoller, aber nicht absurd oder himmelhoch abgehoben. Stanišić beschreibt und trifft bereits auf diesen ersten Seiten feine Nuancen, die Lust auf mehr machen.

Der Titel ist am 9. Mai 2016 im Verlagsprogramm von Luchterhand erschienen und wurde auch im Literarischen Quartett besprochen, wo Volker Weidermann über das Buch gesagt hat: "Ich mag Erzählungen unglaublich gern, vor allem, wenn sie so gut geschrieben sind wie hier von Saša Stanišić."
Mich hat das Buch in jedem Fall neugierig gemacht und euch ja vielleicht auch ein kleines bisschen.


Gemeinsam Lesen #63 - Black Rabbit Hall

 veranstaltet von: Schlunzenbücher

Einen schönen Abend zusammen.

Nach der Inventur bei uns heute habe ich mich tatsächlich noch einmal aufgerafft, um euch das Buch zu präsentieren, das ich gerade nebenbei lese. Ich übernehme mich mal wieder und fange alles gleichzeitig an, aber vielleicht schaffe ich es irgendwo ja auch mal zum Ende ;)


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?




"Black Rabbit Hall" von Eve Chase
Seite 35



2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
Aber Barney ist ansonsten keine Heulsuse, nicht wie diese wimmernden kleinen Jungs, die man in den Londoner Parks an der Hand ihrer Nannys sieht.


3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, Zitat, was immer du willst!)
Schon vor einer ganzen Weile habe ich mir das Leseexemplar bei uns aus dem Bücherregal gegriffen und mit zu mir nach Hause genommen. Leider ergab sich bisher einfach nie die Zeit dazu es zu lesen. Nachdem ich aber gesehen habe, dass ein ganzer Stapel dieses Buches, das doch eigentlich so interessant klang, im Laden liegt und kein neues Zuhause finden konnte, musste ich es jetzt anfangen, damit es hoffentlich bald ganz viele Liebhaber finden wird.
Es geht um eine Familiengeschichte. Das ist im Moment ja auch recht in. Dazu kommt ein kleines Bisschen Downton Abbey Feeling, allerdings spielt die Geschichte abwechselnd in den 60er Jahren und in der heutigen Zeit. Lorna und ihr Verlobter suchen eine schöne Umgebung, in der sie ihre Hochzeit feiern können, und bei der Suche finden sie ein altes, verwahrlostes Anwesen, in dem 1968 etwas schreckliches passiert ist. Was das genau ist, weiß ich im Augenblick auch noch nicht, denn so weit bin ich noch nicht. Die Autorin schreibt allerdings sehr schön und malerisch bisher. Definitiv nichts für hohe Ansprüche, aber ich denke, dass sich die Geschichte zu einem spannenden und schönen Schmöcker entwickeln wird.

4. Hat dich ein Buch in seiner Übersetzung schon einmal gelangweilt, obwohl dich das original richtig fesselte?
Ich kann mich nicht wirklich daran entsinnen schon einmal ein Buch sowohl in Englisch, als auch in Deutsch gelesen zu haben. Meist ist es nur entweder oder und auch nur in ganz seltenen Fällen wirklich in Englisch. An einigen Stellen ist die Überlegung groß, weil mir die Art der Übersetzung nicht passt, nicht, weil es langweiliger wäre, sondern eher weil ich den Umgang mit Eigennamen nicht sonderlich gut finde. Aber das ist ja ohnehin immer eine Ansichtssache.

Habt ihr tatsächlich schon einmal eine solche Erfahrung gemacht?

Liebe Grüße






BR - Andreas Izquierdo - Romeo & Romy




 Titel: Romeo & Romy
 Reihe: -
 Autor: Andreas Izquierdo
 Genre: Roman
 Verlag: Insel
 Seitenzahl: 487 Seiten
 Preis: 14,99€

Vielen Dank an Lovelybooks und Autor Andreas Izquierdo für dieses Rezensionsexemplar im Rahmen der Leserunde!



"Was, glaubst du, wird am teuersten?" 
"Das Theater." 
"Ich meinte, auf was könnten wir am ehesten verzichten?" 
"Das Theater." 
"Emil!"

Romy hat gerade ihren Job als Souffleuse beim Theater verloren und dann stirbt auch noch Oma Lene. Sie kehrt in ihr Heimatdorf Großzerlitsch zurück, nur für eine Weile. Aber was sie dort vorfindet, entsetzt sie: die Alten des Dorfes, die in ihrer Kindheit wie eine Familie für sie waren, scheinen nur noch ein Ziel im Leben zu haben - möglichst schnell unter die Erde zu kommen. Romy beschließt zu bleiben und mehr noch. Sie will dem Dorf und den Alten wieder Leben und Lebensfreude einhauchen, indem sie aus Oma Lenes alter Scheine ein elisabethanisches Theater baut und dort Romeo & Julia auf die Bühne bringt. Doch für dieses finanzielle und zwischenmenschliche Mammut-Projekt braucht sie ausgerechnet die Hilfe von Schürzenjäger Ben.

Ich hatte das große Glück zu den glücklichen Teilnehmern der von Andreas Izquierdo persönlich begleiteten Leserunde auf Lovelybooks zu werden. Und wie kann man ein Buch schon besser genießen als in direktem Austausch mit dem Autor?
Die Idee aus einer alten Scheune ein elisabethanisches Theater zu bauen, mitten im Nirgendwo, um damit einem alternden Dorf wieder neues Leben einzuhauchen, ist skurril. So skurril wie ich es von Izquierdos bisherigen Büchern gewohnt bin und liebe. Wir begleiten Romy, deren Schauspielkarriere nicht so läuft wie sie es sich vorgestellt hat, zurück in ihr Heimatdorf Großzerlitsch. Der Name täuscht, das Dörfchen am Ende der Welt hat vielleicht eine Handvoll Einwohner. Und weil es nur noch zwei freie Grabstellen auf dem dorfeigenen Friedhof gibt und keiner bei den Nachbarn in Kleinzerlitsch liegen will, versucht diese Handvoll Einwohner möglichst zeitnah ins Gras zu beißen. Was so absurd angefangen hat, dass man sich nur lachend an die Stirn fassen konnte, entwickelt unerwarteten Tiefgang. Nach und nach lernt man die Alten besser kennen, entdeckt ihre persönlichen Macken und Geschichten. Daneben ist Romy eine unheimlich sympathische Protagonistin, auch wenn es zeitweise etwas anstrengend ist sie zusammen mit Ben zu ertragen. Er ist einfach ein unmöglicher Typ und sie dauerhaft geladen, wenn er in ihrer Nähe ist. Beste Voraussetzungen, oder?
Romy auf ihrem Weg zum elisabethanischen Theater und der sächsischen Variante von Romeo & Julia zu begleiten war aufwühlend, schön und traurig zugleich. Ein Buch, bei dem man lachen und vielleicht auch ein bisschen weinen kann.

Andreas Izquierdo beweist mit diesem Roman wieder einmal, wie er aus skurrilen Ideen nicht nur humorvolle, sondern auch ergreifende Geschichten spinnen kann. Von mir gibt es vier verdiente Blümchen und eine klare Leseempfehlung!


Aussehen: ♥♥♥♥♥
 Spannung: ♥♥♥♥
 Schlüssigkeit: ♥♥♥♥
 Emotionale Tiefe: ♥♥♥♥
 Schreibstil: ♥♥♥♥♥









Cover Monday #57 - Kühn hat zu tun

Eine Aktion von The emotional Life of Books


Hallo ihr Lieben,

da ich heute mal wieder auf den letzten Drücker für eine Klausur lernen musste, hab ich den Cover Monday nicht zu gewohnt früher Morgenstunde geschafft. Aber dafür kommt er jetzt!




Ehemann, Vater, Freund, Polizist, Nachbar – und umfassend überfordert. Martin Kühn ist 44, verheiratet und hat zwei Kinder. Er wohnt auf der Weberhöhe, einer Neubausiedlung nahe München. Früher stand dort eine Munitionsfabrik, aber was es damit auf sich hatte, weiß Kühn nicht so genau. Es gibt ohnehin viel, was er nicht weiß: Zum Beispiel, warum von seinem Gehalt als Polizist ein verschwindend geringer Betrag zum Leben bleibt. Ob er sich ohne Scham ein Rendezvous mit seiner rothaarigen Nachbarin vorstellen darf. Warum er jeden Mörder zum Sprechen bewegen kann, aber sein Sohn nicht mal zwei Sätze mit ihm wechselt. Welches Geheimnis er vor sich selber verbirgt. Und vor allem, warum sein Kopf immer so voll ist. Da wird ein alter Mann erstochen aufgefunden, gleich hinter Kühns Garten in der Böschung. Und plötzlich hat Kühn sehr viel zu tun.

Das Buch ist nicht mehr ganz neu, jetzt aber als Taschenbuch erschienen und ich muss sagen mir gefällt die Aufmachung sehr gut :) Es lässt sich zwar kein Zusammenhang zum Titel erkennen, aber hübsch anzusehen ist es allemal.

Wie gefällt es euch? Vergleicht ihr eigentlich manchmal Hardcover- und Taschenbuchcover? Und ärgert euch hinterher, dass das andere schöner geworden ist?

Liebe Grüße!





BR - Marina Naprushkina - Neue Heimat?




 Titel: Neue Heimat? - Wie Flüchtlinge uns zu besseren Nachbarn machen
 Reihe: -
 Autor: Marina Naprushkina
 Genre: Sachbuch
 Verlag: Europa Verlag
 Seitenzahl: 238 Seiten
 Preis: 16,99€






"Marina, wenn du nachts angerufen wirst, geh bitte dran. Ich rufe dich an, wenn sie zum Abschieben kommen..."

Die deutsche Flüchtlingspolitik ist ein heikles Thema. Bei vielen weckt sie Beunruhigung bis hin zu Existenzängsten, trifft einen wunden Punkt, drängt viele in eine ablehnende Haltung. Was bei all dem Geschrei nahezu immer vergessen wird, egal ob es von Politikern betrieben wird oder von Privatpersonen, ist: was sich so abwertend unter dem Kollektiv "Flüchtlinge" zusammenfassen lässt sind Menschen. Einzelschicksale. Familien. Sie haben ihre Heimat verlassen, weil es dort Krieg gibt, weil sie Angst um ihr eigenes Leben und das ihrer Kinder haben müssen. Sie haben es über gefährliche und oft qualvolle Wege hierher geschafft, in ein neues Land, ein sicheres Land, aber die Sprache ist ihnen fremd, die Kultur ist ihnen fremd, das System ist ihnen fremd. Den meisten mangelt es nicht an dem Willen, all diese Dinge zu lernen, zu arbeiten, sich zu integrieren. Aber das ist schwer über all die Steine hinweg, die die deutschen Behörden ihnen vor die Füße werfen. Was ihnen fehlt ist jemand, der sie an die Hand nimmt und ihnen dabei hilft.

Diese Hilfe leistet Marina Naprushkina zusammen mit Freunden und Bekannten. Was als Bastelnachmittag für Kinder begonnen hat, wächst sich schnell zu einem Vollzeitjob aus. Marina wird zur Vertrauensperson, dolmetscht zwischen Behörden, Ärzten, Anwälten, der Polizei und ihren Schützlingen - zu jeder Tages- und Nachtzeit, denn wenn die Abschiebung droht nimmt niemand Rücksicht auf Freizeit, Familienbesuche oder Ausflüge. All das bereitet Naprushkina in kurzen, aber sehr aussagekräftigen Tagebucheinträgen auf. Es sind ganz alltägliche Situationen, die sie schildert, die einen betroffen, oft aber auch wütend machen. Wenn eine hochschwangere Frau, bei der aus medizinischer Sicht ein Kaiserschnitt notwendig wäre, nicht in einem Krankenhaus aufgenommen wird, weil der Pass fehlt. Wenn die Toilettentüren in einer Flüchtlingsunterkunft von der Leitung abgeschlossen werden und erwachsene Menschen für jeden Toilettengang um Erlaubnis und einen Schlüssel bitten müssen. Wenn Familien auseinander gerissen werden, weil es nicht Problem der deutschen Behörden ist, wenn irgendwo ein Kind fehlt. Wenn Kinder sich panisch zusammenkauern, weil irgendwo ein Hubschrauber landet, weil es in ihrer Heimat Krieg, Schmerzen und Tod bedeutet hat.
Manchmal war ich wirklich fassungslos. Und gleichzeitig voller Bewunderung für die Autorin, die, und das beschönigt sie auch gar nicht, oft an ihre Grenzen stößt und trotzdem nicht aufgibt. Wenn sie mitten in der Nacht panisch angerufen wird, weil die Polizei sich Zugang zu einer Wohnung verschafft hat, setzt sie alle Hebel in Bewegung, um zu vermitteln, kümmert sich um Anträge, Terminkoordination, versucht zu helfen wo sie kann und das alles ohne sich in ihrem eigenen Buch in irgendeiner Form selbst zu beweihräuchern. Natürlich ist sie stolz auf die Veranstaltungen, die sie auf die Beine stellt, und ich finde das kann sie auch sein.
Aber Marina hat dieses Buch nicht geschrieben, damit man ihr auf die Schulter klopft. Dieses Buch ist geschrieben und veröffentlicht worden, um uns die Augen ein wenig für die Situation dieser Menschen zu öffnen, die alles in ihrer Heimat zurückgelassen haben und denen ein Neuanfang hier oft so schwer gemacht wird.

Zum Glück gibt es sehr sehr viele Menschen in Deutschland, die helfen wollen und auch helfen. Ich erlebe es selbst jeden Tag in der Bücherei, wie viele ehrenamtliche Helfer sich dort einfinden, übersetzen, Sprech-Cafés leiten oder Flüchtlingen einfach die Stadt zeigen. Menschen, die ihnen einfach dabei helfen anzukommen. Allen, die das für verklärtes Gutmenschentum halten, empfehle ich einfach Marinas Buch. Es ist nicht dick, aber es wiegt schwer.


Aussehen: ♥♥♥♥
 Spannung: -
 Schlüssigkeit: ♥♥♥♥♥
 Emotionale Tiefe: ♥♥♥♥♥
 Schreibstil: ♥♥♥♥♥









Gemeinsam Lesen #62 - Romeo & Romy

 veranstaltet von: Schlunzenbücher

Guten Morgen :)

Eigentlich hatte ich gehofft, dass ich euch heute schon ein anderes Buch präsentieren kann, aber irgendwie war ich über das lange Wochenende dann doch so viel unterwegs, dass ich fast nicht zum Lesen gekommen bin und "Romeo & Romy" einfach noch ein paar Seiten hat. Was ja nicht schlimm ist. Also legen wir los!


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?




"Romeo & Romy" von Andreas Izquierdo
Seite 420



2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
Er kniete kurzerhand ab und hob Emil auf die Arme.


3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, Zitat, was immer du willst!)
Dieses Buch zu lesen ist ja allein schon aufgrund der Leserunde, in der ich es gewonnen habe, ein kleines Erlebnis. Es macht mir sehr viel Spaß mich schon im Prozess des Lesens mit anderen auszutauschen, Lieblingsstellen raus zu schreiben und zu vergleichen.
Aber auch davon ab hat Andreas Izquierdo einfach wieder einen tollen Sinn für außergewöhnliche Charaktere bewiesen. Manche sind anstrengend, andere super liebenswert. Und selbst in diesem auf den ersten Blick sehr humorvoll angelegten Buch gibt es plötzlich sehr ernste Wendungen, die einen aufhören lassen zu grinsen und bei denen man unter Umständen schon mal schlucken muss.

Worum es eigentlich geht? Romy kehrt als gescheiterte Schauspielerin in ihr Heimatdörfchen zurück, wo das einzige Lebensziel der alten ein Platz auf dem dorfeigenen Friedhof zu sein scheint. Romy will sie ins Leben zurückholen, wählt dafür aber eine ungewöhnliche Methode: sie will aus der Scheune auf ihrem Grundstück ein elisabethanisches Theater bauen und Romeo & Julia aufführen. Knappe ~70 Seiten fehlen mir noch und ich bin sehr gespannt, ob das Theater rechtzeitig fertig und die Alten das Stück bis zum Aufführungstermin auf die Beine gestellt bekommen <3


4. Ist dein aktueller Protagonist dir ähnlich?
Ob Romy mir ähnlich ist... nun, sie hat manchmal abstruse Ideen (aus einer baufälligen Scheune ein elisabethanisches Theater am Ende der Welt machen zu wollen, da muss man erstmal drauf kommen), was mir auch unterkommt. Aber sie beweist dabei irgendwie mehr Hartnäckigkeit als ich, glaube ich. Trotz vieler Fehl- und Rückschläge ist sie immer noch an ihrer Sache dran und verfolgt sie weiter. Was uns aber definitiv verbindet sind die Liebe fürs Theater, genau wie ihre Träumerei <3

Und? Wer sind eure aktuellen Protagonisten so und was habt ihr mit ihnen gemeinsam oder was unterscheidet euch absolut von ihnen?

Liebe Grüße





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